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In Are (SWE) geht es für die alpinen Skirennläufer zum letzten Mal in der Saison 2008/2009 um Weltcup-Punkte. Gleichzeitig werden die begehrten Kristallkugeln in Schweden vergeben. Dabei ist gerade bei den Herren noch fast alles offen. Lediglich Carlo Janka hat bereits die kleine Kristallkugel in der Super-Kombination gewonnen. Alle anderen Entscheidungen, darunter auch der Gesamtsieg, sind noch umkämpft. ski2b wirft einen Blick auf die Punktstände und die jeweiligen Favoriten vor dem großen Finale.

Abfahrt: Vorteil Walchhofer
Am eindeutigsten ist noch die Situation in der Abfahrt. Hier wird der Weltcup definitiv nach Österreich gehen, denn nur noch Michael Walchhofer und Klaus Kröll haben nach den beiden Abfahrten von Kvitjfell noch Chancen auf die kleine Kristallkugel. Walchhofer besitzt dabei aber sicher die bessere Ausgangslage, führt er doch mit 75 Punkten Vorsprung die Wertung an. Kröll muss also auf jeden Fall auf Platz eins oder zwei kommen, um überhaupt noch eine Chance zu haben. Daneben müsste Walchhofer auch noch patzen. Da aber beim Weltcupfinale nur die ersten 15 Skirennläufer Punkte bekommen, kann einiges passieren. Belegt Walchhofer aber mindestens Platz zehn, sind alle Rechenspiele überflüssig. Dann stünde er als Sieger fest.

Kristall für 'Mr. Super-G'?
Der letzte Super-G in Kvitfjell ist ausgefallen, daher hat sich die hier die Wertung nicht geändert seit dem letzten Rennen. Theoretisch haben hier immerhin noch sieben Fahrer die Chance auf die Kugel. Führender ist derzeit Hermann Maier mit 231 Punkten. Er hat 19 Zähler Vorsprung auf Aksel Lund Svindal und 21 Punkte auf Didier Defago. Es dürfte also spannend werden, ob Maier tatsächlich noch einmal eine Kristallkugel gewinnen kann. Zusätzlich haben noch Werner Heel, Klaus Kröll, John Kucera und Didier Cuche theoretische Chancen auf den Titel, doch müssten da schon die ersten drei Athleten allesamt nicht in die Top Ten kommen.



Cuche vor Raich im Riesenslalom
Im Riesenslalom hat Didier Cuche die besten Karten. Der Schweizer fährt eine großartige Saison im Riesenslalom und liegt daher auch verdient in der Wertung vorne vor dem letzten Rennen. Er steht derzeit bei 414 Punkten und hat damit immerhin 52 Zähler Vorsprung auf Benjamin Raich. Der Österreicher muss also selbst in Are gewinnen und auf einen schwachen Tag von Cuche hoffen. Allenfalls noch Außenseiterchancen dürfte Ted Ligety besitzen, der schon 73 Punkte Rückstand auf Cuche aufweist.

Schafft Grange den Titel?
Auch im Slalom ist der Kampf um die Kristallkugel noch nicht entschieden. Der Franzose Jean-Baptiste Grange hat allerdings die beste Ausgangslage vor dem letzten Slalom der Saison. Er führt das Klassement mit 481 Punkten an und hat 49 Zähler Vorsprung auf Ivica Kostelic. Dritter in der Wertung ist Manfred Pranger, der allerdings so gut wie keine Chance mehr auf die Kugel hat, es sei denn Grange und Kostelic fallen aus und Pranger gewinnt. Dann wäre der Österreicher doch noch der Sieger. Besondere Spannung bezieht das Slalom-Finale auch aus der Tatsache, dass zwei Protagonisten auch noch Chancen auf die große Kugel haben - und der Slalom wird hier vermutlich die Entscheidung bringen!

Fünfkampf im Gesamtweltcup
Sehr spannend ist der Kampf um die wichtigste Kugel, die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup. Schon lange war der Sieg in der Gesamtwertung nicht mehr so hart umkämpft. Vier Rennen vor Schluss liegen Kostelic und Raich gleichauf mit 837 Punkten an der Spitze. Nur acht Punkte dahinter lauert der Norweger Svindal und Grange sowie Cuche haben noch realistische Chancen auf den Gesamtsieg. Beide sind allerdings schon 60 Punkte zurück und haben nicht bei allen vier Rennen Chancen auf Punkte. Dies ist der große Vorteil von Svindal, der in allen vier Wettbewerben Punkte einfahren kann und daher als Favorit auf den Sieg gelten muss. Raich muss in Abfahrt und Super-G unbedingt punkten, um noch eine Chance zu haben. Dies gilt natürlich auch für Kostelic. Nur eine Vorhersage scheint daher vorab sicher zu sein: Es wird spannend bleiben bis zum Schluss!

Nur Neureuther qualifiziert
Einziger deutscher Teilnehmer am Weltcup-Finale ist Felix Neureuther, der im Slalom einen Platz unter den besten Fünf anpeilt: "Zwar bin ich momentan aufgrund einer Erkältung noch leicht angeschlagen, ich will in Are aber dennoch dort weitermachen, wo ich in Kranjska Gora aufgehört habe. Mein Ziel ist es, mich mit einer soliden Leistung beim Saisonfinale wieder unter die Top15 im Slalom-Weltcup zu fahren."

Bei ski2b erfahrt ihr alles zu den Rennen und könnt diese natürlich wie gewohnt bei uns im Liveticker mitverfolgen.