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Der erste Slalom der Saison im finnischen Levi wurde bei den Herren vom Comeback des Franzosen Jean-Baptiste Grange überstrahlt. Er fuhr in seinem ersten Slalom nach langer Verletzungspause einen deutlichen Sieg ein und verwies den Schweden Andre Myhrer sowie Ivica Kostelic auf die Plätze. Bester Deutscher war Fritz Dopfer auf Platz 14.

Grange legt vor
Für Jean-Baptiste Grange war der 14. November ein strahlender Tag. Im ersten Durchgang deklassierte er das Feld um über eine halbe Sekunde - das war besonders bemerkenswert, weil der Rest des Feldes sehr dicht beieinander lag. Die zweitbeste Zeit legte Cristian Deville vor, knapp vor Manfred Pranger. Im Finale gelang dann dem Schweden Andre Myhrer die schnellste Fahrt. Er, erneut Grange und der stark auftrumpfende Ivica Kostelic sicherten sich damit das Podium in Finnland.

Durchgang eins: Pech für Neureuther, viele Ausfälle
Für Felix Neureuther gab es nicht den erhofften Auftakt nach Maß. Etwa zur Mitte seines Laufs erwischte es den Deutschen bei einer Haarnadel: Kurz saß er im Schnee und hatte Glück, dass er im Rennen blieb und im Steilhang schnell wieder Tempo aufnehmen konnte. Beim wenig selektiven Hang von Levi war sein Rückstand aber zu groß für den Finaleinzug. Auch Fritz Dopfer schob sich als 24. noch vor seinen Teamkollegen. Auch für andere Favoriten kam das Aus früh, darunter für die Österreicher Benni Raich, Reinfried Herbst und Marcel Hirscher, aber auch Michael Janyk (CAN) und Olympiasieger Giuliano Razzoli aus Italien schwangen unfreiwillig vorzeitig ab. Ebenso sah Bode Miller das Ziel nicht.

Fritz Dopfer springt in die Bresche
Trotz der Nullnummer Neureuthers blieb der DSV nicht punktelos - denn Fritz Dopfer bestätigte seinen Aufwärtstrend mit zwei couragierten Durchgängen. Im Steilhang des Finallaufes ließ die deutsche Nummer zwei die Skier fliegen und deklassierte die bis dahin geltende Bestmarke, immerhin die des Amerikaners Ted Ligety - um sieben Zehntelsekunden. Am Ende stand dank der viertbesten Laufzeit Platz 14 zu Buche - und damit immerhin die halbe Norm für Heim-WM. "Es ist einfach ein guter Start. Man sieht, dass das Training angeschlagen hat. Das zahlt sich jetzt aus", strahlte Dopfer im Zielraum. Dort spendete ihm dafür auch der Teamkollege den fälligen Applaus - Neureuther hat endlich einen Trainingspartner auf Weltklasseniveau an seiner Seite. Zudem darf der DSV bei den Herren damit künftig einen dritten Slalom-Startplatz einplanen.

Auf dem aufsteigenden Ast
Neben Fritz Dopfer konnten weitere Athleten ihren Anspruch, in die Weltklasse vorzustoßen, andeuten. Will Brandenburg hatte im zweiten Durchgang Pech, hätte sonst ein Top10-Ergebnis erreicht. Julien Cousineau aus Kanada machte ein gutes Rennen und reihte sich auf Rang acht ein. Für Aufsehen sorgte zudem der vierte Platz des Italieners Cristian Deville - er egalisierte damit seine persönliche Bestleistung vom Slalom in Garmisch 2008. Alle deuteten an, in Zukunft noch weiter nach vorne fahren zu können.

Für die Slalom-Spezialisten dauert es nun rund einen Monat, bis es in Val d´Isere wieder in den Stangenwald geht. Die nächsten Rennen sind der Speed-Auftakt im kanadischen Lake Louise am 27. und 28. November.