Früh übt sich, wer ein Champion werden will. Das gilt auch für Giuliano Razzoli, den seine Fans 'Razzo' rufen. Am 18. Dezember 1984 wurde er in Castelnovo ne´Monti geboren und stand bereits mit vier Jahren erstmals auf Skiern. Sein großes Vorbild in der Jugend stammte ebenfalls aus der Emilia-Romagna: Alberto Tomba. Mit diesem Idol vor Augen entwickelte sich Razzoli selbst zu einem exzellenten Techniker auf Skiern.

Lehrmeister Rocca
Doch Tomba war natürlich längst abgetreten, als 'Razzo' seine ersten Schritte im Skisport machte. Dafür gab es andere Lehrmeister. Giorgio Rocca etwa, dessen Technik und Stil Razzoli studierte und versuchte, für sich zu adaptieren. Später konnte er tagtäglich mit Rocca im italienischen Skiteam üben und sich so weiterentwickeln.

Meister 2006
Die Rennfahrerkarriere begann am 29.11.1999 in St. Vigil mit dem ersten FIS-Rennen. Vier Jahre später stieg er in den Europacup ein, im Februar 2006 landete er dort sein ersten TopTen-Ergebnis, natürlich im Slalom. Doch jetzt ging es schneller vorwärts: 'Razzo' siegte bei den italienischen Meisterschaften 2006 gegen die nationale Konkurrenz und startete 2006/2007 so stark in den Europacup, dass er wenig später auch im Weltcup ran durfte.



Weltcup-Debut in Alta Badia
Das erste Weltcup-Rennen fiel auf den 18. Dezember 2006 - und damit auf 'Razzos' 22. Geburtstag. Ein Geschenk konte er sich allerdings nicht machen, denn für den Sprung ins Finale reichte es nicht. Aber bereits wenige Wochen später in Kitzbühel sammelte Razzoli als 24. erstmals Weltcup-Punkte. Es folgten einige schwächere Auftritte - erst ein Jahr später in Wengen war der Italiener als 14. wieder dabei. In der Saison 2007/2008 folgten noch einige Platzierungen unter den besten 30. Insgesamt schloss er den Winter als 38. des Slalom-Weltcups ab.

Durchbruch in Zagreb
Es sollte besser kommen. 2008/2009 begann der Italiener mit zwei Ausfällen, um dann im Hexenkessel von Zagreb als Dritter völlig überraschend auf das Podium zu fahren. Es folgten wilde Ritte und Ausfälle, denn Razzoli zeigte immer 100 Prozent Angriffswillen. Wenn es dann klappte, dann war er Weltklasse. In Kranjska Gora raste er so als Zweiter knapp am Sieg vorbei. Die Saison hatte damit Highlights und Rückschläge. Beim Saisonfinale in Are und bei der WM in Val d`Isere, dem ersten Großereignis für Razzoli, setzte es Pleiten - am Ende stand immerhin Rang 13 im Slalomklassement. Tendenz: steigend!

Und wieder Zagreb - erster Sieg
Die folgende olympische Saison löieß sich ähnlich an, wie die letzte. In Levi wurde Razzoli Opfer seines Fahrstils, aber in Alta Badia punktete er als Sechster und ließ es dann in Zagreb richtig krachen. Mit seinem ersten Sieg in diesem prestigeträchtigen Nachtslalom stieß er endgültig in die absolute Weltspitze vor. Daher durfte man sich nicht wundern, dass 'Razzo' sich am Whistler Mountain im olympischen Slalom durchsetzte und die einzige italienische Medaille holte - Gold.

Ein ruhiger Typ
'Razzo' hat zwei ältere Schwestern, ist verheiratet mit seiner Frau Gaetano und hat mit ihr einen Sohn mit Namen Damiano. Er sieht sich selbst als ruhigen und zurückhaltenden Menschen, der aber einen starken Willen hat. Das dürfte ihm auf seinem weiteren sportlichen Weg helfen!

Steckbrief:
Geboren: 18.12.1984
Geburtsort: Castelnovo ne’ Monti
Nation: Italien
Heimatverein: C.S. Esercito