Emilie Serain hat sich zu einer der besten Ski Crosserinnen der Welt entwickelt und stand schon einige Male im Weltcup auf dem Podium. Im Interview definiert sie ihr Saisonziel und erklärt, was sie mit Didier Cuche gemeinsam hat.

Ski2b: Emilie, du konntest im letzten Jahr erfolgreich im Weltcup fahren und hattest zum Ende der Saison einige Podestplätze. Spürst du einen erhöhten Druck, diese Leistungen nun bestätigen zu müssen?
Emilie Serain: Das letzte Jahr ist für mich vorbei und abgehakt. Natürlich war gerade das Ende der Saison sehr erfolgreich. Ich muss im Moment nur noch an diese Saison denken. Druck fühle ich derzeit keinen und ich werde die Rennen eines nach dem anderen angehen.

Ski2b: Wie ist deine Sommervorbereitung gelaufen? Sind die Schneetage zum Beispiel ausreichend gewesen?
Emilie: Die Vorbereitung ist für mich gut gelaufen. Ich habe im August aufgehört in meinem Beruf zu arbeiten und dann haben wir in Saas Fee trainiert. Bis Ende November haben wir uns dort intensiv auf Schnee vorbereitet. Für den konditionellen Bereich habe ich mit Florian Lorimier gearbeitet, der auch Didier Cuche und Mellie Francon fit macht und zusammen haben wir eine gute Vorbereitung gehabt.

Ski2b: Was denkst du, musst du noch verbessern, um auch einmal ganz oben zu stehen im Weltcup oder sogar bei Olympia?
Emilie: Man kann sich immer verbessern. Ich muss nur fest an mich glauben und immer Vollgas geben. Anders geht es beim Ski Cross auch gar nicht!


Ski2b: Vorher steht aber bei allen Aktiven noch die Qualifikation für Olympia an, am besten schon in Italien beim Auftakt am 21. Dezember. Wie bist du in Form und was hast du dir dort vorgenommen?
Emilie: Ich fühle mich sehr gut im Moment und in Italien wäre es optimal für mich, wenn ich ein Top 8 Ergebnis mache. So könnte ich schon ein Teil der Olympia-Norm des Schweizer Skiverbandes erfüllen. Das würde mir Ruhe geben für die nächsten Rennen.

Ski2b: Das Highlight Olympia lässt vieles in den Hintergrund rücken, dennoch darf man nicht den Weltcup außer Acht lassen. Was hast du dir da als Ziel gesetzt?
Emilie: Im Weltcup habe ich mir zum Ziel gesetzt, immer zu versuchen, auf das Podest zu fahren, wie ich es ja auch schon einige Male geschafft habe. Im Gesamt-Weltcup möchte ich gerne unter den Top 8 landen am Ende.

Ski2b: In Vancouver werden viele Augen auf euch Ski Crosser gerichtet sein, da ihr neu in der olympischen Familie seid. Wie glaubst du, wird Ski Cross in der breiten Öffentlichkeit ankommen? Wird es ein positives Feedback geben?
Emilie: Ski Cross ist ein attraktiver Sport mit viel Action und Spannung. I hoffe und glaube, dass die Leute es toll finden und gerne zuschauen. In Turin gab es das erste Mal Snowboardcross und die Zuschauer waren begeistert. Ich hoffe, dass es dasselbe für uns sein wird.

Ski2b: Ein ‚schneller‘ Ski ist beim Ski Cross natürlich auch enorm wichtig. Wie ist bei dir die Materialfrage gelöst? Bist du mit deinen Ski zufrieden?
Emilie: Ich fahre jetzt auf Stöckli und bin sehr zufrieden mit dem Ski. Mit dem Schweizer Team haben wir keinen Servicemann, aber ein Servicemann von Stöckli wird bei allen Rennen dabei sein, also sollte das Material bei mir passen.

Ski2b: Ophelie David ist die große Favoritin auch in diesem Jahr. Wie glaubst du, ist sie zu bezwingen? Was ist ihre große Stärke?
Emilie: Ophelie ist klar die große Favoritin. An ihr führt kein Weg dran vorbei. Sie fährt, kämpft und startet gut. Sie wird sicher in diesem Jahr großen Druck von den Medien bekommen, aber ich glaube sie kann damit gut umgehen. Aber im Ski Cross ist alles möglich und es gibt noch viele weitere gute Skifahrerinnen. Wir werden sehen!

Ski2b: Emilie, vielen Dank für das Interview und alles Gute in diesem Winter.