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Ganz ehrlich: Noch ist das olympische Fieber bei mir nicht ausgebrochen, die Spiele sind doch noch etwas weit weg. Ich selber werde auch erst in der zweiten Woche nach Kanada fliegen und mir dann auch den einen oder anderen Wettkampf anschauen. Früher zu fahren ist derzeit auch nicht sinnvoll, wie es scheint. Die Wetterbedingungen sind ja derzeit wirklich sehr schlecht. Es könnte daher sein, dass die Abfahrt sogar verschoben wird, wenn die ersten Trainings nur unter unwürdigen oder sogar gefährlichen Bedingungen stattfinden können.

Ein paar Glücksfaktoren mehr
Nach schlechtem Wetter kommt ja eigentlich auch immer mal wieder gutes Wetter - nur in Whistler sind die Schönwetterperioden im Winter immer sehr kurz. Und wenn es kaum einmal zwei Tage gleichbleibende Bedingungen gibt, dann kann es sein, dass es einen Zufallsolympiasieger gibt. Da muss es nur am Anfang miserabel sein und hinten raus wird es sonnig. Aber gut: Dann gibt es halt ein paar Glücksfaktoren mehr. Es ist auch gar nicht so schlecht, wenn mal ein Außenseiter gewinnt. Das hat es in der Vergangenheit ja eh schon sehr oft gegeben.

Vorteil: Kanada!
Was ich von der Strecke gehört habe? Ich habe sie noch nicht gesehen - wie die meisten Nicht-Kanadier auch. Die Abfahrtsstrecke soll viele Wellen, Sprünge und unübersichtliche Stellen haben. Da haben sich die Kanadier viel Mühe gegeben! Ihre Rennläufer kennen die Piste natürlich aus dem Effeff, weil sie dort trainiert haben und haben damit einen leichten Vorteil gegenüber den arrivierten Läufern, die ja möglicherweise auch nur einen Trainingslauf dort zustande kriegen. Und die Kanadier versuchen natürlich, ihre Trümpfe solange wie möglich geheim zu halten. Denn je mehr Fahrer wie Cuche, Miller oder Walchhofer die Strecke auch nur sehen, desto geringer werden die eigenen Chancen. Ein taktisches Manöver also, um die Katze erst ganz am Schluss aus dem Sack zu lassen.



Favoritencheck
Bei der Frage nach dem Top-Favoriten für die Herren-Abfahrt tippe ich daher schon auf einen Kanadier. Der Walchhofer hat bisher nie brilliert. Er war zwar auch nie schlecht, aber auch nie so gut, wie in den letzten Jahren. Cuche fährt ja mit den Füßen Ski und nicht mit dem Daumen, seine Schiene wird ihn also kaum behindern, aber ich glaube nicht, das ihm die Strecke so liegt. Miller ist sicher ein Thema, Svindal darf man nie unterschätzen, wenn es um etwas geht.

Keppler: Gut genug für einen Zufallscoup
Und Stephan Keppler? Wenn die Bedingungen ein bisschen weicher sind, kann es durchaus sein, dass es einen Zufallssieger gibt. Und beim Keppler könnte man wirklich von Zufall reden, wenn er eine Medaille macht. Aber ich glaube, er fährt gut genug, um bei speziellen Verhältnissen vorne mitzumischen - und das wünsche ich ihm auch.

Niemand ist unschlagbar
Noch ein Wort zu den Damen. Eins vorweg: Jeder ist schlagbar, auch Lindsey Vonn. Auch die Frauen müssen erst ein Rennen fahren, auch bei diesen Bedingungen. Die Maria Riesch ist immer besser in Fahrt gekommen in den Speed-Disziplinen. Da muss die Lindsey schon ein sehr gutes Rennen fahren, wenn die Maria einen guten Tag hat.
Warten wir also, dass es losgeht. Wenn die ersten Bilder zu sehen sind, wird sich auch das Fieber bald einstellen. Und wenn Keppler die Abfahrt gewinnt, dann kann man am Abend ganz sicher die Bundesliga vergessen!