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Das Ergebnis des WM-Slaloms der Damen barg eine riesige Chance und viele Risiken. Am Ende triumphierte Maria Riesch nicht nur über die Konkurrenz, sondern auch über sich selbst und setze damit im ganzen DSV-Team Emotionen frei.

Strahlende Weltmeisterin
"Es ist einfach aufgeangen, ich hab von Anfang an einen guten Rhythmus gefunden", strahlte Riesch nach der Entscheidung. Das war aber vorher kaum absehbar. Es war ja nicht ur Pech, das Riesch bislang von dem Medaillenrängen fernhielt, sondern auch Fahrfehler, die sich auch an mangelndem Selbstbewusstsein erklären ließen. Die sechstschnellste Zeit im ersten Lauf war gut, aber keine Offenbarung. Entsprechend machte sich vor dem finalen Start im DSV-Lager Anspannung breit.

Erst Spannung, dann Freude
Als Riesch allein im Starthaus stand, konnten es ihre Kolleginnen im Ziel kaum ertragen. Weltmeisterin und Zimmerkollegin Kathrin Hölzl und Schwester Susanne konnten kaum hinsehen. Die Trainermienen zeigten die Anspannung. Würde Riesch die Leistung bringen können? und so schwer diese Last auf den herzen der Beteigten lag, so eruptiv entlud sich die Freude nach einem Traumlauf. Auch Riesch jubelte ausufernd, sie konnte ihre Leistung sehr gut einschätzen: obwohl noch fünf Fahrerinnen oben standen, musste das einfach zu einer Medaille reichen.



Drei Ausfälle bringen Gold
In der Leaderbox sah Riesch dann eine Konkurrentin nach der anderen scheitern. Als Bronze feststand, kämpfte sie sichtlich mit den Tränen. Nach Vonns Ausfall sah man die Sorge um die Freundin in ihren Augen. Manuela Mölgg hätte die Zeit Rieschs knacken können, scheiterte aber kurz vor Schluss und setzte damit Jubelszenen im Ziel frei. Keine Frage, Rieschs Sieg war verdient und wurde ihr gegönnt. "Wenn ich nicht gewinnen kann, hoffe ich, dass Maria gewinnt", meinte die geschlagene Lindsey Vonn etwa und ging dann mit der Freundin erst einmal feiern.

Strahlende DSV-Bilanz
Mit dem Sieg von Riesch verbesserte sich der DSV auch im Medaillenspiegel auf Rang drei - hinter der Schweiz und den USA, aber vor der großen Skination Österreich. Die Generalprobe für das Heimspiel 2011 in Garmisch-Partenkirchen kann somit bereits vor dem abschließenden Herren-Slalom als geglückt bezeichnet werden.