Die ÖSV-Herren haben in Val d`Isère für eine historische Pleite gesorgt: Erstmals nach 20 Jahren fuhren sie in super-G uns Abfahrt nicht eine einzige Medaille ein. Seit 1989 in Vail konnte die Alpenrepublik auf seine Speed-Asse bauen.

Nicht in Medaillennähe
Mit einer Medaille habe man schon gerechnet, untertrieb ÖSV-Alpindirektor Hans Pum und kündigte eine gründliche Aufarbeitung an. Platz fünf für Benni Raich im Super-G, Platz sechs für Hermann Maier in der Abfahrt - mehr war nicht drin, obwohl man den Führenden im Abfahrts-Weltcup in den eigenen Reihen hatte. "Unser einziger heißer Siegertipp war eigentlich Michael Walchhofer. Ich hatte Außenseiterchancen", sagt auch Hermann Maier, ohne seine Enttäuschung verbergen zu können. Maier ging selbst zum zweiten Mal nach 2007 leer aus.



Maier: "Wollte zuviel"
"Ich wollte zuviel, weil ich wusste, dass heute etwas drinnen ist," analysierte der Salzburger später. Seine Startnummer eins brachte ihm sogar noch einen Vorteil ein: "Ich war direkt überrascht, weil ich solch gute Bedingungen im Training nie vorgefunden habe," so Maier zu seinen Sichtbedingungen. Optimal nutzen kann der 36-Jährige diese jedoch nicht. "Ich weiß, dass eine Medaille möglich gewesen wäre."

Schweizer feiern neuerlichen Erfolg
Um so bitterer war die Niederlage für Österreich, weil die Schweizer sich schadlos hielten. Didier Cuche wäre bei guter Sicht wohl erneut Weltmeister geworden, so holte er Silber vor Landsmann Carlo Janka. Damit haben die Eidgenossen nach der Abfahrt die Führung im Medaillenspiegel übernommen.

Der doppelte Walchhofer
Wenigstens in einer Disziplin konnte Michael Walchhofer die ihm zugedachte Führungsrolle übernehmen. Durch seinen zweiten Start binnen 50 Minuten wird er als inoffizieller Konditionsweltmeister in die Geschichte des Großereignisses eingehen. Dafür erntete der Zauchenseer viel Bewunderung. "Für mich wäre das zu gefährlich. Ich hoffe, er tut sich nichts", meinte Klaus Kröll im Zielraum, noch vor dem zweiten Start. "Ich konnte ab der letzen Minute seiner Fahrt nur noch klatschen", gab Silbermedaillen-Gewinner Didier Cuche an. Auch Walchhofer selbst hatte seine Bedenken. „Zuerst habe ich mir gedacht, das geht nicht“, erzählte er und gestand danach: "Ich bin ganz schön blau!"

Für die Stars Maier und Walchhofer ist die WM damit bereits vorbei, beide werden auch im Team Event nicht starten.