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Normalerweise kämpft Nicole Hosp bis zum Schluss um den Gesamtweltcup mit - in dieser Saison warfen Verletzungen und Stürze sie immer wieder zurück. Wie sie selbst ihre Saison erlebt hat, schildert sie in unserem Interview.

ski2b.com: Hallo Niki, du hast in dieser Saison viele Eindrücke zu verarbeiten gehabt - darunter gute und schlechte. Was für ein Fazit ziehst du rund eine Woche nach dem Weltcup-Finale?
Nicole Hosp: Sicherlich war das eine meiner schlechtesten Saisonen im Weltcup, aber trotz meiner Verletzung kann ich doch ein positives Resümee ziehen und bin mit vier Stockerlplätzen sehr zufrieden. Am Meisten hat mich natürlich der dritte Platz in Ofterschwang gefreut, nach der doch schweren Verletzung in der gleichen Saison noch so einen tollen Erfolg zu feiern, ist schon schön!

ski2b: Die Verletzung in Zagreb hat dich in einer Phase erwischt, als es gerade zu laufen schien. Du hattest im Dezember deine besten Ergebnisse, hast in St. Moritz mit Platz zwei dein bestes Resultat eingefahren. Alle haben auf den ersten Sieg gewartet - und dann das. Wie hast du die Verletzung erlebt?
Nicole: Für mich hat diese Saison nie so richtig gut begonnen. Ich hatte oft einiges an Pech, darunter auch Stürze - und das war für mich dann einfach der schlechte "Höhepunkt"...



ski2b: Danach kam die Ungewissheit, ob du bei der WM überhaupt würdest starten können. Am Ende hat es knapp gereicht, aber von der Idealform warst du natürlich weit weg. Warum wolltest du dennoch antreten?
Nicole: Es war mein Ziel, dass ich bis zur WM wieder fit bin und das hat auch geklappt, natürlich wollte ich auch besser abschneiden - was nach den Trainingsleistungen durchaus möglich gewesen wäre - aber da kamen einfach zu viele schwierige Faktoren in einem Moment zusammen. Die schlechte Sicht, die schwierige und unruhige Piste, die Skibrille, die mir angelaufen ist und ich dadurch noch weniger gesehen habe...
Aber ich bin trotzdem stolz, dass ich mich der Herausforderung gestellt habe!

ski2b: Ein positiver Höhepunkt war dein dritter Platz in Ofterschwang. Wir wichtig ist so ein Ergebnis noch vor dem Saisonende?
Nicole: Ja, auf jeden Fall war das ernorm wichtig und vor allem sehr schön!

ski2b: Es gab aber auch andere schöne Momente für dich - du wurdest zu Tirols Sportlerin des Jahres 2008 gewählt, in deinem Heimatort Bichlbach sprudelt seit Oktober ein Springbrunnen dir zu Ehren. Was bedeuten solche Auszeichnungen gerade dann, wenn es mal nicht ganz rund läuft?
Nicole: Das sind immer schöne Anerkennungen für einen Sportler. Da wird einem oft erst so richtig bewusst, was man geschafft hat und wieviel das den Leuten in der Heimat auch bedeutet.

ski2b: In den letzten Wintertagen stehen neben den nationalen Meisterschaften auch noch Materialtests an. Was würdest du noch an Völkls Racetiger verbessern - wo liegt dein Schwerpunkt?
Nicole: Wir, also die Firma und die Athleten und Athletinnen versuchen immer, etwas zu verbessern oder etwas Neues zu probieren, aber im Großen und Ganzen haben wir super Material.

ski2b: Weißt du schon, wie du den Urlaub verbringen willst?
Nicole: Ja, wir werden heuer eine Amerika-Rundreise machen.

ski2b: Im nächsten Jahr starten wieder alle bei Null, zudem gibt's Olympische Winterspiele. Was erwartest du dir von Vancouver 2010 und der kommenden Saison?
Nicole: Ich erwarte mir sehr viel von der neuen Saison! Olympia-Gold ist mein großes Ziel und natürlich eine gute Saison im Weltcup - vielleicht ja so wie 2006/07 ;-).

ski2b: Danke, Niki - und alle Gute!