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Ich bin für die letzten WM-Tage auch in Val d`Isère und positiv überrascht, wie gut hier vor Ort alles organisiert ist. Das ist vielleicht nicht mein Lieblingsskigebiet, aber es ist hier eine gute WM geworden. Es sind auch für Val d`Isère recht viele Fans da, wenn man auch andernorts über fünf- bis zehntausend Zuschauer anders denken würde.

Ich habe beide Riesenslaloms natürlich genau verfolgt. Bei den Damen war ich von Kathrin Hölzl wirklich beeindruckt, weil sie den zweiten Durchgang in dieser Weise heruntergebracht hat, denn das war wirklich sehr schwierig und die Sicht miserabel. Besser hätte man es nicht machen können. Als Siegerin hat sie mich weniger überrascht. Bei den Damen gibt es nicht allzu viele schwierige Rennen, sonst würde sie sicher schon länger Siege feiern.

Kurios ist die Handverletzung von Lindsey Vonn beim Öffnen einer Champagnerflasche. Natürlich darf man nach einem so großen Erfolg auch mal über die Strenge schlagen, aber die WM geht ja noch weiter. Ich glaube, das wäre einer Kostelic oder Pärson nie passiert. Hoffen wir, dass sie sich nicht ernsthafter verletzt hat, damit sie die Saison einigermaßen zu Ende fahren kann - sonst wird es für die Maria Riesch ein leichtes werden, den Gesamtweltcup noch zu gewinnen.



Der Riesenslalom der Herren war ein tolles Rennen. Mir war klar, dass Benni Raich vorne mitmischt. Das war auch die vielleicht einzige Chance für die Österreicher, überhaupt noch zu einer Medaille zu kommen, obwohl auch der junge Hirscher mit hoher Nummer so weit nach vorne gefahren ist. Aber Janka hat im zweiten Durchgang souverän alle Angriffe abgewehrt und den Vorsprung noch ausgebaut. Das war schon beeindruckend.

Der Benni hat natürlich wieder, wie die ganze Saison, im zweiten Teil des Rennens ein bisschen die Handbremse gezogen. Er ist zwar schön runtergefahren, aber eben ohne jedes Risiko und gewinnen tut man nur, wenn man ein bestimmtes Risiko eingeht. Das hat man auch bei der Zettel gesehen. Ohne Risiko gewinnt man halt keinen Blumentopf. Wenn so ein Rennen drei Tore länger dauert, hat der Benni Raich nicht einmal mehr eine Medaille.

Was bedeutet diese Silbermedaille jetzt für Österreich? Die Funktionäre und Trainer waren heute im Zielraum sehr glücklich, dass es zumindest zu einer Silbernen gereicht hat. In anderen Zeiten hätten sie den Kopf hängen lassen. Aber in dieser Situation müssen sie heilfroh sein. Wer dann die Goldene gewonnen hat, ist dann zweitrangig - auch wenn es ein Schweizer ist. Jetzt soll im Slalom nachgelegt werden. Aber ich kenne einige, die da etwas dagegen haben.

Die Franzosen haben sicherlich den Hang trainiert und deshalb haben sie leichte Vorteile. Ich rechne sehr stark damit, dass Lizeroux oder noch eher Grange vorne mitmischt. Von den Österreichern tippe ich eher auf den Herbst als auf den Pranger, Herbst scheint stärkere Nerven zu haben. Es kommt immerhin der Druck der ganzen Nation auf die beiden zu. Ob sie dann noch Leistungen bringen können, wie in Wengen oder Schladming, bleibt abzuwarten. Sonst könnte noch der Ted Ligety etwas reißen und natürlich Manfred Mölgg.

Dem Felix Neureuther wird sein Riesenslalom-Ergebnis nicht viel helfen. Ich wünsche ihm das allerbeste. Aber er hat in den letzten zwei Monaten nichts anderes produziert als Ausfälle. Ein Slalom-Rennen wird nie im ersten Durchgang entschieden. Ich kann ihm nur den Tipp geben, es im ersten Lauf erst ein bisschen abzuchecken. Man kann im zweiten Durchgang bis zu einer Sekunde gutmachen. Nur wenn man im ersten Durchgang rausfällt, hat man im zweiten gar keine Chance mehr.

Schauen wir, wie es ausgeht!

Euer Marc