© Nissan Russian Adventure By Swatch 2010-Chamonix/C. Margot
Auch die zweite Etappe der Freeride Tour konnte die Dramatik des Freeride Sports bestätigen: Der Nissan Russian Adventure by Swatch, geplant in Sochi/Russland wurde wegen der schlechten Wetterbedingungen nach Chamonix verlegt und am gestrigen Donnerstag (04.02.) durchgeführt. Die Männer Ski und Snowboard Competiton fand am Nordost Hang des Aiguille Pourrie im Flégère Skigebiet in Chamonix-Mont-Blanc statt. Mit einem sehr hohen Level an Performance konnten die Franzosen Julien Lopez und Xavier de Le Rue ihren Sieg einfahren. Der mehrfache X-Games Gewinner (Ski) Candide Thovex , ebenfalls aus Frankreich (erster und zweiter Platz) und der Österreichische Snowboarder Mitch Tölderer (erster und fünfter Platz) stehen am Top des Rankings.





Luftsprünge, stylische Tricks und schelle Lines
Durch den sehr frühen Start um 9 Uhr hatten die Athleten genügend Zeit, sich von dem 2500 Meter hohen Start einen Eindruck zu machen und ihre Ideal Line zu finden. Sie waren konfrontiert mit einer 500 Metern langen Steilwandklippe, schneebedeckten Bergrücken, großen weiten Feldern und steilen Shutes mit einem Winkel von 40 Grad. Die erfahrenen Rider zeigten andere Shows, als bei der FWT Competition am vergangenen Sonntag: mehr Luftsprünge, stylische Tricks und sehr schnell gefahrene Lines unter optimalen Schneebedingungen.

Jeder Stil im Bewertungssystem berücksichtigt"
Die "Freeride World Tour"-Wettkämpfe erlauben es den Athleten, ihren eigenen Stil in den unterschiedlichsten Gebieten zu entwickeln und zu fahren. Das Face, welches dieses Mal von Nicolas Hale-Woods, Organisator und Gründer der Freeride World Tour, ausgesucht wurde, entspricht genau diesen Kriterien: "Wir suchen soviel unterschiedliche Faces für unsere Wettbewerbe aus wie möglich. So kann jeder Rider seinen eigenen Stil ausprobieren und den besten Weg finden. Einige der Athleten kommen aus dem Alpin Sport und andere aus dem Freestyle. Unser Bewertungssystem ist so gestaltet, das wir jeden Stil berücksichtigen. Nach der schwierigen Competition am Sonntag unter stark variierenden Schneebedingungen, konnten wir heute einen anderen Freeride Face bieten, mit vielen beeindruckenden Manövern und einer sehr engen Line. Dies zeigt die Möglichkeiten und die Lebendigkeit dieser Sportart."

Gesamtführender will "nur lernen"
Julien Lopez, der am Ende ganz oben auf dem Podium stand, fühlte sich durch die guten Runs seiner Freunde unter Druck gesetzt: "Es ist ein großer Unterschied, als erster oder letzter zu starten - wie heute. Ich habe viel mehr Druck verspürt, nachdem alle meine Freunde schon gefahren waren. Aber ich habe mich mental sehr gut gefühlt und konnte meinen Run mit einem Back Flip und einem stabilen Double Cliff am Ende gestalten." Zweiter beim zweiten Stopp wurde Candide Thovex. Der Franzose führt das FWT Ranking an und stapelt tief: "Ich habe meine Line verändert, als ich mit Seb Michaud heraufgestiegen bin und außer meinem 360 am Ende brauchte ich keine großen Tricks anwenden. Ich bin hier, um zu lernen und gerade jetzt läuft es sehr gut für mich." Über Rang drei freute sich der Schwede Henrik Windstedt: "Ich habe über Tricks nachgedacht, die ich während der Competiton anwenden wollte und letztendlich ist alles gut gelaufen. Ich wollte meine Möglichkeiten erweitern, seitdem ich den ersten Contest am Sonntag gefahren bin. Die Schneebedingungen waren heute perfekt."


Der Run von Julien Lopez


Lopez mit allen Aspekten des Freeriding
Der Österreicher Martin Winkler war Head Judge und kommentierte die Leistungen der Ski-Rider wie folgt:
1. Julien Lopez (FRA): "Lopez erfüllte alle Aspekte, die wir uns beim Freeride wünschen: sehr flüssig in der Fall Line, übersprang alle Klippen mit einem sehr hohen Level und stand die Sprünge hervorragend. Er vollführte einen großen Back Flip und vollendete perfekt. Im unteren Part zeigte er einen unterschiedlichen und kreativen Stil und beendete den Big Double perfekt."

2. Candide Thovex (FRA): "Einmal mehr zeigte Candide Thovex uns seine sehr spielerische Line. Er nahm eine mehr klare Line und nicht die höchsten Sprünge, dennoch war sein Part super flüssig, überstand all seine Jumps mit viel Geschwindigkeit. Diese trugen ihn weiter nach unten als die anderen mit demselben Jump. Am Ende des Runs vollführte er einen perfekten 360 über 20 m Distanz. Das war sehr spektakulär."


Der Run von Candide Thovex


3. Seb Michaud (FRA) & Henrik Windstedt (SWE): "Seb Michaud nahm jede Gelegenheit wahr, um über Klippen zu springen, zeigte einen starken BackFlip in der Mitte des Run und beendete mit einem weiteren sehr guten Back Flip. Henrik Windstedt zeigte heute eine der schnellsten Lines mit verschiedenen Cliff Jumps und einem sehr guten stilistischen Drop, beendet mit einem sauberen 360 und Back Flip."


Der Run von Henrik Windstedt


Das "wow" des Tages:
Seb Hannemann sprang den größten Back Flip - über 20 Meter - landete aber etwas falsch und fiel leider. Das bedeutet, dass er sich nicht unter den ersten Zehn der Gesamtwertung platzieren konnte und keine Wild Card für den nächsten Wettbewerb in Squaw erhalten wird. "Der erste Teil meines Runs war sehr sicher und sauber und ich war sehr zuversichtlich vor dem Start und fühlte mich flüssig. Dann habe ich leider den richtigen Absprung vom großen Back Flip verpasst. Das ist wirklich schade, denn ich fühlte mich sehr gut während des Wettkampfes. Auf dieser Ebene müssen wir an unsere Grenzen gehen, um im Ranking weiter nach oben zu kommen und ich möchte zeigen, dass ich ein guter Skifahrer bin. Als Rookie habe ich im ersten Wettbewerb am Sonntag versucht, einen sauberen Run abzuliefern. Heute wollte ich größere Sprünge und härtere Lines fahren. Man kann nicht nur abgeklärt fahren, wenn man sich weiterentwickeln möchte. Auf jeden Fall bin ich glücklich, auch wenn ich aus dem Ranking gefallen bin", zeigte sich Seb Hannemann enttäuscht über sein Ausscheiden.



Die Frauen starten am 13. Februar in Fieberbrunn
Als Ersatz für die Nissan Russian Adventure von Swatch werden die weibliche FWT Fahrer am Samstag, den 13. Februar in Österreich auf dem Scott Fieberbrunn Big Mountain, dem Freeride World Qualifier Event an den Start gehen, der als FWT-Event für die Frauen bewertet wird.

Nächster Stop: Nissan Tram Face - Squaw Valley
Die dritte Etappe der FWT für männliche und weibliche Fahrer wird in Squaw Valley (USA) auf dem berüchtigten Tram Face, am 27. Februar stattfinden. Nach zwei Wettbewerben steigt die Spannung für den Run um den Weltmeistertitel.