Nachdem der Österreichische Skiverband vor den letzten Weltcuprennen in Kranjsak Gora und St. Moritz noch 23 Athleten nominiert hatte, wurde anschließend noch Stefanie Köhle aus dem vorläufigen Kader gestrichen. Köhle hatte nur ein Top-15-Resultat im Riesenslalom erzielt. So hat der ÖSV nun die Maximalzahl von 22 Skirennläufern für Vancouver im Team.

Keine Dorfmeister in Sicht
In der Abfahrt haben nur zwei Österreicherinnen die Qualifikationsnorm erfüllt. So dürfen sich Elisabeth Görgl und Andrea Fischbacher sicher sein, dass sie im olympischen Abfahrtsrennen am Start stehen. Eine Topfahrerin wie vor vier Jahren noch Michaela Dorfmeister, die in Turin in den Speed-Disziplinen Doppelolympiasiegerin wurde, ist weit und breit nicht zu sehen. Schwer wiegt hier der verletzungsbedingte Ausfall von Maria Holaus. Im Super-G hat neben Görgl und Fischbacher zumindest noch Anna Fenninger die geforderten Resultate eingefahren. Mit Nicole Schmidhofer und Regina Mader haben hier auch noch zwei Athletinnen einen Platz unter den besten 15 eingefahren und somit die halbe Norm erfüllt. Beide reisen mit nach Vancouver.

Zettel mit guten Medaillenchancen
In den technischen Disziplinen sieht es da beim ÖSV schon besser aus. Im Slalom haben die Österreicher mit Kathrin Zettel und Marlies Schild zwei Siegfahrerinnen in ihren Reihen. Dazu kommt noch Michaela Kirchgasser, die schon zahlreiche Bestzeiten erzielt hat, aber meistens nur einen Durchgang ohne dicken Patzer auf die Piste bringt. Im Riesenslalom haben mit Zettel, Kirchgasser, Görgl und Eva-Maria Brem vier Skirennläuferinnen die Anforderungen erfüllt, sodass hier keine Fragezeichen mehr vorhanden sind. In Slalom und Riesenslalom sind die Medaillenchancen der ÖSV-Damen am größten. In der Super-Kombination stehen diese mit Zettel, Görgl, Kirchgasser und Fenninger auch nicht so schlecht.

Fünf Herren für den Slalom einer zu viel
Bei den Herren gestaltet sich das Bild etwas anders. 13 ÖSV-Athleten haben in mindestens einer Disziplin die Norm erfüllt. Im Slalom stellt sich den Trainern sogar ein Luxusproblem. Gleich fünf Techniker haben sich mit guten Ergebnissen im Weltcup für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifiziert. Reinfried Herbst, Weltmeister Manfred Pranger, Olympiasieger Benjamin Raich, Marcel Hirscher und Mario Matt. Matt erfüllte erst beim Weltcup in Kitzbühel den zweiten Top-15-Platz. Ansonsten erreichte er durch Ausfälle oder langsame Zeiten keinen Platz in den Punkten, sodass er nur als Ersatzmann im Slalom nach Kanada fahren darf oder eventuell in der Super-Kombination zum Einsatz kommen könnte. Im Riesenslalom sind Raich, Hirscher, Hannes Reichelt und Philipp Schörghofer gesetzt.

Wird Walchhofer rechtzeitig fit?
In den Speed-Disziplinen sieht es bei den Herren zwar nicht ganz so düster aus wie bei den Damen, aber rosig ist die Situation ebenfalls nicht. Im Super-G qualifizierten sich mit Benjamin Raich, Georg Streitberger, Hannes Reichelt und Michael Walchhofer genau vier für diese Disziplin. Nach seinem Bändereinriss von Kitzbühel steht bei Walchhofer allerdings ein großes Fragezeichen. Der Altenmarkter soll aber pünktlich bis zum 13. Februar fit werden, um dann die Olympiaabfahrt bestreiten zu können. Sollte er ausfallen wäre das für die Österreicher ein nicht auszugleichender Verlust, denn schon so wird es für Walchhofer schwer werden, um die Medaillen mitzukämpfen. Für die Abfahrt stehen dem ÖSV zudem Mario Scheiber, Klaus Kröll und Hans Grugger zur Verfügung - ein Siegfahrer ist wie bei den Damen aber auch hier nicht wirklich in Sicht. In der Super-Kombination scheint ein Platz derzeit nicht zu besetzen zu sein. Mit Raich, Hirscher und Romed Baumann schafften hier nur drei Athleten die geforderten Resultate. Das wäre die angesprochene Chance für Mario Matt, doch noch an Olympia teilzunehmen.

Mit diesem Kader wird es Österreich schwer haben, wie vor vier Jahren den alpinen Medaillenspiegel zu gewinnen. Mit Raich, Herbst, Zettel und Schild scheinen nur vier Skirennläufer des ÖSV wirklich die Klasse zu haben, in Whistler um die Medaillen zu fahren.

Die Kader im Überblick:

Damen:
Eva-Maria Brem
Anna Fenninger
Andrea Fischbacher
Elisabeth Görgl
Michaela Kirchgasser
Regina Mader
Marlies Schild
Nicole Schmidhofer
Kathrin Zettel

Herren:
Romed Baumann
Hans Grugger
Reinfried Herbst
Marcel Hirscher
Klaus Kröll
Mario Matt
Manfred Pranger
Benjamin Raich
Hannes Reichelt
Mario Scheiber
Philipp Schörghofer
Georg Streitberger
Michael Walchhofer