Einen Tag nach der ersten Entscheidung der Damen bei der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Val d’Isère stand das erste Abfahrtstraining an. Dabei sicherte sich das schweizerische Talent Lara Gut die Bestzeit. Die deutschen Fans wurden vom schweren Sturz von Maria Riesch geschockt.

Alcott mit Startnummer 43 fast zur Bestzeit
Auf der Piste Rhone-Alpes hielt lange die erst 17-jährige Lara Gut die Bestzeit. Die Schweizerin raste mit Startnummer 19 in 1:30,41 Minuten ins Ziel. Als schon keiner mehr damit gerechnet hatte, fuhr die Britin Chemmy Alcott, die nach einer Verletzung erst in Cortina d’Ampezzo (ITA) in den Weltcup zurückgekehrt war, zur vermeintlichen Tagesbestzeit. Als 43. ging die Britin auf die schwierige Piste und unterbot in 1:30,21 Minuten Guts Zeit noch einmal um zwei Zehntel. Da Alcott allerdings die Strecke nicht regelkonform abfuhr, wurde sie nach der Session disqualifiziert. So landete hinter Gut die Italienerin Nadia Fanchini auf Rang zwei.

Weltmeisterin disqualifiziert
Auch die Medaillengewinnerinnen aus dem Super-G präsentierten sich einen Tag nach ihrem Besuch auf dem WM-Podest in guter Verfassung. So erreichte Silbermedaillengewinnerin Marie Marchand-Arvier aus Frankreich den vierten Platz. Die Dritte aus dem Super-G Andrea Fischbacher war auch im Abfahrtstraining als Dritte beste ÖSV-Dame. Die Favoritinnen Super-G-Weltmeisterin Lindsey Vonn und Anja Pärson ließen im ersten Training ein Tor aus und wurden wie Alcott disqualifiziert.



Rücken- und Knieschmerzen bei Riesch
Überschattet wurde das Training von Maria Rieschs schwerem Sturz. Die Deutsche flog nach der zweiten Zwischenzeit ab und klagte über Rücken- und Knieschmerzen. Nach der ersten Diagnose von Mannschaftsarzt Wolfgang Vogt erlitt Riesch eine Prellung der Wirbelsäule. Darüber hinaus besteht der Verdacht auf eine Innenbandzerrung im linken Knie. Auch die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby stürzte schwer und verletzte sich am Knie. Die Schweizerinnen Nadia Styger und Dominique Gisin kamen ebenfalls nicht ins Ziel. Da Viktoria Rebensburg anschließend auf einen Start verzichtete, kam nach der Disqualifikation von Gina Stechert keine DSV-Dame ins Klassement. Am morgigen Donnerstag (05.02.) steht ein weiterer Trainingslauf auf dem Programm.

Weitere Starts wohl nicht gefährdet
Cheftrainer Mathias Berthold, einziger Augenzeuge des Sturzes von Riesch nach einem Sprung im oberen Teil der anspruchsvollen Piste, gab sich allerdings gleich kämpferisch. "Soweit ich das beurteilen kann, sind ihre weiteren Starts nicht gefährdet. Ein wahrer Champion geht durch sowas durch und zeigt, was er drauf hat", sagte er. Am Freitag steht zunächst die Super-Kombination auf dem Programm, dafür rechnet sich Maria Riesch neben dem Slalom die größten Medaillenchancen aus. Am Sonntag folgt die Spezialabfahrt.