Eine Abendveranstaltung im Weltcup? Vor 13 Jahren fand diese Idee nicht jeder wirklich verlockend. Einige prophezeiten dem Neuling im Ski-Zirkus sogar das schnelle Aus. Das Gegenteil ist eingetroffen, heute ist Schladming ein Spektakel, das auch gesellschaftlichen Status hat. Wenige Tage nach Kitzbühel duelliert sich hier sie Slalom-Elite vor geschätzten 50.000 Fans. Die Light-Show sorgt für Atmosphäre und peitscht die Fahrer an. Schladming ist ein Highlight!

Österreich will einen Sieg
Für die heimischen Fans gab es hier zuletzt einigen Grund zum Feiern: Im Januar 2007 bezwang Benni Raich den Schweden Byggmark, Mario Matt folgte auf Rang drei. 2008 war Matt dann der König von Schladming, als er Jean Baptiste Grange und Manfred Mölgg auf die Plätze verwies. Damit landete der Sieger des Slaloms in Kitzbühel wenige Tage später jeweils auf Rang zwei - gute Chancen also für Julien Lizeroux, wieder weit vorne zu landen. Nach dem Flop auf dem Ganslern-Hang lechzen die zuletzt so starken ÖSV-Techniker nach einer Revanche und werden von ihren Anhängern dabei frenetisch unterstützt werden.

Hohe Erwartungen
Wie sicher die Österreicher mit einem Heimsieg rechnen, zeigt eine aktuelle Umfrage des ORF. Darin tippten rund 76 Prozent auf einen ÖSV-Fahrer als Sieger, wobei Raich in den Erwartungen noch vor Herbst und Manfred Pranger liegt, Matt und Marcel Hirscher folgen dicht darauf. Die aktuelle Slalom-Wertung gibt dagegen ein etwas anderes Bild ab: Hier führt weiterhin Jean-Bapriste Grange vor dem Kroaten Ivica Kostelic, der in Schladming sogar als Gesamtweltcupführender anreist. Auch Kitz-Sieger Julien Lizeroux findet sich in den Top Five wieder - ein Alleingang der Österreicher ist also kaum zu erwarten.



Comeback der Enttäuschten?
Einige Top-Techniker haben in dieser Saison bislang enttäuscht - dazu zählt untern anderem Vorjahreschampion Manfred Mölgg. Der Italiener hat vierte und fünfte Plätze auf den Konto - zu wenig für die eigenen Ansprüche. Auch Bode Miller hatte sich im Slalom hohe Ziele gesteckt und kann diese seit dem guten Start in Levi kaum erfüllen. Nach der Niederlage in Kitzbühel will auch er nun zurückschlagen. Sein Landsmann Ligety sucht ebenfalls nach der Form, bislang gelang ihm 2008/2009 kein Slalom mit zwei guten Läufen. Legt einer der drei auf der Planai das Ruder um?

Neureuther: Auf der Suche nach Sicherheit
Auch Felix Neureuther hat in dieser Saison längst nicht alle Erwartungen erfüllt. Der dritte Platz in Adelboden zeigte sein Potenzial, in Wengen und Kitzbühel folgten Rückschläge. Auf dem Ganslern gelang ein ordentlicher Lauf, dann folgte erneut das Aus. "Da könnte man sich schon in den Hintern beißen. Dieser Slalom hier ist ein Spiegelbild der ganzen Saison," meinte Neureuther selbstkritisch. Die Weltcup-Saison kann der immer noch beste deutsche Skifahrer fast schon abhaken, aber gute Ergebnisse in Schladming und dem anschließenden Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen würden ihn in der Startliste nach oben bringen und - was noch viel wichtiger wäre - ihm Sicherheit geben. Denn eine WM-Medaille würde alle Kritik am Partenkirchner verstummen lassen. Neben Neureuther wird sich wieder Stefan Kogler um Weltcuppunkte für den DSV bemühen, vielleicht darf auch Fritz Dopfer wieder antreten.

Die WM vor Augen
Für Spannung sorgt in Schladming auch die näherrückende Weltmeisterschaft. Nach dem 'Night Race' bleibt nur noch der Wettbewerb in Garmisch-Partenkirchen, um sich zu qualifizieren oder in der Startliste seine Position zu verbessern. Das gilt insbesondere auch für die Schweizer, die sich derzeit im Slalom schwerer tun, als in allen anderen Disziplinen. In Schladming sollten auch mit höherer Startnummer gute Ergebnisse drin sein, denn die Planai meldet sehr gute Pistenverhältnisse.

Das Programm im Überblick:
Dienstag, 27. Januar 2009:
18:00 Uhr: 1. Durchgang
20:45 Uhr: 2. Durchgang

ski2b.com berichtet wie gewohnt live vom Night Race!