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Unter Tränen hat sich einer der Größten aus dem Skisport verabschiedet: Hermann Maier sagte zum Abschied leise 'Pfiat euch' und beendete damit etwas überraschend und spontan seine einmalige Karriere. Damit wird in Österreich ein neues Zeitalter eingeläutet.

Goldene Jahre für den ÖSV
Große Zeiten bringen große Namen hervor: Österreich hat in den letzten zwei Jahrzehnten sehr viele Erfolge gefeiert. Die 'Golden Girls' um Alexandra Meissnitzer, Michaela Dorfmeister und Renate Götschl fuhren die Erfolge bei den Damen ein, Hermann Maier war der strahlende Star bei den Herren. Beeindruckend, wie er 1998 in Nagano von seinem Sturz aufstand. Imponierend, wie er von seinem Motorradunfall zurückkehrte. Großartig liest sich natürlich auch seine Erfolgsbilanz: 54 Siege, alleine im Weltcup - das ist Platz zwei hinter Ingemar Stenmark in der ewigen Bestenliste. Seine 2000 Weltcup-Punkte in nur einer Saison bleiben einsame Spitze. Olympiasieger und Weltmeister wurde er gleich mehrfach. Bravo, Hermann!

Erfolg ohne Maier?
Ganz Österreich hat den Rücktritt von Maier bewertet und kommentiert. Aktuelle Stars wie Benni Raich und Rainer Schönfelder konnten es kaum glauben. Ein Weltcup ohne Hermann sei fast nicht vorstellbar, ließ Raich verlauten. Schönfelder befand: "Jetzt fehlt eine Integrität und eine wichtige Identifikationsfigur. Hermann ist der Größte." Klar ist: Der Ausnahmeathlet hinterlässt eine große Lücke. Von seinem breiten Rücken wurde auch viel Druck abgehalten der nun auf die Teamkollegen zurückfällt. Aber Maiers Erfolge haben auch von Schwächen im Kader der Österreicher abgelenkt. Und: Zuletzt war Maier eben nurmehr achtbester ÖSV-Athlet in der Gesamtwertung.



Wer löst Maier ab?
"Der König ist tot - es lebe der König" - mit dieser Aussage spielte Ex-Champ Stephan Eberharter darauf an, dass auch im österreichischen Skisport das Leben weitergehen wird. Benjamin Raich ist schon seit Jahren der beste Allrounder im Team und damit auch in Zukunft der logische Leader. Doch dahinter muss sich die nächste Generation erst beweisen, hier können die ÖSV-Damen weit mehr aus dem Vollen schöpfen. Maier selbst wünschte sich bei seinem Abschied, dass einer der Teamkollegen ihn dereinst ablösen möge in den skialpinen Rekordlisten. Das ist vielleicht eine zu hohe Hypothek. Denn bei aller Bescheidenheit: Einen Skifahrer wie Maier gibt es eben nicht in jeder Generation. Aber klar ist auch: Die Ära des 'Herminator' ist schleichend ausgelaufen, sein endgültiger Rücktritt die wohl logische Folge.

Mach's gut, Hermann - wir sind gespannt auf dein Leben nach dem Skisport.