2011 finden die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen statt. 2009 gehen die Damen und Herren erstmals auf die neuen Kandahar-Strecken. Zudem bietet sich beim Big Event die letzte Chance, sich noch einmal für die WM 2009, die zwei Tage später beginnt, zu empfehlen.

Riesch hofft auf Wende
Den Beginn machen am Freitag (30.01.) die Damen. Für sie steht der siebte Slalom der Saison an. Dabei hofft Maria Riesch zurück in die Erfolgsspur zu finden. Vor den Speed-Rennen lag die Partenkirchenerin im Gesamtweltcup noch an der Spitze, nachdem sie die vier letzten Slaloms als Siegerin beendet hatte. Nun hat sie über 100 Punkte Rückstand auf Lindsey Vonn und setzt bei ihrem Heimspiel auf ihre diesjährige Paradedisziplin, um rechtzeitig vor der WM in Val d’Isère erneut die Trendwende zu schaffen. Auf dem Gudiberg wird Riesch ihr rotes Trikot auf jeden Fall verteidigen. Bei günstigem Rennverlauf könnte sich die 24-Jährige sogar schon zwei Slalom-Wettbewerbe vor Schluss die kleine Kristallkugel sichern. Allerdings liegt die Konkurrenz auf der Lauer. Sarka Zahrobska (CZE) und Tanja Poutiainen (FIN) kommen ausgeruht nach Garmisch-Partenkirchen und wollen vor der WM in Frankreich ihre gute Form unter Beweis stellen. Für Lindsey Vonn, derzeit zweitbeste im Slalom-Weltcup, geht es darum, möglichst keine Punkte auf Riesch und Anja Pärson zu verlieren.

Der Samstag steht im Zeichen der Geschwindigkeit
Am Samstag (31.01.) haben dann ausnahmsweise die Herren den Vortritt. Um 11.00 Uhr starten die Herren auf der neuen Kandahar. Nach den Klassikern in Wengen (SUI) und Kitzbühel (AUT) ist Didier Defago der Favorit auf den Sieg. Der Schweizer hat sich durch seine Erfolge auch im Abfahrtsweltcup nach vorne gearbeitet und liegt nur noch zwölf Punkte hinter Michael Walchhofer. Der Österreicher möchte seine Führung natürlich verteidigen und vor der WM zeigen, dass er auch ein Goldkandidat ist. 2007 durften sich zuletzt die Speed-Fahrer auf der alten Kandahar zeigen. Bei zwei Rennen in der Königsdisziplin feirten der Slowene Andrej Jerman und Erik Guay aus Kanada die Siege. Der Kanadier ist ein absoluter Fan der Piste in Garmisch-Partenkirchen: "Die neue Strecke ist noch ein Stück anspruchsvoller geworden. Da bleibt kaum Zeit zum durchschnaufen." Den Mittelteil sieht er als absolute Bereicherung. "Bisher bin ich in diesem Teil fast eingeschlafen", sagt er mit einem Augenzwinkern. Als besonders herausfordernd bezeichnet er den Schlussabschnitt. „Da wird einem noch mal alles abverlangt. Diese Wand mit dem Sprung, simply amazing!“ Sowohl Guay als auch Jerman muss man auch auf der neuen Kandahar auf der Rechnung haben. Dazu kommen die üblichen Verdächtigen Bode Miller (USA), Didier Cuche (SUI) und Klaus Kröll (AUT).

Vierter Super-G, vierte Siegerin?
Nach der siebten Abfahrt der Herren steht der vierte Super-G der Damen am Samstag auf dem Rennprogramm. Die ersten drei Rennen im Super-G sahen jeweils eine andere Siegerin. Nadia Fanchini (ITA), Lara Gut (SUI) und Jessica Lindell-Vikarby (SWE) schafften jeweils einmal den Sprung ganz oben auf das Treppchen. Nur Fanchini und Fabienne Suter (SUI) fuhren zweimal auf das Podium und liegen daher im Disziplin-Weltcup vorne. In Garmisch-Partenkirchen werden die Karten neu gemischt, denn mit Maria Riesch und Anja Pärson verpassten bisher zwei Top-Fahrerinnen das Podest in allen drei Rennen. Vor allem die Schwedin zeigte am Montag (26.01.), dass sie in einer beeindruckenden Form ist und schied mit klarer Zwischenbestzeit aus. Riesch sucht noch nach der Form des vergangenen Winters, als sie die kleine Kristallkugel im Super-G gewann. In diesem Winter kann sie ihren Titel zwar nicht mehr verteidigen, aber mit den deutschen Fans am Pistenrand kann sich die deutsche Medaillenhoffnung zumindest Selbstvertrauen für die erste Entscheidung bei der WM nächste Woche holen. Am Dienstag (03.02) konkurrieren die Damen als erstes nämlich im Super-G.



Pranger ist wieder an der Reihe
Zum Abschluss des Big Events steht noch einmal der Gudiberg im Fokus. Dort carven die Herren um den Sieg. Im vergangenen Jahr gewann hier Reinfried Herbst. Der Österreicher ist nach seinem deutlichen Sieg beim Nachtslalom in Schladming (AUT) auch der Favorit für Garmisch-Partenkirchen. Bei den letzten vier Slalomrennen gab es dreimal einen österreichischen Doppelsieg durch Herbst und Manfred Pranger. Zweimal siegte Herbst und einmal Pranger. Lässt man Kitzbühel heraus, wäre in Garmisch-Partenkirchen wieder Pranger an der Reihe. Allerdings ist die Spitze im Weltcup eng beieinander. Das rote Trikot trägt immer noch Jean-Baptiste Grange. Allerdings scheint der Franzose mit Richtung WM auf dem absteigenden Ast zu sein. Von der Dominanz der ersten Rennen ist nichts mehr zu sehen. Durch konstante Fahrweise hat Ivica Kostelic mittlerweile die Spitze des Gesamtweltcups übernommen. Der Kroate mit der berühmten Schwester Janica hat gute Chancen als Gesamtführender nach Frankreich zu reisen. Ihm im Nacken sitzt Benjamin Raich. Der Pitztaler schied in drei der letzten vier Wettbewerbe aus und büßte so den ersten Platz ein. Vor heimischem Publikum will auch Felix Neureuther zeigen, dass er nicht nur schnell, sondern auch bis ins Ziel fahren kann. Der Partenkirchener fuhr diesen Winter in seiner Paradedisziplin erst zwei Ergebnisse ein - einmal Dritter, einmal 20. Fünfmal kam er schon nicht in die Punkte. Ob Neureuther es bei seinem Heimspiel besser macht, erfahrt ihr ebenso wie die Ausgänge der anderen Rennen im ski2b-Liveticker.




Das Big Event im Detail:
Freitag, den 30. Januar
10:45 Uhr 1. Durchgang Slalom der Damen
13:45 Uhr 2. Durchgang Slalom der Damen
Samstag, den 31. Januar
11:00 Uhr Abfahrt der Herren
13:00 Uhr Super-G der Damen
Sonntag, den 1. Februar
10:00 Uhr 1. Durchgang Slalom der Herren
13:15 Uhr 2. Durchgang Slalom der Herren