© Atomic
Nach der Kombinationsabfahrt hatte noch Super-G-Weltmeisterin Lindsey Vonn wie die sichere Siegerin der Super-Kombination ausgesehen. Selbst die Fabelzeit der Schweizerin Lara Gut konnte Vonn toppen und hatte damit ihr zweites Gold fest im Visier. Im Finale passierte dann das Undenkbare: Vonn ließ ein Tor aus, fuhr dennoch weiter und kam als Zweite ins Ziel. Doch schnell war klar, dass ihr Lauf irregulär war. Damit wurde die Amerikanerin disqualifiziert. Gut und Görgl rückten auf die weiteren Medaillenränge nach. Marie Riesch blieb nur der undankbare vierte Platz.

Trauer um verpasste Chance
Nach einem ordentlichen Abfahrtsergebnis hat Maria Riesch die Steilvorlage nicht zur ersten DSV-Einzelmedaille bei einer WM seit 2001 nutzen können. Nach einem schwachen Slalomlauf fehlten am Ende 66 Hundertstel auf Bronze. Selbstkritisch meinte die noch von ihrem Trainingssturz gezeichnete Partenkirchenerin im Anschluss: "Ich habe den Slalom total verkorkst, schon von oben weg. Es war schwierig zu fahren, durch die Kanten und Ränder kommt man schnell auf den Schuh, was mir direkt passiert ist." Nach diesem groben Fehler nach wenigen Toren war der Medaillentraum im Prinzip schon zu Ende. "Im Endeffekt hab ich es mit diesem Lauf nicht verdient, eine Medaille zu gewinnen. Aber Vierte zu werden, das ist noch einmal einer oben drauf," trauerte Riesch ihrer Chance nach.

Zettel nutzt Gelegenheit
Ihre Chance beim Schopf gepackt hat Kathrin Zettel. Die Österreicherin lag nach der Abfahrt fast gleichauf mit Riesch, zeigte aber einen sauberen Slalom und zog so an die Spitze des Klassements. Es war die drittschnellste Slalomzeit hinter Sandrine Aubert aus Frankreich und der Tschechin Sarka Zahrobska, die Zettel zu Gold verhalf. Kapital schlagen konnten aus den Fehlern von Vonn und Riesch auch Lara Gut und Elisabeth Görgl. Beide gingen viel Risiko ein, leisteten sich wenige Fehler und meisterten so eine Prüfung, die nicht zu ihren Spezialitäten gehört. Belohnt wurde das mit Edelmetall und viel Selbstvertrauen für die kommende Abfahrt. Da wird man insbesondere Gut mit auf der Rechnung haben müssen.

Stechert Zwölfte, Pärson scheitert erneut
So glanzvoll die WM 2007 in Are für Anja Pärson verlief, so schmählich entwickeln sich die Titelkämpfe 2009 für die Schwedin. Nach dem Super-G konnte sie auch ihren zweiten Titel nicht verteidigen, bereits in der Kombi-Abfahrt stieg sie sang- und klanglos aus. Auch für Mitfavoritin Michaela Kirchgasser war nach dem Aus in der Abfahrt schon früh Schluss. Besser lief es für Gina Stechert, die in der Abfahrt als 16. besser abschnitt, als im Training zuvor. Im Slalom steigerte sie sich dann noch einmal auf Rang zwölf. Insgesamt hatten nur 39 Damen das Rennen um Kombinations-Medaillen aufgenommen.

Nächste Chance: Abfahrt
Nach zwei vergebenen Medaillenchancen kann Maria Riesch nun in der Abfahrt wieder um Edelmetall kämpfen. "Heute bin ich selber schuld," fasste Riesch zusammen, kann aber bereits voraus blicken: "Ich bin eine ganz gute Abfahrt gefahren, das gibt mir für das Rennen ein gutes Gefühl!" Am 8. Februar ist das Rennen angesetzt.