Zwölf Damen und zehn Herren bilden das französische Team für die Olympischen Spiele in Vancouver. Die Medaillenkandidaten lassen sich an einer Hand abzählen, dennoch hofft die französische Equipe auf erfolgreiche Winterspiele in den kanadischen Rocky Mountains.

Drei Medaillen bei Heim-WM 2009
Bei der Heim-WM in Val d’Isère im vergangenen Jahr gewannen die Franzosen drei Silbermedaillen. Julien Lizeroux zeichnete für zwei verantwortlich. Der Slalomartist stand in seiner Spezialdisziplin und in der Super-Kombination auf dem Podium. Mit Marie Marchand-Arvier durfte auch eine Französin über einmal Silber jubeln - im Super-G. Beide sind auch in Vancouver in der Lage um Gold, Silber und Bronze mitzufahren. Allerdings hat Frankreich ein Jahr nach dem eigenen Highlight weitere Medaillenkandidaten.

Aubert, Worley und Richard
Im Damenslalom hat Sandrine Aubert gute Chancen auf einen der ersten drei Plätze. In diesem Winter gewann die 27-Jährige zwei Rennen und gehört so in der Disziplinwertung zu den Top Drei. Ebenfalls mit einem Sieg dekoriert reist Tessa Worley nach Kanada. Im Riesenslalom ist die 20-Jährige immer für eine Überraschung gut. Bisher fehlte ihr aber noch die nötige Konstanz - kein Grund in Whistler nicht ganz oben auf dem Podium zu stehen. Im Herrenbereich sieht es nach Lizeroux schon etwas düsterer aus. Mit Jean-Baptiste Grange fehlt der zweite brillante Techniker aufgrund einer Verletzung. Allerdings sind die Franzosen vor allem im Riesenslalom immer für eine gute Platzierung zu haben. So strich sich Cyprien Richard kurz vor Weihnachten den Siegercheck beim Alpinen Rockfest im Trentino ein.

Im Speed-Bereich nichts in Sicht
Während Frankreich in den technischen Disziplinen durchaus passabel aufgestellt ist, sieht es für den Speed-Bereich nicht so rosig aus. Das Damenteam hat neben Marchand-Arvier noch Ingrid Jacquemod im Köcher. Bei den Herren sucht man einen Nachfolger von Antoine Deneriaz vergebens. Der hatte vor vier Jahren in Turin überraschend die Goldmedaille in der Abfahrt gewonnen und ein Jahr später seine Karriere beendet. Ob David Poisson ein ähnlicher Coup gelingen könnte, bleibt abzuwarten. Mit Pierre-Emmanuel Dalcin fehlt den Franzosen auch hier ein Top-Fahrer.

Frankreich wird es schwer haben, bei Olympia mehr Medaillen einzufahren als bei der Heim-WM 2009. Der Außenseiterstatus könnten aber einige Athleten für eine Überraschung sorgen. Nur Julien Lizeroux hat bereits bewiesen, dass er mit Druck umgehen kann.



Die französische Equipe für Olympia:

Damen:
Sandrine Aubert
Taina Barioz
Anne Sophie Barthet
Olivia Bertrand
Claire Dautherives
Ingrid Jacquemod
Marie Marchand Arvier
Anemone Marmottan
Nastasia Noens
Aurelie Revillet
Marion Rolland
Tessa Worley

Herren:
Johan Clarey
Gauthier de Tessieres
Guillermo Fayed
Julien Lizeroux
Thomas Mermillod Blondin
Steve Missilier
David Poisson
Cyprien Richard
Adrien Theaux
Maxime Tissot