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Die Wettbewerbe im slowenischen Kranjska Gora standen wieder unter dem Eindruck der anstehenden Weltcup-Entscheidungen. Ted Ligety und Julien Lizeroux holten sich die Siege in den vorletzten Technikrennen, die Entscheidung um die Kristallkugel wurde bis zum Finale in Are vertagt. Für die Rennen selbst war das aber kein Nachteil.

Strahlender Ligety
Wie bereits im letzten Jahr kam Ted Ligety im Riesenslalom auf dem Hang 'Podkoren 3' am besten zurecht und gewann vor Didier Cuche und Max Blardone. War im letzten Jahr der Sieg im vorletzten Rennen die Initialzündung für den Erfolg im Disziplinen-Weltcup, so könnte diese Geschichte sich sogar wiederholen: Der Amerikaner ist wieder im Rennen dabei, muss aber dafür in Are dem starken Cuche mehr Punkte abnehmen, als in Slowenien. Das erscheint schwer, denn Cuche befindet sich spätestens seit der WM in exzellenter Form.

Lizeroux zum zweiten Mal an der Spitze
Julien Lizeroux hat sich in diesem Winter scheinbar an das Stockerl gewöhnt. Der König der zweiten Durchgänge riskierte im Slalom im Finale am meisten und gewann entsprechend. Überraschend war der Ritt des Italieners Razzoli im ersten Durchgang auf Platz eins - mit Startnummer 21 gelingt das im Weltcup nur selten. Der zweite Durchgang überzeigte durch des sehr enge Klassement und das Happy End auch aus deutscher Sicht. Felix Neureuther scheint auf dem aufsteigenden Ast zu sein und fuhr zum zweiten Mal in diesem Winter auf Rang drei vor.



Nervenschwache Favoriten
Im Gegensatz zu den ersten Weltcup-Rennen fuhr in Kranjska Gora auch die Taktik mit und sorgte durchweg für schlechte Ergebnisse. Jean Baptiste Grange verhinderte zwar ein Aussteigen, erhielt für zwei schwache Läufe aber nur zwei Punkte - zuwenig um sich vorzeitig den Slalom-Weltcup zu sichern. Ivica Kostelic verspielte bereits im ersten Slalom-Durchgang ein gutes Ergebnis. Dass er es trotz Rückenverletzung noch kann, bewies er im Finale mit der Laufbestzeit. Beide haben damit beim speedlastigen Restprogramm viele Chancen auf die große Kugel verspielt. Das gilt auch für Benni Raich, der auf seinem 'Haushang', auf dem er schon fünfmal siegte, zwar gut, aber eben nicht sehr gut abschnitt. Platz 15 im Riesenslalom war sogar eine kleine Enttäuschung. Die Sieger des Wochenendes sind damit Didier Cuche und Aksel Lund Svindal, deren Stärken noch kommen. Umsetzen müssen auch sie die Vorgabe aber noch.

Herbst lässt aus
Ärgern wird sich auch Reinfried Herbst, der vor der WM in fast jedem Slalom traumwandlerisch sicher zur Bestzeit carvte. Beim Großereignis bereits ließ er aus, in Slowenien vergab er die Riesenchance, Grange im Weltcup sehr nahe zu rücken. Der kann nun im letzten Saisonslalom nur noch von Kostelic und Weltmeister Pranger verdrängt werden, wobei Prangers Chancen eher rechnerischer Natur sind. Weiter geht es im Weltcup aber mit den Speedrennen in Kvitfjell, wo im letzten Jahr der Sturz von Matthias Lanzinger die Rennberichterstattung überlagerte.