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Einen steilen Aufstieg hat die italienische Skirennläuferin Federica Brignone hinter sich. Bereits in ihrem fünften Weltcuprennen carvte die junge Technikerin auf das Podium. Nicht verwunderlich, wenn man auf ihre Familie schaut.

Talent in die Wiege gelegt
Geboren wurde Federica Brignone am 14. Juli 1990 in Mailand. Ihr Skitalent wurde ihr bereits in die Wiege gelegt, denn ihre Mutter Maria Rosa Quario war selber Skirennläuferin. Wie ihre Mutter, die zu den besten Slalomläuferinnen im ersten Teil der 1980er gehörte, ist Federica technisch klasse. 2005 nahm Brignone als 15-Jährige an ihren ersten FIS-Rennen teil, allerdings erst einmal nur in Italien. Bis auf einen Abstecher nach Frankreich blieb es auch bis 2007 dabei.

66. im ersten Europacuprennen
Ihren ersten Europacupeinsatz absolvierte Federica Brignone Anfang Februar 2006 in Caspoggia. Dort wurde sie 66. im Super-G. Trotz ihres vorhandenen Talents brauchte die Italienerin zahlreiche Rennen bis sie es erstmals in die Top 30 des Europacups schaffte. Ende der Saison 2006/2007 fuhr sie zum ersten Mal zu einer Junioren-Weltmeisterschaft. Im österreichischen Flachau und Altenmarkt erreichte die 16-Jährige die Plätze 24 im Riesenslalom und 19 im Super-G.

Mäßiger Start im Weltcup
Im darauffolgenden Winter stieg Federica Brignone dann in den Weltcup auf. Beim Riesenslalom in Lienz startete die Mailänderin erstmals auf der großen Skibühne. Als 48. des ersten Durchgangs verpasste sie aber das Finale. Im selben Winter durfte sie dann nur ein weiteres Mal im Weltcup starten, aber ohne Erfolg. In Ofterschwang schied sie im ersten Durchgang aus. Erst ein Jahr später stand sie erneut im Starthaus eines Weltcuprennens. In Garmisch-Partenkirchen machte sie es dieses Mal besser und fuhr als 34. des Super-Gs zumindest ins Ziel. Dennoch blieb es im Winter 2008/2009 ihr einziger Weltcup-Einsatz.

Durchbruch und Juniorenweltmeisterin 2009
Das Jahr 2009 brachte dann die Wende. Federica Brignone konnte endlich ihr Talent ausschöpfen und schaffte den Durchbruch. Im Europacup gelang ihr erstmals der Sprung auf das Podium. Im slowakischen Jasna freute sie sich über den zweiten Platz im Riesenslalom. Bei der Junioren-WM in Garmisch-Partenkirchen ging Federica Brignone dann in allen fünf Disziplinen an den Start. Im Slalom wurde sie 16., im Riesenslalom Siebte, im Super-G Fünfte, in der Abfahrt Zehnte und in der Super-Kombination holte sie die Goldmedaille. Mit gesteigertem Selbstbewusstsein und dem Wissen, dass sie es kann, begann dann die Vorbereitung auf den olympischen Winter 2009/2010. In Sölden blieb sie in der Erfolgsspur und carvte als 21. zu ihren ersten Weltcuppunkten.

Erstes Weltcuppodium in Nordamerika
Anschließend ging es das erste Mal für Federica Brignone zu den Überseerennen in Nordamerika. Dort untermauerte sie ihr Können und zeigte, dass sie auch mit den Besten der Welt mithalten kann. In Aspen (USA) steuerte sie ihre Ski das erste Mal auf das Weltcuppodium - in ihrem fünften Rennen! Im Riesenslalom wurde sie Dritte. Damit schaffte sie auch die erforderliche Norm, um bei den Olympischen Spielen in Vancouver teilnehmen zu können. Dass dieser Erfolg kein Zufall sondern Ergebnis von harter Arbeit und Training war, bewies die Italienerin in den beiden anschließenden Riesenslaloms in Are (SWE) und Lienz (AUT), bei denen sie jeweils Vierte wurde.

WM-Silber 2011
Im WM Winter 2010/2011 ging es für Brignone ein großes Stück nach vorne. Mit guten Leistungen verbesserte sie sich im Riesenslalom und wurde schließlich in Zwiesel am Arber Zweite. Wenige Tage später gelang ihr das noch einmal - bei der WM in Garmisch-Partenkichen.

Steckbrief:
Geboren: 14.07.1990
Nation: Italien
Heimatverein: S.C. Courmayeur
Größe: 168 cm
Gewicht: 57 kg
Hobbies: Klettern, Skaten, Golf