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Ein schlimmer Ski-Unfall hat sich ereignet, dessen prominenter Hauptdarsteller für eine große Öffentlichkeit sorgte. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus befand sich im Skiurlaub auf der Riesneralm in der Steiermark, als er auf der Piste mit einer Slowakin zusammenprallte. Die Frau eines Diplomaten starb an Ort und Stelle, Althaus überlebte den Crash schwer verletzt. Dass die Staatsanwaltschaft Leoben nun wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt, ist ein Problem für den Politiker Althaus. Dass der einjährige Sohn der Verunfallten nun Halbwaise ist, ist eine Tragödie.

Die Frage über Schuld oder Unschuld von Dieter Althaus kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden, sie ist Sache der ermittelnden Behörden. Im Zuge der Berichterstattung vieler Medien gerät als Folge ein Sicherheitsthema mit in die Debatte. Althaus hat bei diesem Unfall ein Helm vor weit schlimmeren Folgen bewahrt, ohne diesen könnte auch er heute tot sein. Die Industrie meldete sofort steigende Verkaufszahlen, vielerorts sind Skihelme bereits Mangelware und Nachschub vor Ostern, also innerhalb der laufenden Saison, ist in der kurzen Zeit schwer zu produzieren.



Nun werden in Österreich wie in Deutschland Forderungen nach einer allgemeinen Helmpflicht laut. Hilde Gerg und Markus Wasmeier äußerten sich zu Gunsten einer solchen Verordnung, das österreichische Bundesland Kärnten erwägt, im Alleingang die Helmpflicht für Kinder und Jugendliche einzuführen, um Verletzungen zu vermeiden. In Italien ist diese Helmpflicht längst vorhanden und gilt für alle unter 14-Jährigen. Ist das wirklich der Königsweg?

Das einzige gültige Regelwerk auf den Pisten sind die zehn Verhaltensregeln der FIS. Anhand derer wird derzeit auch das Verhalten von Dieter Althaus geprüft. Darüber hinaus ist jeder Skifahrer für seine eigene Sicherheit verantwortlich. Jeder Erwachsene kann wählen, ob er sich mit Helmen oder Protektoren schützen möchte. Jedes Elternteil sollte seine Kinder vor den Gefahren einer Kopfverletzung schützen. Dieser Schutz muss aber nicht vom Gesetzgeber kommen. Denn dann müsste jedes Gastgeberland für alpine Wintersportler solche Gesetze erlassen, in föderalen Staatsformen möglicherweise jedes Bundesland. Und wer sollte die Überwachung dieser Gesetze leisten? Welche Folgen stehen auf ihre Verletzung?

Der Skisport soll Freizeitspaß bleiben. Jeder Sportler kann sich dabei verletzen, das ist beim Fußball nicht anders. Nur sind dort die Folgen womöglich weniger gravierend. Wenn jeder Skisportler sich selbst bestmöglich schützt und seine Fähigkeiten richtig einschätzt, werden Unfälle mit schlimmen Folgen am besten vermieden. Gesunde Eigeninitiative hilft hier mehr als die staatliche Gewalt. Unser Mitgefühl gilt den Verwandten der Verstorbenen, gute Besserung Ministerpräsident Althaus! Doch wegen ihres Unfalls muss es keine allgemeine Helmpflicht geben.