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Wenn der alpine Weltcup nach Kvitfjell zurückkehrt, dann steht nicht nur die Vorentscheidung in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G auf dem Programm. In Norwegen fährt die Erinnerung an Matthias Lanzinger mit, der im Vorjahr an gleicher Stelle einen Unterschenkel verlor.

Heiße Entscheidung
Der Weltcup ist längst in der heißen Phase angekommen. Im Super-G, aber besonders in der Abfahrt kann in Kvitfjell eine Vorentscheidung fallen. In der Königsdisziplin steht ein Rennen zusätzlich an, da in Norwegen die ausgefallene Kandahar-Abfahrt aus Garmisch nachgeholt wird. Im Abfahrtsranking ist drei Rennen vor Schluss noch kaum ein Ausgang auszumachen. Noch führt Michael Walchhofer mit 310 Zählern vor Didier Defago (298) und Klaus Kröll (275). Bode Miller hätte auch noch beste Chancen auf die kleine Kugel gehabt, spielt aber nach seinem vorzeitigen Weltcup-Rückzug in den Rechenspielen keine Rolle mehr.

Schafft Kucera den Sprung nach Are?
Die Anzahl der offenen Wettbewerbe lässt aber auch anderen Fahrern noch Chancen. Super-G Weltmeister Didier Cuche ist mit seiner Abfahrtsbilanz in diesem Jahr noch kaum zufrieden, kommt aber in Bestform nach Norwegen und ist dort für Siege gut. Wenn ihm viel gelingt, kann er auch über die Titelverteidigung noch nachdenken. Hochmotiviert wird Lokalmatador Aksel Lund Svindal sein. Zudem wird erstmals der neue Weltmeister John Kucera wieder in einen Abfahrtslauf starten. Als derzeit 30. des Disziplinenrankings ist ihm derzeit noch nicht einmal der Start beim Finale in Are sicher - dafür müsste er sich noch um fünf Plätze verbessern.



Dreikampf im Super-G
Die Super-G-Wertung führt zwei Rennen vor dem Ende Hermann Maier an. 231 Punkte hat der Herminator und damit gerade 19 Pünktchen Vorsprung auf Svindal und 21 auf Defago. Wenn diese drei nicht auslassen, sollten sie die kleine Kugel unter sich ausmachen können. Favoriten auf den Tagessieg gibt es zudem einige, darunter Weltmeister Cuche, Kitzbühel-Sieger Kröll oder die starken Italiener Fill, Heel und Innerhofer. Auch für Benni Raich und Ivica Kostelic ist dieses Rennen besonders wichtig, denn sie kämpfen längst um den Gesamtweltcup.

Große Kugel: Gelingt Svindal oder Cuche der Durchbruch?
Bei den drei Speed-Rennen in Norwegen haben vor allem Didier Cuche und Aksel Lund Svindal etwas zu gewinnen. Mit drei guten Rennen kann es ihnen gelingen, die bislang führenden Technik-Spezialisten Kostelic, Raich und Grange von der Spitze der Weltcup-Wertung zu verdrängen. Je größer ihre Ausbeute, desto besser sind ihre Chancen beim Finale in Are. Unter diesem Druck wird auch Benni Raich alle Rennen inklusive der Abfahrten bestreiten, um keinen Punkt zu verschenken. Es heißt also, Kräfte zu sammeln und im entscheidenden Moment keine Fehler zu machen.

Keppler und Strodl hoffen auf Punkte
Das Speed-Finale der Herren wird wohl ohne deutsche Beteiligung verlaufen, denn vor den Rennen in Norwegen stehen die beiden verbliebenen schnellen Männer des DSV noch abseits der besten 25. Stephan Keppler und Peter Strodl treten an. Strodl ist als 37. der Super-G-Wertung noch vor Keppler (51), platziert, etwas mehr als 30 Punkte fehlen für das Ticket nach Are für ihn mindestens - das wäre etwa ein siebter oder achter Rang. In der Abfahrt ist Keppler als 39. derzeit knapp 50 Punkte zurück, Strodl belegt aktuell Rang 46. Dennoch ist ihr Trainer Walter Hlebayna vorsichtig optimistisch: "Sowohl Stephan Keppler als auch Peter Strodl verfügen über das Potenzial, Platzierungen um die Top15 zu erreichen. Wir wollen in Kvitfjell dieses Potenzial mit entsprechendem Einsatz, Risikobereitschaft und dem nötigen Quentchen Glück ausschöpfen. Beide Athleten sind bereits in Kvitfjell gestartet und kennen die Strecken. Diese stellen eine Mischung aus Gleitpassagen und technisch anspruchsvollen Passagen in Kombination mit weiten Sprüngen dar. Bei dieser Mischung haben beide Athleten gute Chancen, ihre Stärken auszuspielen."

Hoffen auf ein sturzfreies Wochenende
Der Sturz von Daniel Albrecht in Kitzbühel hat vielen Ski-Fans bereits ein Déjà-vu beschert, die sich an Scott Maccartneys Unfall an gleicher Stelle erinnert fühlten. Genau das hofft man in Norwegen zu vermeiden, den jeder Sturz und jede Rettungsmaßnahme wird unweigerlich mit dem schockierenden Unfall Matthias Lanzingers aus dem Vorjahr in Verbindung gebracht werden. Die sportliche Ausgangsbasis lässt auf spannende Wettkämpfe hoffen - ein mulmiges Gefühl bleibt dennoch vor dem ersten Start bestehen.

Das Programm von Kvitfjell 2009:
Freitag, 6. März:
11:30 Abfahrt der Herren

Samstag, 7. März:
11:30 Abfahrt der Herren

Sonntag, 8. März:
11:00 Super-G der Herren

Über alle Rennen berichten wir wie gewohnt im Liveticker.