Anfang Mai 2008 wurden die letzten 1000 Tage bis zur Ski-WM 2011 prominent und feierlich eingeläutet: Damals enthüllten Rosi Mittermaier, Maria Riesch, Christian Neureuther, Felix Neureuther, Thomas Schmid (1. Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen) und Peter Fischer (Geschäftsführer OK GAP 2011) die WM-Countdownuhr im Ortszentrum des oberbayerischen WM-Ortes. Seitdem zählt die Uhr, Tag für Tag, die verbleibende Zeit nach unten. Bei den Ungeduldigen steigt die Freude, für die Organisatoren erhöht sich die Spannung. 500 Tage vor der Ski-WM zieht das Organisationskomitee eine Zwischenbilanz.

Die Zwischenbilanz
Die Entwicklungen des Gesamtprojektes „FIS Alpine Ski-WM 2011“ sind gut vorangekommen, die Planungen der vergangenen Monate gehen nun in einen konkreten Umsetzungsprozess über. Die Konzepte der Einzelressorts nehmen sichtbar Gestalt an und werden jetzt nach gründlicher Prüfung Stück für Stück realisiert. Um bis zur Eröffnungsfeier am 07.Februar 2011 alles parat zu haben, muss noch einiges angepackt werden. Insgesamt sehen die Geschäftsführer des Organisationskomitees der Ski-WM 2011 (OK GAP 2011) das Projekt im zeitlichen Plan. Bei Walter Vogel steigt die Spannung, weil „die Themen immer komplexer werden und sich auch das Organisationsteam sukzessive vergrößert.“ Seit zwei Jahren sitzen die Verantwortlichen über den Planungen. Doch jetzt, da es in das letzte Drittel geht, kommt der Zeitpunkt für konkrete Entscheidungen. „Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um zwei Stufen nach vorne zu kommen. Die Phase, in der immer mehr Entscheidungen getroffen werden müssen, hat nun begonnen“, so Vogel.
Peter Fischer sieht dabei eine enge Verzahnung des laufenden Weltcups mit den Planungen für die Weltmeisterschaften: „Beide Veranstaltungen greifen ineinander. Die ausgearbeiteten Konzepte werden mit Inhalten und Leben gefüllt.“

Die Analyse der einzelnen Bereiche zeigt, wie weit die Organisation schon fortgeschritten ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Sportanlagen und Rennstrecken
Im Sommer und Herbst 2008 standen die Um- und Ausbaumaßnahmen der Rennstrecken im Mittelpunkt. Vieles wurde frühzeitig in die Wege geleitet und bereits umgesetzt.
Der „Gudiberg“, an dem die Slalombewerbe der Damen und Herren stattfinden, wurde modifiziert und erhielt eine neue Zieleinfahrt. Die Strecke führt jetzt ins ehrwürdige Olympia Skistadion. Wie gut die neue Zielarena zum Gudiberg passt, zeigten die Slalom-Rennen von 2008 und 2009. Die spektakulären Auftritte der Slalomartisten können vom Start weg live bestaunt werden, das kurze Flachstück vor dem Ziel erhöht noch einmal die Spannung und das historische Olympia Skistadion erzeugt eine atemberaubende Gänsehaut-Atmosphäre.
Weitere Baumaßnahmen werden im kommenden Jahr die Beschneiung, den Personentransport und die Gesamt-Infrastruktur verbessern.

Skitunnel wird bald fertig sein
Die neue „Kandahar“, auf der die meisten Medaillenentscheidungen ausgetragen werden, erlebte ihre mit Spannung erwartete Feuertaufe Ende Januar 2009 beim Weltcup „Big Event“. Die beiden Strecken mit jeweils komplett neuen Passagen meisterten die Vorschuss-Lorbeeren mit Bravour und übertrafen zum Teil die Erwartungen der Läufer und Organisatoren. Technisch schwierig zu fahren, spektakulär für die Zuschauer und trotzdem sicher für die Athleten. Im Herbst 2009 wird der Skitunnel unter dem Tröglhang fertig gestellt sein. Ein wichtiger Schritt für die Infrastruktur und Sicherheit im Classic-Skigebiet am Hausberg. Jetzt kann der steile und attraktive Hang für Training und Rennen auch bei laufendem Skibetrieb voll genutzt werden. Mit dem Neubau einer modernen Kreuzjochbahn, die künftig „Kandahar-Express“ heißen wird und einem attraktivem Starthaus wird der obere Teil der Kandahar auf weltmeisterliches Niveau gehoben. Auf den Strecken sind die anspruchsvollen Hausaufgaben erfüllt. Die Pisten sind bereit.


Hotels
Die Unterkünfte für Athleten, Trainer und Betreuer der teilnehmenden Nationen stehen bereits seit Herbst 2007 fest. Das OK konnte die benötigten 1.100 Betten frühzeitig und vertraglich mit den „Team Hotels“ fixieren. In enger Zusammenarbeit mit „GaPa Tourismus“, ließ sich im Herbst 2008 auch die Akquise der Zimmer und Appartements für die Mitarbeiter und Gäste der Sponsoren und Medien erfolgreich realisieren. Die Buchungen der über 4.500 Betten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewährleisten die Tourismus-Profis des WM-Ortes mit Unterstützung des Organisationskomitees. Hier sind die Weichen gestellt, die Betten für die zahlreichen Athleten, Betreuer, Medienvertreter und Sponsoren gemacht.

Verkehr und Umwelt
Die Ski Weltmeisterschaften 2011 sollen möglichst autofrei und umweltschonend verlaufen. Die Arbeit des zuständigen Ressorts für Umwelt und Verkehr unter der Leitung des renommierten Umwelt- und Klimaforschers Prof. Dr. Seiler trägt erste Früchte und wurde in Erfolg versprechende Konzepte gegossen. Diese Basisarbeit ist Grundlage für die Bewältigung des von außerhalb kommenden Besucherstroms durch öffentliche Verkehrsträger. Das innerörtliche Transportsystem ist unmittelbar daran gekoppelt. Der problematische Durchgangsverkehr soll möglichst großräumig umgeleitet und der WM-Verkehr auf öffentliche Verkehrsmittel verlagert werden. Durch zahlreiche neue Energieprojekte des Marktes Garmisch-Partenkirchen, unter anderem Solar- und Wasserkraftwerke und dem „Solarfonds Garmisch-Partenkirchen 2011“, kann die Alpine Ski-WM auf CO2-freie Energie zurückgreifen. Darüber hinaus tragen eine durchdachte Versorgung, effiziente Energierückgewinnung und weitere Kompensationsmaßnahmen dazu bei, eine klima-neutrale Großveranstaltung zu realisieren.

Stars
Maria Riesch und Kathrin Hölzl als Titelverteidigerinnen im Slalom und Riesenslalom, ein starkes Damen-Team und Felix Neureuther sind potentielle Medaillenkandidaten und Sympathieträger zugleich. Als nationale Helden werden sie für Spannung sorgen und viele Zuschauer nach Garmisch-Partenkirchen locken. Aber auch die internationalen Skistars aus Österreich, Italien, Frankreich, Kanada, USA und der Schweiz garantieren hochklassige Wettbewerbe.

Fans
Der „Big Event“ 2009 hat gezeigt, dass der Zuspruch am Weltcup in Garmisch-Partenkirchen kontinuierlich steigt. Die begeisterten Zuschauer an der Kandahar und am Gudiberg lassen für das Weltcup Finale und die Weltmeisterschaften hoffen. Das Einzugsgebiet von Garmisch-Partenkirchen und die publikumswirksamen Titelkämpfe sollten die Stadien füllen. Das OK GAP 2011 hat sich in besonderem Maß den Fan-Clubs verschrieben. Sie fiebern den Leistungen ihrer Stars entgegen und produzieren als Stimmungsträger eine besondere Atmosphäre. Durch verschiedene Maßnahmen wird diese wichtige Zuschauergruppe frühzeitig an die Ski Weltmeisterschaft gebunden. Ein entscheidender Schritt, um Atmosphäre und diese spezielle WM-Stimmung zu erzeugen.

Bevölkerung
Es herrscht mittlerweile Aufbruchsstimmung im Ort, die Bevölkerung steht geschlossen hinter der Großveranstaltung. Das findet auch Peter Fischer: „Die Ski-WM 2011 wird als notwendiges Vehikel für die Ortsentwicklung empfunden. Die Bevölkerung ist mit dabei. Jetzt muss die WM-Begeisterung in den Herzen und Köpfen kontinuierlich weiter wachsen.“
Die Beteiligung der Bürger in der Region ist dem OK GAP 2011 besonders wichtig. „Der Dialog mit der Bevölkerung war im Sommer eher gering, weil intensive Planungsschritte vor wichtigen Entscheidungen standen“, so Walter Vogel. Ab der Bürgerinfo im Oktober gibt es einen offenen Dialog mit allen Beteiligten. Auch die Gewerbetreibenden, Gastronomen und Hoteliers werden offensiv in den WM-Prozess integriert und bekommen Möglichkeiten, Teil der Großveranstaltung zu werden.

Marketing
Seit dem Sommer 2009 steht die Vermarktungsagentur für die Rechte der FIS Alpinen Ski Weltmeisterschaften fest. Wie prestigeträchtig die Großveranstaltung ist, macht auch das Engagement der Fernsehsender, der Politik und verschiedener Firmen deutlich. Eine gute Partnerschaft mit nationalen und internationalen Sponsoren wirkt sich unmittelbar auf die Kommunikation der Ski-WM aus und hilft den Spannungsbogen über klassische Werbeformen kontinuierlich aufzubauen.
Derzeit ist das OK GAP 2011 auf der Suche nach offiziellen Ausrüstern, deren Rechte die Organisatoren selbst vermarkten dürfen.

Sportorganisation
Organisatorisch ist die für die WM gegründete „Veranstaltungs GmbH“ sehr gut aufgestellt. Seit langen Jahren sorgt Peter Fischer mit seiner erfahrenen Weltcup-Mannschaft für hervorragende Skirennen. Die Organisation wird sich personell sukzessive verstärken. Seit Herbst 2009 bringen vier Neuzugänge verschiedene Projekte in den Einzelressorts zur Umsetzung. Das Organisationskomitee ist mittlerweile auf 13 Ressorts erweitert worden, um die gewachsenen und komplexer gewordenen Aufgaben zu meistern.

Auf zum letzten Drittel
Das letzte Drittel auf dem Weg zur Ski-WM im Februar 2011 ist eingeläutet. Die Organisation ist im Zeitplan, weshalb die Verantwortlichen zuversichtlich und entschlossen die nächsten Aufgaben angehen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Alle Besucher sollen bei der Ski-WM unvergessliche Tage in Garmisch-Partenkirchen erleben werden.