Insgesamt 15 Medaillen fuhren die alpinen Skirennläufer bei den Paralympics in Kanada ein. Die beiden Routiniers Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler sammelten alleine neun davon ein. Erfolgreichster Athlet war Schönfelder mit vier Gold- und einer Silbermedaille.

Gold und Sohn zur gleichen Zeit
Die X. Paralympics sind Geschichte. An zehn Tagen kämpften die besten Behindertensportler der Welt um Medaillen. Am Ende lag Deutschland im Medaillenspiegel mit 13-Mal Gold, fünfmal Silber und sechsmal Bronze auf dem ersten Platz. Einen großen Anteil an diesem Erfolg haben die alpinen Skirennläufer, die insgesamt 15 der 24 Medaillen sammelten. Für Gerd Schönfelder ging in Vancouver eine großartige Karriere zu Ende. Der 39-Jährige gewann Gold in Super-G, Riesenslalom, Abfahrt und Super-Kombination und Silber im Slalom. Seine 16. paralympische Goldmedaille wird für ihn dabei unvergessen bleiben. Nicht nur, dass er mit Gold in der Super-Kombination einen traumhaften Abschluss seiner paralympischen Karriere fand, wurde er zur gleichen Zeit Vater. Seine Frau Christina brachte während in Kanada das Rennen lief Sohn Leopold auf die Welt. "Ich hatte schon zuvor eine so tolle Saison, dass meine Frau gesagt hat: ‚Du bist der Topfavorit, aber das ist gar nicht gut. Denn Favoriten sterben meistens’", meinte Schönfelder schmunzelnd: "Aber ich habe meine Leistungen nun auch in den wichtigen Rennen noch einmal untermauern können. Das ist der Lohn harter Arbeit." Harte Arbeit kommt auch abseits der Strecke auf ihn zu. "Die Medien machen was draus und die Kanadier sind der Wahnsinn. Man muss 1000 Fotos machen. Das ist unheimlich anstrengend, aber es macht auch Spaß." Neben den Medien wartet mit Sohn Leopold nun auch daheim harte Arbeit auf den erfolgreichsten alpinen Fahrer in der Geschichte der Paralympics.

"Braxi" dreimal Erster
Martin Braxenthaler startet in der sitzenden Klasse. In vier der fünf Rennen gewann der Traunsteiner ebenfalls Edelmetall. In Super-Kombination, Slalom und Riesenslalom fuhr er auf seinem Monoskigefährt zur Goldmedaille. Außerdem raste er im Super-G zu Silber, nur in der Abfahrt ging er leer aus. Dort schied er aus. Der 38-Jährige zählt wie Gerd Gradwohl zur alten Garde des Behindertensports. Gradwohl ist bereits 50 Jahre alt. Der Kemptener konnte erst wegen eines Beinbruchs erst im Januar richtig in die Vorbereitung einsteigen und gewann in der Abfahrt der sehbehinderten Bronze.



Junge Garde schlägt sich mehr als achtbar
Ein Nachwuchsproblem hat der Deutsche Behindertensporverband (DBS) nicht. Anna Schaffelhuber erlebte in Vancouver ihre ersten Paralympics. Dabei fuhr die 17-Jährige zu Bronze im Super-G und wurde Vierte in Slalom und Super-Kombination sitzend. Bei der Abschlussfeier durfte sie die deutsche Fahne tragen. Deutschlands Behindertensportlerin des Jahres Andrea Rothfuß hat bei vier Starts vier Medaillen eingefahren. Die Schülerin aus Mitteltal erreichte in der stehenden Klasse Silber in Slalom und Riesenslalom und Bronze in Super-G und Abfahrt. Zur jungen Generation zählt zudem Thomas Nolte, der sitzend Platz vier in der Abfahrt erreichte. In vier Jahren könnten diese drei Schönfelders Erfolgsspuren folgen und für weitere deutsche Triumphe bei den dann XI. Paralympics in Sotschi sorgen.