Alle vier Jahren treten sie an, ohne eine echte Medaillenchance zu haben. Für sie gilt das olympische Motto "Dabei sein ist alles" noch. Die Exoten machen jedes Olympia bunter und zeigen den Profis, für die es nur um Medaillen und den Sieg geht, dass ihre Sportart auch noch andere Gründe zur Ausübung hat.

Iranische Meisterin trägt Fahne
So nimmt in Vancouver erstmals eine Iranerin an Olympischen Winterspielen teil. Marjan Kalhor kommt sogar die Ehre zuteil, die Fahne der islamischen Republik zu tragen. Kalhor gewann die iranische Meisterschaft und erfüllte die Vorgaben des Internationalen Skiverbands FIS. So gewann die 21-Jährige in diesem Winter neben der Landesmeisterschaft fünf FIS-Rennen in Slalom und Riesenslalom. In diesen beiden Disziplinen geht Kalhor dann auch in Whistler an den Start - und zwar mit der nötigen Kopfbedeckung, wie es ihr ihr Glaube vorschreibt.

Die Geschichte vom Schneeleopard
Für Mexiko tritt in Kanada Hubertus von Hohenlohe an. Der mittlerweile 51-Jährige hat bereits an den Winterspielen 1984, 1988, 1992 und 1994 teilgenommen. Im vergangenen Jahr startete er in Val d’Isère wieder bei der WM. Bei solchen Veranstaltungen pflegt er sein Image als Paradiesvogel, wenn er in bunten Skianzügen auf die Piste geht. Allerdings hat der Mexikaner nun Konkurrenz vom fahrenden Schneeleoparden bekommen. Kwame Nkrumah-Acheampong aus Ghana vertritt erstmals sein afrikanisches Heimatland bei Winterspielen und trägt dabei den Anzug in Farben eines Leoparden. Auch er ist kein Unbekannter bei Großveranstaltungen, zog er schon in Val d’Isère und Are bei den Weltmeisterschaften die Aufmerksamkeit auf sich. Wie Kalhor hat der 35-Jährige bei FIS-Rennen die nötigen Punkte gesammelt, um an Olympia teilnehmen zu können. Ähnliches gilt für den Jamaikaner Erol Kerr, der die Karibikinsel in Vancouver vertritt, und die Indonesierin Jacky Chamoun. Sogar die Cayman Islands sind in Person von Dow Travers vertreten. Für sie alle gilt das olympische Motto, auch wenn alle mit dem Ziel angereist sind, wenigstens nicht Letzter zu werden. Es wird also spannende Skirennen in Whistler geben, nicht nur vorne im Feld.



Familie Simari Birkner zum Dritten
Bereits zum dritten Mal an Olympischen Winterspielen nimmt Familie Simari Birkner teil. Die drei argentinischen Geschwister Cristian Javier, Macarena und Maria Belen starten seit zehn Jahren im Weltcup, landen dort aber meist auf hinteren Rängen. Sie selbst bezeichnen sich nicht als Exoten, schließlich trainieren sie wie die Skistars, die um den Sieg kämpfen. Bei den olympischen Rennen wird der Name Simari Birkner höchstwahrscheinlich wieder nur weit hinten in den Ergebnislisten zu finden sein, dennoch stehen gerade sie für einen Grund zur Ausübung des Skisports: Leidenschaft und Spaß am Skifahren!