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Eigentlich sollte die erste alpine Olympiasiegerin schon längst feststehen. Doch die angesetzte Super-Kombination der Damen konnte nach zahlreichen Trainingsabsagen schlicht nicht stattfinden. Mit Mühe, Not und etwas Raffinesse brachte Atle Skaardal überhaupt den einen vom Reglement vorgeschriebenen Testlauf hinunter. Nun soll es also mit der Abfahrt losgehen. Dabei schaut alles auf Lindsey Vonn.

Für Vonn zählt nur Gold
Die amerikanische Top-Favoritin war ja auch die einzige, die in Whistler für Schlagzeilen sorgte. Sie habe große Schmerzen nach einer Schienbeinverletzung und könne womöglich gar nicht überall antreten, erklärte sie letzte Woche. Dass Vonn bei einer Entscheidung bei diesen Spielen fehlen wird, darf aber bezweifelt werden. Sie ist als Kämpferin bekannt. Einen Nebenzweck hat die Offenbarung aber sicher auch gehabt: Vonn wollte sich aus der Schusslinie bringen.



Abfahrtstitel wird kein Selbstläufer
Es gibt wohl niemanden, der mit so großen Vorschusslorbeeren nach Vancouver gereist ist, wie Vonn. Ihre Seriensiege in der Abfahrt mache sie zur Über-Favoritin - oder anders ausgedrückt: Wenn Vonn nicht mindestens in der Abfahrt Gold holt, hat sie bereits verloren. Dabei ist ihre Konkurrenz beachtlich. Maria Riesch hat in der letzten Abfahrt bewiesen, dass Vonn schlagbar ist. Anja Pärson gilt als topfit zum Saisonhöhepunkt, der Schwedin ist alles zuzutrauen. Das Schweizer Quartett weckt ebenfalls Medaillenhoffnungen und dann ist da noch Lokalmatadorin Britt Janyk, der auf ihrem Haushang ebenfalls ein Coup gelingen kann.

Wie wichtig werden die Startnummern?
Ein Blick auf die Startliste stützt Vonns Top-Stellung. Sie hatte das Glück, in der Gruppe der besten Abfahrerinnen die niedrigste Nummer zugelost zu bekommen, die 16. Maria Riesch darf hingehen erst als 22. auf die Piste - was sich bei den irren Wetterbedingungen in Whistler Creekside durchaus als Nachteil erweisen kann. Sollte es zu einem Startnummernrennen kommen, muss man auch Elisabeth Görgl gute Chancen einräumen, wenn auch sonst die Österreicherinnen wohl kaum in den Kampf um Gold eingreifen sollten.

Riesch hat Zeit
Für Deutschlands Hoffnung Maria Riesch hingegen ist diese Abfahrt nur eine Chance. Niemand erwartet eine Goldmedaille, jedes Edelmetall könnte ihr aber viel Sicherheit für die weiteren Wettbewerbe geben. Im Training hielt sich Riesch zurück, das in zwei Teil zerstückelte Testergebnis ist aber wohl kaum aussagekräftig. Abgerechnet wird eben erst am Renntag.

Nur 45 Athletinnen am Start
Im nur 45 Starterinnen umfassenden Feld ist mit Gina Stechert eine weitere Deutsche mit von der Partie. Die Hoffnungen ruhen nun auf der Wetterprognose, die für die nächsten Tage stabile Verhältnisse prophezeit. Das ist auch notwendig, um den Wettkampfplan der Alpinen zu retten. Das Rennen könnt ihr natürlich im ski2b-Liveticker verfolgen.