© Doug Haney U.S. Ski Team
Die Favoriten haben ausgelassen. Bei der WM-Entscheidung zur Super-Kombination der Herren in Val d`Isère gab es so andere strahlende Gesichter, als man das erwarten durfte. Allen voran jubelte Aksel Lund Svindal über eine unerwartete Goldmedaille. Aber auch Julien Lizeroux konnte sich feiern lassen. Er hatte auf dem Slalomhang die beste Leistung gezeigt.

Svindal nach Abfahrt vorn
Nach der Abfahrt standen die Zeichen dabei noch ganz anders. Zwar hatte Svindal die Laufbestzeit hingelegt und auch einige Kombi-Favoriten klar distanziert, aber er glaubte wohl nicht so recht an einen Triumph. In der Spezialabfahrt wäre ihm dieser Lauf lieber gewesen, gab der zweifache Champion von Are 2007 nachher an. Favorisiert war nämlcih der unwesentlich langsamere Bode Miller, sowie der beste Slalom-Fahrer Jean-Baptiste Grange gewesen, der nur etwas mehr als eine Sekunde zurücklag.

Lizeroux top - Pleite für den ÖSV
Doch das auf 17 Uhr zurück verlegte Slalomfinale sollte nicht nur wegen der Flutlichtscheinwerfer stimmungsvoll werden. Zunächst sorgte Julien Lizeroux, 22. nach der Abfahrt, für den besten Lauf des Durchgangs. Wie in Kitzbühel bei seinem ersten Weltcup-Sieg rast er aus dem Nichts der Erwartungen zu einem Traumlauf - und einem traumhaften Ergebnis. Nach ihm warf wenig später Marcel Hirscher eine ähnliche Ausgangsbasis weg. Der Österreicher besiegelte damit einen weiteren schwarzen Tag für Austrias Ski-Herren, die im ersten Durchgang bereits Top-Favorit Raich verloren hatten. Youngster Bernhard Graf stieg auch vorzeitig aus, Romed Baumann war somit als Achter einziger und bester Österreicher.



Grange und Miller fädeln ein
Auch Natko Zrncic-Dim aus Kroatien konnte trotz guter Ansätze in seinem Lauf Lizeroux nicht knacken. Somit lagen alle Chancen bei den Favoriten. Jean-Baptiste Grange wurde dabei aber wieder seinem Ruf gerecht, in entscheidenden Momenten zu versagen. Als er einfädelte, ebbte das Geschrei der Fans an der Piste schlagartig ab. Bode Miller schaffte die steilen ersten Tore noch problemlos und fädelte dann auch ein. Fassunglos sah er den fast sicheren Sieg ihm entgleiten. Wie Miller hatte auch der weit weniger geübte Slalomfahrer Aksel Lund Svindal rund drei Sekunden Vorsprung auf Lizeroux. Das genügte dem Norweger, der zwar staksig fuhr und auch einige kritische Momente zu überstehen hatte, aber mit Vorspung ins Ziel kam. Es ist sein drittes WM-Gold nach den Erfolgen im Riesenslalom und in der Abfahrt 2007.

Keppler vertritt deutsche Farben
Für den DSV trat bei der Super-Kombination nur ein Fahrer an. Stephan Keppler fand als 48. von 49 Startern bei der Abfahrt nur noch begrenzte Möglichkeiten vor und durfte so als Dritter auf den Slalomhang. Am Ende steht ein 20. Rang für den Deutschen. Sein Kombinationstalent kann Keppler allem Anschein nach bereits am kommenden Mittwoch wieder unter Beweis stellen, dann steht der Nations Team Event auf dem Plan.