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Vreni Schneider - eine Skifahrerin der Superlative. Einige Weltrekorde hält die Schweizerin noch immer. Mit 55 Weltcup-Siegen war nur Annemarie Moser-Pröll in der Geschichte des Damen-Skisports erfolgreicher. Drei große und elf kleine Kristallkugeln, drei WM-und Olympiatitel runden die fast einmalige Erfolsggeschichte ab. Am 26. November wird Schneider 45 Jahre alt - ski2b.com gratuliert mit der Erinnerung an ihre ersten olympischen Triumphe 1988.

Krönung in Calgary
Am 26. Februar 1988 ist Vreni Schneider längst eine der Großen. 13 ihrer 55 Weltcup-Siege hat sie zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Konto, ein Jahr zuvor holte sie zudem WM-Gold in Crans-Montana. Aber in Calgary 1988 krönte sie sich selbst. Zweimal Gold binnen dreier Tage, natürlich in ihren Disziplinen Slalom und Riesenslalom, machen sie zum Star der Spiele. Wir blicken zurück.



Knappe Führung im ersten Lauf
Die Sonne schien, leichte Plusgrade erwärmten die Zuschauer des olympischen Slaloms von Calgary am 26. Februar. Mit Startnummer 14 griff Vreni Schneider ins Rennen ein. 48,81 Sekunden standen nach ihrem Lauf auf der Anzeigetafel - nur eine Hundertstel schneller als die Schwedin Camilla Nilsson. Der Rest des Feldes konnte da nicht mithalten. Die Jugoslawin Mateja Svet lag immerhin nur rund vier Zehntel zurück vor dem entscheidenden zweiten Lauf. Die deutsche Hoffnung Christa Kinshofer-Güthlein hatte eine gute Sekunde kassiert, lag aber noch im Medaillenrennen. Für einige andere Favoritinnen war dieses schon vorbei: Tamara McKinney aus den USA oder auch die Österreicherin Anita Wachter hatten gepatzt.

"Einfach makellos"
Dann das Finale: Zunächst bestach Kinshofer-Güthlein trotz Muskelzerrung. Ihr Lohn: die Bronzemedaille. Camilla Nilsson vergab ihre Chance und schied aus. Dann zeigte sich die Klasse der Vreni Schneider. Sie griff voll an, legte mit 47,88 Sekunden eine überragende Laufbestzeit hin und war damit rund 1,5 Sekunden schneller als Silbermedaillengewinnerin Svet. "Ihre Darstellung war einfach makellos. Da gab es kein Überlegen, keine Rechnen - einfach eine Demonstration", schrieb die Arbeiterzeitung am folgenden Tag.

Abgang mit Sieg in Bormio
Es sollten noch viele Erfolge folgen für Vreni Schneider. 1988/1989 holte sie 14 Weltcup-Siege in einer Saison - da kann nicht einmal Ingemar Stenmark mithalten. 1995 gewann sie zum dritten Mal den Gesamtweltcup, zugleich erhielt sie ihre sechste Slalomtrophäe, sowie die fünfte im Riesenslalom. Ihr letzter Weltcupeinsatz war ein Slalom-Sieg in Bormio. Kein Wunder, dass die Eidgenossen sie zur Jahrhundersportlerin wählten. Übrigens: Heute leitet Vreni eine Skischule in Elm. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!