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Benjamin Raich und Didier Cuche sind die Sieger des Riesenslaloms von Are in Schweden. Raich gewann in 2:18,95 Minuten das Rennen, Cuche sicherte sich als Dritter die Kristallkugel für den Riesenslalom. Das Podium komplettierte der Amerikaner Ted Ligety (+ 0,13 Sekunden) auf Rang zwei. Deutsche Fahrer waren nicht am Start.

Raich mit Laufbestzeit, Cuche verliert Stock
Der erste Lauf in Are begann bei strahlendem Sonnenschein, den Raich mit Startnummer eins zu einem Traumlauf nutzte. Über sieben Zehntel vor dem zweitplatzierten Ligety beschloss er den ersten Durchgang und setzte damit ein Ausrufezeichen hinter seine Ambitionen. Konkurrent Cuche verlor beim Start seinen rechten Stock, der in einer Matte hängen blieb. "Den Stock zu verlieren ist nicht so angenehm. Er hat sich so hineingeklebt", erinnerte sich der Schweizer und flachste: "Ich wollte es spannender machen für den zweiten Lauf." Trotz großem Handicaps setzte er sich dabei an die dritte Position, wohl wissend, dass ihm ein vierter Platz in der Endabrechnung sicher reichen würde zum Gewinn der Kristallkugel.

Wetterumschwung: Schneetreiben in Durchgang zwei
Schon die ersten Starter des zweiten Durchgangs hatten weit schlechtere Sicht als noch am Vormittag. Damit waren die Schläge und Übergänge deutlich schwerer auszumachen, außerdem erwies sich eine Bodenwelle kurz vor dem Ziel als entscheidendes Kriterium, denn viele Läufer hatten dort Probleme, einige Ausfälle passierten hier. Am besten kam Ivica Kostelic damit zurecht, mit Laufbestzeit verbesserte sich der Kroate noch von Platz 21 auf Position acht. Eine Schrecksekunde gab es bei der Fahrt von Christof Innerhofer, der quasi auf der Ziellinie stürzte und erst einmal liegen blieb, während sein Landsmann Peter Fill schon auf der Strecke war. Da Fill nicht abgewunken wurde, kann man nur von Glück sprechen, dass hier nichts Schlimmeres passierte. Im Anschluss fing es dann an heftig zu schneien und verschlechterte die Bedingungen zusätzlich.



Cuche kommt durch, Raich gewinnt
Für die Entscheidung im Riesenslaom-Weltcup sorgte dann der Mann mit dem roten Trikot. Mit beiden Stöcken raste Cuche im Blindflug Richtung Ziel und unterbot die bis dahin gültige Bestzeit. "Ich musste zweimal die Brille waschen unterwegs, weil es so geschneit hat. Ich bin überglücklich", meinte der neue Champion. Noch besser als Cuche meisterte dessen Vorgänger Ted Ligety den Kurs, aber Benni Raich ließ sich den Tagessieg nicht mehr nehmen. "Scheibenwischer hätten wir heute gebraucht. Es war am Limit", kommentierte der Pitztaler die Bedingungen.

Svindal geht leer aus
Verlierer des Tages war der Norweger Aksel Lund Svindal. Er hatte grippegeschwächt bereits im ersten Durchgang große Probleme und belegt so nur Rang 13. Im Finale dann fiel er noch weiter zurück und musste als 19. ohne Punkte abrücken. Damit schmolz der Vorsprung im Gesamtweltcup auf den Sieger Raich auf magere zwei Punkte zusammen. Der Pitztaler geht nun als großer Favorit in das letzte Rennen in Slalom. Nur ein Ausscheiden von Raich würde Svindal wohl noch den Gesamtsieg bringen. Zu selbstsicher gab sich der Österreicher dennoch nicht: "Es kann immer etwas passieren, gerade im Slalom ist immer alles möglich. Es wird sicher kein leichtes Rennen morgen." Mit dem letzten Wettbewerb am Samstag sind die Einzelkonkurrenzen der Saison 2008/2009 abgeschlossen, am Sonntag steht dann noch der Nations Team Event auf dem Programm.