© Getty Images
Das olympische Debüt von Ski Cross hat das gehalten, was es versprochen hat. In einer spektakulären Show brachten die Athleten in Cypress Mountain die Zuschauer zum Kochen. Im großen Finale sicherte sich Michael Schmid die erste Goldmedaille dieser Disziplin vor Andreas Matt.

Schmid setzt sich durch
Mit viel Spannung wurden die Ski Crosser in Cypress Mountain erwartet. Der schwere Kurs mit Bodenwellen, hohen Sprüngen und Steilkurven forderte die Crosser und sorgte in den Heats für jede Menge Action und Adrenalin. Am Ende jubelte mit Michael Schmid ein Topfavorit über den Olympiasieg. Der Schweizer hatte in jeden seiner Heats gewonnen - ein verdienter Titelträger ist er damit in jedem Fall.

Quali: Stickl auf Rang acht
Schon in der Qualifikation setzte der Schweizer die Bestzeit mit deutlichen vier Zehnteln Vorsprung vor Christopher Delbosco und Xavier Kuhn. Simon Stickl fuhr als bester Deutscher die achtschnellste Zeit, Martin Fiala qualifizierte sich als 29. für die Achtelfinals. Die Qualifikation war aber nur das Warm-up für die große Show der Ski Crosser.



Luftduell zwischen Rahlves und Piccard
Gleich die ersten beiden Heats im Achtelfinale ließen die Zuschauer in Whistler die Luft anhalten. Zunächst sorgte das Duell zwischen US-Topstar Daron Rahlves und dem Franzosen Ted Piccard für Aufsehen. Beide prallten schließlich nach einem Sprung in der Luft zusammen und stürzten spektakulär. Rahlves konnte sich zwar sofort aufrichten und ins Ziel fahren, doch überflügelte ihn dabei Eric Iljans im Rennspeed von hinten und sicherte sich Rang zwei hinter Schmid.

Stickl im Pech
Das zweite Achtelfinale brachte das Aus für Simon Stickl, der aber viel Pech hatte. Der Deutsche duellierte sich an der Spitze mit Anders Rekdal, kollidierte kurz vor dem Zielsprung, drehte sich artistisch um 360 Grad und fuhr weiter - unter tosendem Applaus der Fans. Die freuten sich aber auch, weil hinter dem Jamaicaner Errol Kerr auch der Kanadier Davey Barr ähnlich wie im Lauf zuvor Iljans die Chance ergriff und mit vollem Tempo an Stickl vorbei raste. Der Deutsche war damit ausgeschieden. "Ich habe alles riskiert, aber einfach Pech gehabt", bilanzierte Stickl im Anschluss.

Aus auch für Fiala
Der zweite deutsche Starter Martin Fiala hatte zwar einen guten Start, musste sich aber im Laufe seines Heats zuerst von Routinier Enak Gavaggio und dann von Andreas Matt überholen lassen. Im Endergebnis wurde Stickl als 19. geführt, Fiala belegte Rang 31.

Favoriten im Finale
Ab dem Viertelfinale wurde die Auslese immer härter. Tomas Kraus musste sich aus dem Wettbewerb verabschieden, Stanley Hayer und Markus Wittner ebenfalls. Im Halbfinale erwischte es dann Gavaggio und Davey Barr. Ins Finale schafften es damit Schmid, Matt, der Norweger Audun Groenvold und Delbosco. Damit war ein starker Endlauf garantiert.

Delbosco springt an Medaille vorbei
Das Finale war dann eine recht klare Sache für Schmid. Nach starkem Start lag er erst mit Matt gleichauf, nutzte dann aber die bessere Innenposition, um sich abzusetzen und gab diese Führung nicht mehr her. Matt sicherte sich den zweiten Platz, während der Kanadier Delbosco der sicheren Bronzemedaille entgegen zu fahren schien. Doch kurz vor dem Ziel bekam dieser Rücklage im Sprung und stürzte. So zog Groenvold vorbei und beschloss das olympische Finale mit Bronze.

Damenrennen stehen noch an
Mit dieser Referenz im Rücken dürfen sich die Ski Crosser als echte Bereicherung der Winterspiele feiern lassen. Nach dem Herrenwettkampf stehen nun am 23. Februar noch die Damenausscheidungen auf dem Programm. Auch sie werden sicher viele Fans anlocken.