Am 5. Januar 2009 beginnt der Ski Cross Weltcup mit dem Nachtrennen von St. Johann in Tirol/Oberndorf. Die Salomon-Fahrer bereiten sich derzeit intensiv auf den Start einer wegweisenden Saison vor.

"Für Zuschauer wird es nie langweilig"
Ski Cross gilt nach wie vor als "junge Disziplin" im Alpinzirkus. Dem besonderen Reiz von Ski Cross kann sich jedoch kaum jemand verschließen. Vier Fahrer starten gleichzeitig in die Rennstrecke, nicht wie etwa beim Parallelslalom getrennt, sondern direkt Mann gegen Mann. "Für die Zuschauer wird es nie langweilig", meint Ski Cross Fahrer Andreas Matt. "Durch das direkte Duell, die Überholmanöver und die zusätzlich eingebauten Sprünge und Steilkurven ist jeder Durchgang spannend - vom Start bis ins Ziel kann alles passieren", fügt Routinier Wolfgang Auderer hinzu.

Technik und Kampfgeist sind wichtig
Aber auch für die Fahrer selbst stellt Ski Cross hohe Anforderungen: "Du musst vom Start weg immer die Ideallinie gegen drei weitere Fahrer verteidigen", sieht die Rennläuferin Katrin Ofner eine Besonderheit. Die Weltmeisterin von 2005 Karin Huttary weiß aus Erfahrung, dass Technik und Kampfgeist in diesem Sport besonders gefordert sind. "Außerdem darfst du nie aufgeben. Du kannst auch von der letzten Position aus noch gewinnen", erklärt sie während ihre Augen kämpferisch funkeln. Die Faszination dieses Sportes hat mittlerweile auch das olympische Komitee erreicht und bei den Olympischen Spielen 2010 wird Ski Cross erstmals ausgetragen. Für die Fahrer des Salomon Teams ist das Ziel klar formuliert: "Wir wollen beim Weltcup in dieser Saison aufzeigen und natürlich ist die Qualifikation für Olympia das große Ziel", so Andreas Matt.

Heimrennen als Vorteil?
Vielleicht ein Fingerzeig, dass der Weltcup-Auftakt 2009 in St. Johann i.T./Oberndorf stattfindet und 2010 die letzte Qualifying-Chance im heimischen St. Johann i.T./Oberndorf oder Kreischberg besteht. "Ein Heimrennen ist immer ein Vorteil. Die Motivation ist höher und der Hang ist einem auch vertraut", so Katrin Ofner. Zweitgenannter Vorteil dürfte hierbei 2009 nicht so groß ausfallen, denn in St. Johann i.T./Oberndorf wurde viel in das Weltcup-Debüt investiert und eine komplett neue Rennstrecke angelegt. ÖSV Ski Cross Betreuerin Sabine Wittner hat die Fahrer gut auf diese neue Herausforderung vorbereitet: "Der Kurs ist enorm selektiv und durch den Wechsel von schnellen und technisch anspruchsvollen Passagen eine Nagelprobe für den gesamten Weltcup. Als erste Standortbestimmung genau das Richtige." Lokalmatador Wolfgang Auderer kennt die Strecke aus dem Effeff und freut sich auf den Auftakt: "Das Nachtrennen! Das Licht, die Atmosphäre und die vielen Zuschauer - ich habe jedes Mal wieder Gänsehaut, wenn ich hier am Start stehe!"

Sicherheit ein strapaziertes Thema
Ein anderes Thema im Ski Cross ist die Sicherheit der Athleten. Teilweise wurde dieses Thema bereits überstrapaziert. Kritiker sprechen von "halsbrecherisch", die Experten sind jedoch anderer Meinung. Die Häufigkeit von Stürzen ist eindeutig höher als in den klassischen Alpindisziplinen - Verletzungshäufigkeit und -schwere jedoch eher geringer. "Die Geschwindigkeiten sind im Ski Cross bei weitem nicht so hoch, wie etwa in den Abfahrtsbewerben. Dadurch gehen Stürze in der Regel glimpflich aus und enden meist noch vor den Fangzäunen", bringt es Wolfgang Auderer auf den Punkt.

Strecke in St. Johann i.T. komplett überarbeitet
Zum Auftakt wird ein hochwertiges Starterfeld aus 23 Nationen erwartet. Als einziges Nachtrennen wurden hier regelmäßig die höchsten Besucherzahlen im Ski Cross erreicht. Daher setzt man auch bei der Planung des Weltcups auf dieses bewährte Rezept. Um das Rennen noch attraktiver zu machen, wurde der ehemalige Penzinghang auf einer Länge von circa 400 Metern komplett umgebaut. Die Strecke wurde verbreitert, Baumbestand verlegt, die Neigung korrigiert und coupiert und der Zieleinlauf noch weiter zum Publikum gerückt. Entstanden ist ein enorm anspruchsvoller Rennhang, bei dem sich steile und flache Passagen abwechseln und den Sportlern Technik und Ausdauer abverlangen. Dem Publikum wird es sicher gefallen, denn die Rennstrecke ist nahezu von jedem Platz aus komplett einsehbar. Sollte das für den Zuseher noch nicht nahe genug sein, so ist auf der 55 Quadratkilometer großen Video-Wall jedes noch so kleine Detail erkennbar.