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Strahlende Gesichter! Das gibt es im Skisport, auch wenn die Österreicher und auch die Deutschen noch nicht dazu beigetragen haben. Aksel Lund Svindal aber konnte sich durchaus erwärmen für den Ausgang der Super-Kombination: "Heute habe ich gezeigt, dass ich doch schnell bin. Es ist ein schönes Gold nach einer Abfahrt, nach der ich sehr enttäuscht war", gesteht der Norweger, der die Königsdisziplin auf Platz elf beendet hatte.

Lizeroux überglücklich
Silber ging an Lokalmatador Julien Lizeroux, der wie in Kitzbühel den Platz in der Leaderbox gar nicht mehr abgeben wollte. 20 Läufer lang ließ er sich dafür von den Fans feiern, wie ein Volkstribun. "Es war schon ein toller Moment, in Kitzbühel den Slalom gewonnen zu haben. Aber das hier ist noch viel besser. Ich war fast drei Sekunden hinter dem Führenden in der Abfahrt, in der Pause habe ich mir in meinem Zimmer gedacht, ich muss einfach 100 Prozent geben", erklärte der Franzose überglücklich. Er könnte nun sogar dem schwächelnden Landsmann Jean-Baptiste Grange die Schau stehlen, wenn dem auch im Spezialslalom die Nerven flattern. Die Heldenrolle der Grande Nation ist neu zu vergeben.



Würdiger Kostelic-Ersatz
Der Star war ausgeflogen, dennoch feiert Kroatien die erste WM-Medaille. Schuld daran ist Natko Zrncic-Dim, der bereits in Kitzbühel aufgezeigt hatte. Nach dem Medaillenlauf entwickelte er sofort heimatliche Gefühle: "Das ist der schönste Tag in meinem Leben, hier habe ich auch meine ersten Weltcuppunkte in der Kombi und meinen ersten Weltcup-Podestplatz geholt. Ich liebe Val d'Isere, das ist für mich der schönste Platz", jubelt der Kroate.

Raich eröffnet neues Debakel
Fernab von solchen Feiern suchte man beim Österreichischen Skiverband weiter nach Erklärungen für die dritte Pleite in Serie. Seit den 60er Jahren musste man in der Alpenrepublik nicht mehr so lange auf Edelmetall für die Herren warten. "Bei uns zählen eben nur Medaillen. Es ist ein Scheiß, das wir noch keine geholt haben. Bislang läuft es eben nicht", beschreibt Hans Pum die Sachlage. Sein erster Ausfall in der Kombi war gleich der prominenteste: Goldhoffnung Benni Raich. "Ich habe gleich die erste Kurve verhaut. So etwas bleibt im Hinterkopf", ärgerte sich der Pitztaler, der Wenig später einen Schlag erwischt, die Linie verliert und ein Tor verpasst. "Nach dem Fehler am Anfang wollte ich umso mehr, vielleicht zu viel." Raich klagt zwar über schlechte Sicht, "die hatten andere zu diesem Zeitpunkt aber auch".

Nur Baumann im Ziel
Auch Marcel Hirscher und Bernhard Graf sollten noch ausfallen, lediglich Romed Baumann sah das Ziel - als Achter. 63 Hundertstel fehlen diesmal auf Bronze. "Wenn ich auf die Liste schaue und sehe, wie knapp ich dabei gewesen wäre mit einem guten Slalom, zipfts mich schon ein bisserl an", äußerte der WM-Debütant enttäuscht. Jetzt stellt sich die Frage: Ist Österreich wirklich so schlecht?

Alle Trainer entlassen?
"Wir werden alles genau analysieren und überdenken. Es wird sicher Dinge geben, die wir ändern werden. Aber wollt ihr, dass wir alle Trainer entlassen? Soll ich euch das sagen? Es gibt keine Schnellschüsse", legt sich Hans Pum fest. Er glaubt an den Erfolg in den technischen Disziplinen, speziell die Slalom-Fahrer könnten die Ehre vom Team Austria wieder herstellen. Acht Medaillen sollen es insgesamt weiterhin werden, wie viele davon von den Herren kommen, hat ja auch niemand gesagt. "Es tun schon alle so, als wäre die WM vorbei. Noch können wir unser Vorhaben erreichen," hofft Pum und ergänzt: "Wenn die Welt jetzt nicht untergeht, sehen wir uns morgen". Und was soll da schon schiefgehen? Dienstag ist schließlich Ruhetag.