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Die letzte deutsche Olympiamedaille liegt acht Jahre zurück. In der Kombination von Salt Lake City gewann Martina Ertl-Renz Bronze. In diesem Jahr dürfen die deutschen Skifans aber berechtigte Hoffnungen hegen, dass die DSV-Mannschaft nicht wieder leer ausgeht wie 2006 in Turin. Vor allem Maria Riesch ist gut für eine Medaille.

Fünf Chancen für eine Medaille
Dabei hat Maria Riesch in Vancouver, besser gesagt in Whistler, nicht nur eine Medaillenchance. In diesem Winter raste die 25-Jährige sowohl in Abfahrt und im Slalom zum Sieg. Dazu kommen Podestplätze in der Super-Kombination und im Riesenslalom. Nur im Super-G hat Riesch in diesem Winter immer die Top Drei verpasst. Dass sie dort auch schnell ist, hat sie bereits bewiesen, denn im Super-G gewann Riesch in der Saison 2007/2008 die kleine Kristallkugel für die Disziplinbeste. In Kanada wird die Slalom-Weltmeisterin auch in allen fünf Disziplinen starten, sodass bei ihr mehr als eine Medaille drin ist, auch wenn sie immer wieder betont, dass eine Medaille, egal welcher Farbe, das Ziel sei. Die erste Chance hat die Partenkirchenerin am 14. Februar in der Super-Kombination.

Im technischen Bereich stark besetzt
Im deutschen Damenaufgebot befinden sich noch eine weitere Weltmeisterin. Kathrin Hölzl ist Titelträgerin im Riesenslalom. Die Bischofswiesenerin steht hier auch kurz vor dem Gewinn der kleinen Kristallkugel und hat sich damit zu einer echten Medaillenkandidatin entwickelt. Mit Christina Geiger steht eine frisch gebackene Juniorenweltmeisterin im Team. Die 19-Jährige, die kurz vor Olympia ihren 20. Geburtstag feiert, siegte im Slalom überlegen bei den Nachwuchstitelkämpfen und kann in Whistler völlig ohne Druck drauflos fahren. Gleiches gilt für Viktoria Rebensburg, die man durchaus als Geheimfavoritin im Riesenslalom handeln darf. Vor allem im Slalom haben die Damen in dieser Saison gezeigt, dass Deutschland derzeit die stärkste Nation ist. Im Riesenslalom sind sie auf dem Weg dorthin. So stehen hier noch Fanny Chmelar, Katharina Dürr und Susanne Riesch zur Verfügung. Für den Speed-Bereich qualifizierte sich beim letzten Weltcup vor Olympia in St. Moritz noch Gina Stechert.

Olympiastart bereits ein Erfolg
Die Herren reisen als Duo nach Vancouver. Felix Neureuther und Stephan Keppler erfüllten die Nominierungskriterien. Durch seinen ersten Weltcupsieg in Kitzbühel ist bei Neureuther sicher eine tonnenschwere Last von seinen Schultern gefallen. Platz vier bei der Generalprobe in Kranjska Gora unterstrich, dass der Partenkirchener vorne mithalten kann. Wenn in Kanada alles passt, kann er den Sprung auf das Podium schaffen. Zuzutrauen ist es dem 25-Jährigen auf jeden Fall. Bei Stephan Keppler sieht die Situation anders aus. Für ihn ist bereits die Qualifikation für Vancouver ein Riesenerfolg. Er kann in den Speed-Rennen ohne Druck starten, denn von ihm erwartet sicher niemand eine Medaille. Schon ein Top-Ten-Ergebnis wäre eine Überraschung.

Das deutsche Team ist in Vancouver auf jeden Fall für mehr als eine Medaille gut. Sollte es bei Maria Riesch im ersten Anlauf klappen, könnten es sogar ihre Spiele werden. Dass die Herren etwas für den alpinen Medaillenspiegel tun werden, ist allerdings eher unwahrscheinlich.



Das deutsche Olympia-Aufgebot:

Damen:
Fanny Chmelar (Partenkirchen)
Katharina Dürr (Germering)
Christina Geiger (Oberstdorf)
Kathrin Hölzl (Bischofswiesen)
Viktoria Rebensburg (Kreuth)
Maria Riesch (Partenkirchen)
Susanne Riesch (Partenkirchen)
Gina Stechert (Oberstdorf)

Herren:
Stephan Keppler (München)
Felix Neureuther (Partenkirchen)