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Alles spricht (fast) nur noch von Olympia. Vorfreude ist da zu spüren bei denen, die sich qualifiziert haben und nun bald um Medaillen kämpfen werden. Diese Chance werden die meisten nicht wieder bekommen. Natürlich werden einige enttäuscht abreisen, viele werden Pech haben und letztlich kommen eben nur drei Athleten pro Wettbewerb auf das Podium, wenn alles normal läuft. Wie die deutschen Ski-Asse abschneiden lässt sich nicht vorhersagen. Aber dass die Bilanz besser ausfallen wird, als die Nullnummer in Turin, davon können wir ausgehen.

Wer bezahlt die Spiele?
Aber die Vorberichterstattung über Olympia rückt auch ganz andere Punkte in den Fokus. In Vancouver und den olympischen Sportstätten geht schließlich nicht alles nur rund. Das leidige Thema Geld spielt hier schon seit Jahren eine Hauptrolle. Es steht zu befürchten, dass für die Steuerzahler in Kanada und insbesondere in der Region das Aushängeschild recht teuer wird. Wie in Turin, wo sich das Defizit allerdings nach offiziellen Angaben zum Schluss noch in Grenzen hielt. Auch in Vancouver wird am Schluss abgerechnet. Und die Bewerber in München sollten bei ihren Planspielen für 2018 dabei genau zuschauen.

No snow?
Probleme ganz andere Art gibt es an den Wettkampfstätten. Vancouver erlebte einen Januar ohne Schnee und mit viel Regen, was einige Probleme bei den Ski-Events nach sich ziehen könnte. Der Wettbericht lässt jedenfalls nicht auf baldige Minusgrade hoffen. Abgesehen davon gilt Whistler als Region, in der das Wetter sich schnell ändern kann, sie ist dafür anfällig. Ob der olympische Fahrplan daher eingehalten werden kann, wird sich erst während der Spiele zeigen.

Saubere Wettbewerbe - oder doch nicht?
Offen ist auch, wer bei diesen Spielen von den Dopingfahndern überführt werden wird. Hier stehen die Alpinen längst nicht so im Mittelpunkt des Interesses wie die Ausdauerdisziplinen Langlauf oder - das aktuelle deutsche Streitthema - Eisschnellauf. Dennoch wird jeder positive Befund die Spekulationen anheizen. Doping-Experte Prof. Werner Franke äußerte sich vorab gewohnt eindeutig: "Ich gehe davon aus, dass in den Ausdauerwettbewerben die Mehrzahl der Spitzenathleten gedopt ist", sagte er dem sid. Demgegenüber stehen massive FIS-Kontrollen und mögliche Doping-Razzien im Olympischen Dorf. Auch auf solche Bilder müssen wir uns vorbereiten.

Ein Großereignis der Völkerverständigung!
Dabei sollen die Spiele an und für sich ein Miteinander der Athleten sein, ein friedlicher, sportlicher Wettkampf, von dem die gastgebende Region profitiert und zu dessen Anlass sie sich darstellt. Natürlich werden auch in Vancouver die Hotels voll sein. Die Kultur-Olympiade ist in vollem Gang. Und noch ein Wirtschaftszweig erwartet exorbitante Wachstumszahlen: Die Bordellbesitzer erwarten einen großen Run der Touristen, die Betreiber haben dafür ihr leicht bekleidetes Personal deutlich aufgestockt. Wenn auch diese Erwartung zutrifft, dann scheint es in Vancouver in jedem Fall eine Art von Völkerverständigung zu geben. Den Rest warten wir ab - in aller Vorfreude.