In Saalbach ging der Swatch O’neill Big Mountain Pro zu Ende - ein Acht-Tagestrip für 12 der weltbesten Freerider quer durch die österreichischen Alpen. Immer auf der Suche nach optimalem Schnee in variantenreichem Gelände. Bastian Bäumer war für uns vor Ort.

Freeskier nahmen in St. Anton Startnummern in Empfang
Tag 1: Die Big Mountain Pro Tour ging im Jahr 2009 in ihre dritte Runde. Am 3.2. trafen sich also sechs Freeskier und sechs Snowboarder in St. Anton am Fuße des Arlbergs, um die legendären Startnummern in Empfang zu nehmen und sich damit durch die österreichischen Alpen Richtung Saalbach Hinterglemm zu schlagen. Ausschließlich die Schnee- und Witterungsbedingungen sollten die Reiseroute bestimmen.

Der Hang "Wirth" war perfekt für die Tourwoche
Tag 2: Schon am zweiten Tag der Tour sollte der erste Wettkampf für die finale Judging-Session stattfinden, da die Wettervorhersage für die kommenden Tage kaum hätte besser sein können. Nach wenigen stabilen Tagen sollte sich ein Tiefdruckgebiet von Südwesten her nähern, um eine Ladung frischen Pow über den Alpen auszuschütten. Derzeit hatte aber der beständige Föhn den Arlberger Bergflanken soweit zugesetzt, dass die Auswahl der Faces als eher überschaubar bezeichnet werden konnte. Letztlich fiel die Wahl auf Wirth, einem mittellangen stark ausgesetzten Hang, der den Ridern viele Möglichkeiten für ihre Line geben sollte. Der perfekte Einstieg in die Tourwoche. In Anbetracht des guten Wetters wurde noch am selben Tag die zweite Line an der Ameisen Spitze gefahren, die mit einem kurzen steilen Einstieg begann, an dessen Fuß kurzerhand zwei große Kicker in den Powder geshaped wurden. Das Shapeteam um David Reinthaler und Nick Francke sorgte damit dafür, dass die Rider zeigen musste, wie viel Freestyle-Potential in ihnen steckt.

Freeskier geraten an ihre körperlichen Grenzen
Tag 3: Der Bluebird schien dem Big Mountain Pro 2009 noch einen weiteren Tag ein treuer Begleiter zu sein. Somit war klar, dass ohne Pause der nächste Wettkampfhang auf die Rider warten würde. Die damit dritte Line des Wettkampfes wurde auf dem Brandjoch mit Blick auf die Alpenmetropole Innsbruck im Tal ausgefahren. Wobei das Panorama für die Fahrer sicher in der Nebensächlichkeit verschwand. Denn neben den wechselnden Schneebedingungen stellte der Hang die Rider vor allem auf eine harte konditionelle Probe. Nach einem zweistündigen Hike zum Gipfelkreuz sollten die Runs weit über eine Minute andauern und die Rider übersäuert an ihre körperliche Grenze bringen.

Schnee für die Woche ist gesichert
Tag 4: Nach dem kurzen Abstecher zu den Innsbrucker Hausbergen, folgte die Gruppe um die 12 Freerider dem Ruf des aufkommenden Niederschlags im Süden Osttirols. Betrat der Big Mountain Pro Bus den Felbertauern-Tunnel noch bei föhnig warmem Sonnenschein, entließ ihn der Tunnel in eine tief winterliche verschneite Landschaft. Und der Schneefall sollte anhalten.

Freerider erreichen Basislager in St. Jakob
Tag 5: Nach der Entspannung des Vortages im Bus war zwar an einen weiteren Wettkampftag nicht zu denken, aber die Pillowlines in den Wäldern des Defereggentals verhießen einen weiteren perfekten Powdertag. Was die Cat-Mobile Unternehmen in Amerika können, können die Österreicher schon lange. Stilvoll wurden die Rider an diesem Tag im Anhänger eines Traktors über 350 Höhenmeter zu einer Berghütte in der Nähe des neuen Basislagers in St. Jakob gebracht, um in ihre Treelines starten zu können. Und das wieder und wieder bis die Dunkelheit dem Treiben ein Ende setzte und den Big Mountain Pro Tross auf dieser Hütte bis tief in die Nacht versacken ließ. Dies gab dann einen kleinen Vorgeschmack auf die Abschlussparty in Saalbach Hinterglemm.

Erstmal war Erholung angesagt
Tag 6: Ob es nun an der späten Stunde des Vorabends lag oder an den Tagen des intensiven Ridings sei dahin gestellt. Der 8.2. stand jedenfalls bei dichtem Schneetreiben im Zeichen der Regeneration.

Letzter Wettkampf in St. Leonard bei strahlendem Sonnenschein
Tag 7: Noch einmal sollte die Sonne dem Big Mountain Pro 2009 gewogen sein. Und damit fand der letzte Wettkampf dieser Serie an einem 300 Meter Face oberhalb der Skigebiets von St. Leonard im Defereggental statt. Zu bewältigen hatten die Rider an diesem kurzen Nord-West exponierten Hang einen von zwei steilen und hoch technischen Einstiegen mit einem stark kupierten Gelände im Anschluss. Die in den Vortagen gefallenen Schneemengen bekam Jeremy Jones an diesem Tag besonders zu spüren, als kurz nach dem Drop-In der Hang unter ihm abrutschte. Durch eine schnelle Straight Line konnte er aber noch kurz vor dem Lawinenkegel das Face verlassen. Im engen Zeitplan der Tour konnte das sonnige Wetter an diesem Tag nicht lange genossen werden, da die nächste Herberge im eine Stunde entfernten Heiligenblut am Großglockner zu beziehen war.

Abends folgt die Judging Session in Saalbach
Tag 8: Der am frühen Morgen aufkommende Nebel und Schneefall machte einen weiteren Run für den Wettkampf an diesem finalen Tage unmöglich, was den Ridern nach sieben Tagen Anstrengung aber nicht unangenehm war. Schließlich war für den Abend noch die Judging Session in Saalbach Hinterglemm als Höhepunkt der Tour angesetzt, in der die Rider noch einmal die Videos der vier Wettkampf Linien eines jeden Fahrers sichteten und das Niveau im Big Mountain Riding untereinander begutachteten, um den Best Freerider Overall des Swatch O’Neill Big Mountain Pro 2009 zu küren. Eines stand jedenfalls schon vor dem offiziellen Endergebnis fest. Dem Motto der diesjährigen Tour machten die Rider alle Ehre!

Quelle: Günstiger Skiurlaub auf funsporting.de