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Im Schatten des Sieges ihrer großen Schwester Maria erfüllte auch Susanne Riesch die Olympia-Norm. Dank des vierten Platz' im finnischen Levi konnte sich die Partenkirchenerin über einen gelungen Saisonstart freuen. ski2b.com sprach mit der 21-Jährigen über das Rennen und die starke Konkurrenz im DSV-Team.

ski2b.com Hallo Susanne, was für ein großartiger Auftakt für dich in Levi. Wie hast du die beiden Läufe erlebt?
Susanne Riesch: Im ersten Lauf habe ich eine solide Leistung gezeigt. Da ich letztes Jahr im oberen Flachstück ausgeschieden bin, wollte ich nicht zu viel riskieren. Im zweiten Durchgang habe ich voll angeriffen und konnte somit meine guten Trainingsleistungen bestätigen.

ski2b: Das Profil in Levi ist ja eher flach - kommt dir das entgegen oder magst du es steiler?
Susanne: Profil flach? Der Steilhang hat so seine Tücken und die Kurssetzung und Schneeverhältnisse sind mir sehr entgegen gekommen.

ski2b: Du bist in der letzten Saison erst im Januar so richtig in Tritt gekommen. Warum hat es jetzt schon so gut geklappt?
Susanne: Dadurch, dass ich letztes Jahr anfangs so viel ausgeschieden bin, hatte ich ein mentales Problem. Der Kopf spielt im Leistungssport eine sehr große Rolle. In der Vorbereitung dieser Saison konnte ich durch konstant gute Leistung aufzeigen und holte mir dadurch die Sicherheit für die Rennen.

ski2b: Wie wichtig ist dieser vierte Platz am Anfang der Saison?
Susanne: Der vierte Platz ist mir natürlich sehr wichtig. Ich bin dadurch nur noch knappe zehn Punkte von der ersten Startgruppe entfernt. Mit einer früheren Startnummer ist es leichter auf's 'Stockerl' zu fahren.

ski2b: Die Olympia-Norm hast du bereits in der Tasche, aber den Startplatz im Slalom von Whistler am 26. Februar muss man sich im deutschen Team erst hart erkämpfen. Wie ist die Stimmung bei euch im Team - was habt ihr nach dem Rennen in Levi gemacht?
Susanne: Das stimmt, die Olympia-Norm ist nicht gleich ein Startplatz in Whistler. Die Konkurrenz im eigenen Team ist sehr groß, das ist aber kein Nachteil, sondern es ist eine zusätzlich Motivation. Durch weitere konstante Ergebnisse erledigt sich das Problem von selbst. In Levi war ich mit dem gesamten Team noch ein bisschen feiern, aber nicht zu lang, weil wir am Montagabend schon wieder auf die Reiteralm zum Training angereist sind.



ski2b: Nach dem vierten Platz führt dich deine nächste Leistungssteigerung unweigerlich auf das 'Stockerl'. Was fehlt dir noch, um eine Siegfahrerin zu werden?
Susanne: Vom Skifahren her habe ich es sicherlich drauf, das haben auch die Trainingsergebnisse gezeigt. Ich denke mir fehlt einfach noch die letzte Risikobereitschaft, um auch im Rennen am Limit zu fahren. Das wird sich aber sicherlich von Rennen zu Rennen noch legen.

ski2b: Jetzt geht es nach Amerika, wo in den Rockies auch andere Schneebedingungen herrschen. Nutzt ihr die Zeit für Materialtests vor den Winterspielen in Whistler?
Susanne: Nein, die Tests sind eigentlich alle abgeschlossen und ob die Schneebediengungen im Februar in Whistler ähnlich wie in Aspen sind ist fraglich.

ski2b: Ihr seid im Winter viel unterwegs, immer weit weg von zu Hause. Was machst du abends im Hotel, um abseits des Renn- und Trainingsalltags zu dir selbst zu finden?
Susanne: Ich lese sehr gerne Bücher, surfe im Internet und schaue fern.

ski2b: Du hast Anfang Dezember Geburtstag, deine Schwester Maria bereits Ende November. Werdet ihr auch etwas zum Feiern kommen?
Susanne: An Marias Geburtstag werden wir sicherlich ein Gläschen trinken. An meinem Geburtstag sind wird schon wieder zuhause. Ich hoffe, dass ich ein bisschen mit meinen Freunden in Garmisch feiern kann.

ski2b:Susanne, vielen Dank für deine Zeit und viel Glück in Aspen!