Mit einem überdeutlichen Erfolg in Bansko hat Fabienne Suter aus der Schweiz ihren ersten Weltcup-Sieg in einer Abfahrt gefeiert. Sie bewältigte die Piste 'Banderiza' in 1:45,68 Minuten und war somit 1,15 Sekunden schneller als Andrea Fischbacher (AUT) auf Rang zwei. Maria Riesch belegte als beste Deutsche Rang 18.

Erster Abfahrtssieg für Suter
Ein solches Ergebnis hatte sich in den Trainings in Bansko angekündigt: Mit einer exzellenten Fahrt kam nur Fabienne Suter fast fehlerfrei durch die schwere Prüfung namens 'Banderiza' und raste so zu einem ungefährdeten Sieg. Über eine Sekunde nach ihr erst konnte Andrea Fischbacher die Ziellinie überqueren, dahinter platzierten sich zeitgleich Lindsey Vonn (USA) und Nadia Fanchini (ITA) auf dem Siegerpodest. Suter war als erste der Favoritinnen auf die Stecke gegangen und fand dort beste Voraussetzungen vor, die sie zu nutzen wusste. Am Ende hatte ihre Zeit Bestand. Es war der dritte Weltcupsieg, ihr erster in der Abfahrt.

Fischbacher und Gut nicht fehlerfrei
Als größte Konkurrentinnen von Suter waren vor dem Rennen Fischbacher und Lara Gut gehandelt worden. Die Österreicherin machte aber Fehler, auch bedingt durch schlechtere Sichtverhältnisse. Auch für Gut waren die schnellen Steilkurven nicht fehlerfrei zu passieren, dennoch konnte auch sie im unteren Abschnitt ihre Klasse ausspielen und verbesserte sich noch auf Rang fünf.



Vonn und Fanchini zeitgleich
Besser als Gut war einmal mehr Lindsey Vonn. Die Amerikanerin schien aber ihren Trainingssturz nicht einfach wegstecken zu können. Sie wirkte erst nach der Unfallstelle freier und in den letzten Toren machte sie sogar noch drei Zehntel gut. Ein anderer Rennverlauf mit dem selben Ergebnis war für Nadia Fanchini zu verzeichnen: Sie wagte oben mehr und fiel unten wenigstens nicht ab. Beide wurden mit Platz drei belohnt.

Stechert trotz schwacher Fahrt in den Punkten
Vor dem Rennstart schien in Bansko wie an beiden Trainingstagen zuvor die Sonne vom Himmel, doch während dem Rennen änderten sich die Sichtverhältnisse. Nebel zog in die oberen Streckenabschnitte der Piste und ließ den Läuferinnen ab Startnummer zehn kaum noch Chancen auf eine Bestzeit. Das mussten auch die beiden deutschen Damen erfahren. Gina Stechert kam im ersten Abfahrtsrennen nach ihrem Sieg in Tarvisio überhaupt nicht mit der Piste zurecht. Über fünf Sekunden verlor sie auf der Strecke und vergoss im Ziel einige Tränen der Enttäuschung. "Ich habe hier morgen nichts zu verlieren," merkte sie im Anschluss an eine verkorkste Fahrt fast trotzig an. Am Ende reichte diese Leistung noch zu einem geteilten 28. Platz und damit zu drei Weltcup-Zählern.

Keine Steigerung zum Training
Auch Maria Riesch hatte große Probleme auf der Strecke und musste sich so mit Platz 18 begnügen. Damit zeigte sich auch DSV-Trainer Mathias Berthold nicht zufrieden: "Wir hatten uns erwartet, dass die Maria sich nach den guten Trainingsleistungen noch steigern könnte. Das hat sie nicht geschafft", bilanzierte er und ergänzte: "Der Gina liegt diese Strecke einfach nicht."

Vonn vor vorzeitigem Weltcup-Sieg
Mit dem schwachen Abschneiden verloren die DSV-Fahrerinnen die Plätze vier und fünf in der Abfahrtswertung, wo Lindsey Vonn einen weiteren Schritt in Richtung Titelverteidigung machte. Bei noch zwei ausstehenden Rennen führt sie nun mit 118 Zählern vor Dominique Gisin, die heute nach einem Fahrfehler ausfiel und punktlos blieb. Dieses Schicksal ereilte auch die weiterhin drittplatzierte Anja Pärson, weshalb Vonn nun gute Chancen hat, die kleine Kristallkugel bereits am morgigen Samstag vorzeitig einzufahren. Auch im Gesamtweltcup scheint Vonn unangefochten der Titelverteidigung entgegen zu gehen. 346 Punkte liegt Maria Riesch hier hinter der Freundin zurück. In Bansko sind nach dem Nachholrennen von St. Moritz nun noch eine Abfahrt und ein Super-G angesetzt.