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Es war der 8. Februar 1976, als das Märchen um Rosi Mittermaier begann. Die damals 25-Jährige aus Reit im Winkl holte bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck die erste Goldmedaille in der Abfahrt. Drei Tage später gelang ihr derselbe Erfolg im Slalom, sowie am 13. Februar die Silbermedaille im Riesenslalom. "Gold-Rosi" wurde geboren.

Fünf lebensverändernde Tage
Diese fünf Tage änderten das Leben der bisherigen Hotelgehilfin komplett. Rosi stand nun im Mittelpunkt der Medien. Im gleichen Jahr gewann sie den Slalom- und Gesamtweltcup und wurde Weltmeisterin in der Kombination. Von Fachjournalisten wurde sie 1976 zur Sportlerin des Jahres gewählt. Sogar den "Goldenen Otto" der Jugendzeitschrift Bravo gewann sie. Rosis Popularität kannte keine Grenzen. 40.000 Fanbriefe bekam sie im Monat nach dem Olympia-Erfolg. Auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn beendete sie am 12. März 1976 ihre Karriere. Bis dahin konnte sie neben den großen Titeln, zehn Weltcupsiege einfahren und wurde 16mal Deutsche Meisterin.

Auf dem Boden geblieben
Doch auch nach dem Karriereende riss die Popularität Mittermaiers nicht ab. Ein Grund hierfür war sicherlich, das Rosi sich den Ruhm nicht zu Kopf steigen ließ. Sie blieb sich selbst treu: bodenständig, sympathisch und optimistisch. So wie sie es zusammen mit ihren Schwestern Heidi und Evi, beide ebenfalls Skirennläuferinnen, von ihren Eltern gelernt hatte. Berühmt geworden ist auch ihr Satz, dass sie "keine Rivalinnen in der Mannschaft wolle, sondern Freundinnen". So freute sie sich sichtlich über die Bestzeit ihrer Teamkameradin und schärfsten Konkurrentin Pamela Behr im ersten Durchgang des Olympia-Slaloms 1976. Ein weiterer Grund für ihre große Beliebtheit.



Privates Glück
Lange vor ihren olympischen Erfolgen lernte Mittermaier 1965 Christian Neureuther kennen. Zunächst versuchten die beiden ihre Beziehung geheim zu halten, 1980 heirateten sie. Seitdem gelten Rosi und Christian als das Traumpaar des deutschen Sports. Skandale oder Schlagzeilen in der Boulevardpresse gibt es für die beiden nicht. Aus ihrer Ehe gehen zwei Kinder hervor: Ameli, heute eine erfolgreiche Modestylistin, und der deutsche Skirennläufer Felix Neureuther.

Beliebtheit ungebrochen
Auch heute, 34 Jahre nach ihrem Triumph bei den Olympischen Winterspielen, ist Rosis Popularität ungebrochen. So ist sie zusammen mit ihrem Mann ein äußerst beliebtes Gastpaar in zahlreichen Fernsehsendungen, wo die beiden sich als liebenswürdiges, ehrliches und immer kompetentes Paar präsentieren.

Karitativ engagiert
Riesengroß ist auch Mittermaiers gesellschaftliches und karitatives Engagement. So ist sie zum Beispiel Schirmherrin der Deutschen Kinder-Rheuma-Stiftung. Ihr Einsatz brachte schon mehr als eine halbe Million Euro ein. 1997 wurde sie zur ersten Nationalen Botschafterin für Sport, Toleranz und Fair Play berufen, 1999 bekam sie den Olympischen Orden des IOC verliehen. Doch damit nicht genug: Für ihre Verdienste erhielt sie 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2007 den Bayerischen Verdienstorden.

Die Alpen vor der Tür
Zusammen mit ihrem Mann Christian lebt Rosi heute in Garmisch-Partenkirchen in einem Haus direkt am Hang mit Ausblick auf das wunderschöne Alpenpanorama. In Interviews zu ihrem 60. Geburtstag betont sie stets, dass sie "dankbar für jeden Tag" sei und es ein großes Glück ist, dass sie mit Freude auf alles Zurückliegende blicken kann. Wir gratulieren ihr herzlich zum 60. Geburtstag und wünschen auch für die Zukunft alles Gute!

Anlässlich des 60. Geburtstags von Rosi Mittermaier sendet der Bayerische Rundfunk am 05. August 2010 um 15.40 Uhr "Blickpunkt Sport Extra - Gold-Rosi wird 60". Zu Gast sind neben Rosi Mittermaier selbst auch ihr Mann Christian Neureuther, Sohn Felix Neureuther, ihre Schwestern, Maria Riesch, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und viele weitere.