Im Ski Cross dominiert seit einigen Jahren Ophelie David (FRA) bei den Damen. Sie gewann diverse Male den Gesamtweltcup, hat bei den X-Games die Goldmedaille geholt und war auch Weltmeisterin 2007. Im Interview mit Ski2b lässt sie noch einmal die Saison 08/09 Revue passieren und erklärt, worauf es in der Sportart ankommt.

Ski2b.com Ophelie, die letzte Saison liegt nun schon einige Wochen hinter uns. Du hattest einen fantastischen Winter mit vielen Siegen und dem erneuten Gewinn des Gesamtweltcups. War das deine beste Saison bisher im Ski Cross und was hätte noch besser laufen können?
Ophelie David: Ich hatte ohne Frage eine großartige Saison und habe den Gesamtweltcup mit großem Vorsprung gewonnen. Darüber bin ich natürlich sehr glücklich. Aber meine Hauptziele waren Siege bei der WM und beim Weltcup in Cypress (CAN). Bei beiden Rennen war ich leider nicht so erfolgreich, daher sind meine Gefühle auch gemischt und es hätte noch besser laufen können.

Ski2b: Du hast es angedeutet: Bei der WM lief es nicht optimal und du hast nicht gewonnen. Was waren die Gründe dafür? Warst du sehr enttäuscht?
Ophelie: Klar war ich traurig. Ich bin dort angetreten, um meinen Titel zu verteidigen und das ist mir nicht gelungen. Wenn man an den Start geht, will man immer gewinnen und daher war ich schon enttäuscht. Besonders für mein ganzes Team tat es mir leid. Es gab viele Gründe. Diese vielen kleinen Dinge, die bei so einem Rennen an einem Tag zusammen passen müssen, liefen nicht gut. Ich habe bis zum Ende alles probiert, aber irgendwie war das nicht mein Tag.


Ski2b: Im Winter 09/10 ist Ski Cross endlich bei Olympia angekommen. Denkst du schon daran und wirst du das Training gezielt auf den Saisonhöhepunkt hinsteuern?
Ophelie: Ich denke daran, seitdem klar ist, dass Ski Cross olympisch ist. Es wird so toll werden, dort teilzunehmen und mitzumachen. Ich freue mich schon jetzt riesig darauf. Mein Training werde ich aber nicht ändern im Sommer. Es gibt keinen Grund dafür, denn ich muss mich auf die neue Saison genauso konzentriert und motiviert wie sonst auch vorbereiten.

Ski2b: Was machst du im Sommer zur Vorbereitung? Wie viele Tage verbringst du im Schnee und gibt es Unterschiede zu den alpinen Skirennläufern in der Vorbereitung?
Ophelie: Ich tue eine Menge verschiedener Sachen im Sommer, denn beim Ski Cross brauchen wir viele verschiedene Dinge, um erfolgreich zu sein. Wir haben im Schnitt so 40 Schneetage im Sommer, das ist ordentlich. Verglichen zu den alpinen Athleten gibt es sicher keine großen Unterschiede.

Ski2b: In der letzten Saison waren vermehrt die erfahrenen Athletinnen wie Katharina Gutensohn, Karin Huttary und du vorne im Weltcup. Ist die Erfahrung vielleicht eine der wichtigsten Aspekte im Ski Cross oder können auch junge Athletinnen vorne dabei sein?
Ophelie: Die Erfahrung ist nicht der wichtigste Teil im Ski Cross, aber sicherlich hilft das enorm, um zum Beispiel mit dem Stress oder den taktischen Dingen umzugehen. Das kann man mit der Erfahrung schon besser wegstecken als ein Jungspund. Aber die jungen Talente haben auch ihre eigenen Waffen, so dass ich denke, wir sind alle gleich.

Ski2b: In der letzten Saison konntest du ein Weltcuprennen in Anwesenheit deiner Familie bestreiten und sogar gewinnen. Wie wichtig ist das für dich und was sagt deine Familie zum doch eher riskanten Sport Ski Cross?
Ophelie: Normalerweise kann meine Familie nicht bei den Rennen sein und bei mir zuschauen. Wenn sie dann doch einmal dabei sein können bin ich überglücklich und ich möchte, dass sie stolz auf mich sind und diese großartigen Momente mit mir teilen. Es hilft mir ungemein, wenn sie da sind. Ich trainiere viel und bereite mich so vor, dass ich schnell Ski fahren kann und stark genug bin, wenn ich einmal stürze. Ich denke, wir müssen akzeptieren, dass wir eine risikoreiche Sportart ausüben, wenn wir am Start stehen und ein Ski Cross-Rennen fahren. Meine Familie und ich denken da in die gleiche Richtung.

Ski2b: Ophelie, vielen Dank für das Interview und alles Gute weiterhin in der Vorbereitung.