1. Aktuelle Informationen und Unfallzahlen
- Der langfristige Rückgang der Verletzungsquote hält weiter an.1
- Die aktuellste Auswertung der ASU zeigt, dass die Anzahl der Verletzen je 1.000 Skifahrer seit Beginn der Auswertung um rund 50 Prozentpunkte zurückgegangen ist.1
- Etwa 50.000 bis 52.000 deutsche Wintersportler verletzten sich letzte Saison und mussten ärztlich behandelt werden. 7.200 von ihnen mussten aufgrund der Schwere der Verletzung(en) stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.1
- Die Skisaison 2007/2008 war im Vergleich zur Vorsaison durch wesentlich bessere Schneeverhältnisse gekennzeichnet. Dadurch stiegen die gefahrenen Pistenkilometer an. Die sehr niedrigen Verletzungszahlen der Saison 2006/2007 aufgrund außergewöhnlich schlechter Schneeverhältnisse sind daher laut ASU (Auswertungsstelle für Skiunfälle) als nicht repräsentativ einzustufen.1
- Zehn Prozent der Unfälle betreffen den Kopf: Gehirnerschütterungen, Platzwunden und Gesichtsverletzungen.1
- Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ermittelte in der Schweiz einen Anstieg der Helmtragequote von 58 Prozent in der Wintersportsaison 2007/2008 auf 65 Prozent in der Saison 2008/2009.3
- Bei Skifahrern ist die Gefahr von Knieverletzungen am größten, der Trend ging jedoch in der letzten Saison leicht zurück: Etwa jede dritte Verletzung betrifft das Knie. Bei weiblichen Skifahrern machen sie sogar nahezu die Hälfte der Verletzungen aus.1

2. Unfallursachen
- Die Anzahl von Kollisionsunfällen ist laut ASU-Statistik seit Jahren relativ konstant. Aktuell 1 bis 1,3 Kollisionen je 1.000 Skifahrer.1
- Als Gründe für Kollisionsunfälle geben Verletzte ungenügenden Abstand (21 Prozent), zu hohe Geschwindigkeit (19 Prozent), Nichtbeherrschen des Geräts (17 Prozent) und Nichtbefolgen von Pistenregeln (11 Prozent) an.5
- Als Unfallursache von Kopfverletzungen geben 65 Prozent der verletzten Skifahrer eigenverantwortliche Ursachen an: 40 Prozent einen eigenen Fahrfehler, 20 Prozent eigene Unachtsamkeit und 5 Prozent eine zu hohe Geschwindigkeit.1
- Unfallarten, die am häufigsten Kopfverletzungen zur Folge hatten, waren Stürze ohne Fremdeinwirkung (40 Prozent), Kollisionen (30 Prozent) und Stürze aufgrund von Behinderungen durch andere Personen (14 Prozent).1

3. Verletzungen nach Lokalisation
- Kopfverletzungen sind seit Anfang der 1990er Jahre etwa auf gleichbleibendem Niveau.1
- Knieverletzungen: Der Trend ist insgesamt leicht rückläufig. Knieverletzungen sind Verletzungsursache Nummer eins. Die Mehrzahl der Knieverletzungen kam durch Stürze während der Fahrt ohne Beteiligung anderer Skifahrer zustande.1
- Beim Snowboarden betreffen über 50 Prozent der Verletzungen die oberen Extremitäten2, speziell das Handgelenk. Anfängerinnen und Anfänger sind besonders gefährdet.

Verletzungslokalisation beim Skifahren und Snowboarden nach Häufigkeit
Wintersaisons 2002-2009 pro 100 Verletzte
Verletzungslokalisation, Skifahren, Snowboarden
Kopf/Hals, 14, 16
Rumpf/Wirbelsäule, 10, 16
Schulter/Oberarm, 17, 22
Ellbogen/Vorderarm, 3, 13
Handgelenk/Hand, 3, 12
Hüfte/Oberschenkel, 6, 4
Knie, 34, 10
Unterschenkel/Sprunggelenk/Fuß, 17, 12
Total (Mehrfachverletzungen berücksichtigt), 104, 105



4. Verletzungen nach Geschlecht im alpinen Skisport
- Männliche Skifahrer sind nach wie vor mit etwa 60 Prozent überproportional oft an Kollisionsunfällen beteiligt.1
- Männer verletzen sich beim Skifahren und Snowboarden häufiger als Frauen.2
- Der größte geschlechterspezifische Unterschied liegt im Bereich der Knieverletzungen.1

Für die Saison 2007/08 gibt es folgende Statistik:
Knie: 47,1 Prozent Frauen, 23,5 Prozent Männer
Schulter: 17,0 Prozent Frauen, 27,8 Prozent Männer
Rumpf: 13,9 Prozent Frauen, 21,4 Prozent Männer
Unterschenkel: 6,5 Prozent Frauen, 8,9 Prozent Männer
Kopf: 10,0 Prozent Frauen, 11,7 Prozent Männer
Unterarm/Hand: 5,6 Prozent Frauen, 6,8 Prozent Männer

5. Tragequoten von Schutzausrüstung
Von 2003 bis 2009 haben sich die Tragequoten für Schneesporthelme vervierfacht. Gemäß der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) können dank der aktuellen Tragquoten von 63 Prozent bei den Skifahrern und 71 Prozent bei den Snowboardern viele Kopfverletzungen vermieden werden.3

Die aktuellen Helmtragequoten 2008/20093:
- Insgesamt: 65 Prozent
- Snowboarder: 71 Prozent
- Skifahrer: 63 Prozent
- Kinder (0-17 Jahre): 90 Prozent
- Frauen gesamt: 68 Prozent
- Männer gesamt: 63 Prozent

Schutzbekleidung (ohne Helm) im Schneesport 2008/20093:
- Rückenschutz Snowboarder: 36 Prozent
- Rückenschutz Skifahrer: 13 Prozent
- Schutzbrille Snowboarder: 98 Prozent
- Schutzbrille Skifahrer: 97 Prozent
- Test und Bindungseinstellung durch eine Fachperson Skifahrer: 47 Prozent

6. Zahlen aus Österreich
- In Österreich verletzten sich 2008 laut Freizeitunfallstatistik des KfV 46.400 Skifahrer und 11.800 Snowboarder so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.2
- 4.000 Skifahrer und 1.000 Snowboarder verletzten sich 2008 in Österreich am Kopf.2

7. Zahlen aus der Schweiz
- Zwischen 2003 und 2009 verletzten sich durchschnittlich rund 94.800 Schweizer jährlich beim Wintersport. Davon 44.600 Personen beim Skifahren und 25.300 Personen beim Snowboarden.3
- Im Jahr 2007 verunfallten gemäß UVG-Statistik 21.104 Skifahrer/-innen und 7.321 Snowboarder/-innen.4

8. Quellen und Links
Quelle 1 "ASU-Unfallanalyse 2009"
http://www.ski-online.de/2145-e_30695,r_23.htm

Quelle 2 "KfV - Kuratorium für Verkehrssicherheit"
http://www.kfv.at/kuratorium-fuer-verkehrssicherheit/publikationen/freizeitunfallstatistik/2008/

Quelle 3 "bfu - Status 2009"
http://www.bfu.ch/German/Statistikverwaltung%20PDFs/Status_2009_de.pdf

Quelle 4 "Unfallstatistik Schweiz"
http://www.unfallstatistik.ch/d/publik/unfstat/pdf/Ts09.pdf

Quelle 5 "bfu - Personenkollisionen beim Schneesport"
http://www.bfu.ch/PDFLib/435_68.pdf