Vom 3. bis zum 15. Februar 2009 findet die 40. alpine Ski-Weltmeisterschaft statt. Austragungsort ist der französische Skiort Val d’Isère. Die Wettkämpfe in den Savoyen stellen für die meisten Skirennläufer den Saisonhöhepunkt dar. 33 Medaillen warten in den nächsten 14 Tagen auf einen Besitzer.

Die Form muss stimmen und "man braucht das nötige Glück"
Erstmals nach 1968 in Grenoble werden die WM-Medaillen wieder in Frankreich vergeben. So wichtig der Weltcup für die alpinen Skirennläufer ist, ist eine WM immer etwas Besonderes, denn sie wird nur alle zwei Jahre ausgetragen. Zudem muss am Renntag einfach alles passen, denn bei einer WM gibt es nur eine Chance. Das bestätigt auch die große Goldhoffnung der Deutschen Maria Riesch: "Man braucht an einem solchen Tag auch einfach das nötige Glück." Die 24-Jährige ist in diesem Winter im Slalom das Maß der Dinge und konnte sich in Garmisch-Partenkirchen noch einmal Selbstvertrauen für den Saisonhöhepunkt holen. Riesch hat daher klare Vorstellungen für die WM: "Es ist klar, dass man dann nicht zur WM fährt und sagt 'Schauen wir mal', sondern man will ganz klar eine Medaille, auch wenn es schwierig ist." Zusammen mit ihrer Freundin Lindsey Vonn aus den USA könnte Riesch zum großen Star und Abräumer der WM werden.

Pärson pünktlich fit
Vor zwei Jahren im schwedischen Are hatte noch Anja Pärson als Lokalmatadorin groß abgeräumt. Die zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin ist Titelverteidigerin in Abfahrt, Super-G und Super-Kombination. Zu den drei Titeln kam noch die Bronzemedaille im Slalom. Die 27-Jährige ist in diesem Winter immer besser in Fahrt gekommen und ist neben Riesch und Vonn die große Favoritin für Val d’Isère. Im Slalom gewann 2007 Sarka Zahrobska Gold. Danach musste die Tschechin bis zu dieser Saison warten, ehe sie sich endlich auch über den ersten Sieg im Weltcup freuen konnte. Der Druck ist weg und so kann die angriffslustige Tschechin auch im Tal der Isère voll attackieren. Im Stangenwald werden es ihr aber neben Vonn, Riesch und Pärson auch die Slowakin Veronika Zuzulova sowie Tanja Poutiainen aus Finnland schwer machen.

Damen-Riesenslalom: Favoritinnen gibt es viele
Die Österreicherinnen müssen ohne die verletzten Marlies Schild und Nicole Hosp auskommen. Sie haben aber mit Kathrin Zettel und Elisabeth Görgl noch zwei starke Technikerinnen, die bei der Vergabe der Medaillen in Slalom und Riesenslalom ein Wörtchen mitreden werden. Im Riesenslalom feierte Zettel in diesem Winter bereits drei Siege und auch Görgl stand schon auf dem Podium. Die großen Gegenspielerinnen der beiden sind hier Poutiainen und die beiden Italienerinnen Manuela Mölgg und Denise Karbon. Karbon kam in diesem Winter nicht so recht in Schwung, nachdem sie den Riesenslalom im vergangenen Winter noch dominiert hatte. Dennoch hat die 28-Jährige den Titel im Visier. Der Deutsche Skiverband hofft hier vor allem auf Kathrin Hölzl, die in diesem Winter einmal auf das Treppchen carvte und das Rennen um Gold, Silber und Bronze sachlich angeht: "Bei der WM ist es für jeden das große Ziel, eine Medaille zu holen."

Götschl träumt von Gold
Mit diesem Ziel tritt in Val d’Isère auch eine ganz Große des Skirennsports an. Renate Götschl hat mehr als 400 Weltcuprennen bestritten und davon 46 gewonnen. Sie möchte zum Abschluss ihrer Karriere "noch einmal eine Goldmedaille machen". Zwar konnte die österreichische Speed-Queen in diesem Winter bisher nicht überzeugen, dennoch hat Götschl auf der Piste Solaise, wo die Damen ihre Rennen austragen, durch ihre Erfahrung gegenüber zahlreichen Konkurrentinnen einen nicht zu verachtenden Vorteil. In Abfahrt und Super-G sicherte sich Lindsey Vonn vor zwei Jahren noch unter ihrem Mädchennamen Kildow zweimal Silber. Unter neuem Namen wurde die US-Amerikanerin auf Anhieb Weltcupgesamtsiegerin und ist auf dem besten Weg diesen Titel zu verteidigen. Bei den Titelkämpfen will sie diese Erfolgsstory weiterschreiben.



Junge auf dem Sprung ins Rampenlicht
Im Vorfeld der WM rasten einige andere ins Rampenlicht. So zeigten Maria Holaus und Andrea Fischbacher, dass sie durchaus bereit und in der Lage sind, das Erbe von Renate Götschl in Österreich anzutreten. Holaus wird aufgrund einer Knieverletzung aber nicht in Frankreich dabei sein. Aber auch Anna Fenninger könnte unbekümmert überraschen. Wie das schafft, weiß Lara Gut. Die erst 17-jährige Schweizerin siegte in diesem Winter zum ersten Mal im Weltcup und zeigte vor allem in Riesenslalom und im Super-G, dass sie zu allem fähig ist. Mit ihrem Talent könnte sie in Val d’Isère schon für ihren ersten Karrierehöhepunkt sorgen. Ihre Landsfrau Fabienne Suter gehört nach einer bisher guten Saison auf jeden Fall auch zu den Medaillenkandidatinnen sowie Nadia Fanchini aus Italien. Britt Janyk aus Kanada hat zwar schon die Olympischen Spielen in ihrer Heimat Vancouver im Visier, aber "bei der Weltmeisterschaft möchte ich eine Medaille".