Die Damen haben in diesem Winter erst eine Abfahrt und einen Super-G hinter sich gebracht. Nach dem Speed-Auftakt in Lake Louise (CAN) stehen am kommenden Wochenende in St. Moritz wieder die langen Bretter im Fokus. Erstmals in dieser Saison wird auch eine Super-Kombination ausgetragen.

Super-Kombi: Eine Sache für Vonn und Riesch?
Zunächst sind aber in der Schweiz die Allrounderinnen gefragt. In die erste Super-Kombination der Saison geht Maria Riesch als Titelverteidigerin: "Ich habe in St. Moritz schon tolle Ergebnisse erreicht und fahre gerne hier. Ich freue mich auf alle drei Rennen. Speziell auf die erste Super-Kombination des Winters." Ihre ärgste Widersacherin wird nach den bisherigen Leistungen wohl Lindsey Vonn sein. Die amtierende Gesamtweltcup-Siegerin gewann in diesem Jahr schon die einzige Abfahrt und einen Slalom, sodass sie nahezu perfekte Voraussetzungen mitbringt. Allerdings wird in St. Moritz der Slalom nicht mit einer Abfahrt sondern mit einem Super-G kombiniert. Auch Riesch konnte im Stangenwald bereits siegen. In La Molina deklassierte die Deutsche die Konkurrenz auf ihren Slalom-Ski.

Pärson Doppelsiegerin in 2007
Gute Voraussetzungen für eine gelungene Kombination bringen aber auch Nicole Hosp und Anja Pärson mit. Hosp kam zwar im ersten Super-G der Saison nicht über den 14. Rang hinaus, aber sie zeigte zuletzt aufsteigende Form. Pärson hat bereits in allen Disziplinen gewonnen und hat ein besonderes Verhältnis zu St. Moritz. Im vergangenen Jahr gewann die Schwedin im Dezember die beiden Speed-Rennen, die anstatt in Val d’Isère im schweizerischen Nobel-Ski-Ort stattfanden.

Vermeintliche Favoritin mit schlechter Historie
Die Top-Favoritin in der Abfahrt ist auf jeden Fall Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin gewann hier die kleine Kugel im vergangenen Winter und stand beim ersten Rennen in Kanada auch schon wieder ganz oben auf dem Treppchen. Das rote Trikot in dieser Disziplin scheint zur Standardausrüstung der 24-Jährigen zu gehören. Im vergangenen Jahr musste sie sich aber in St. Moritz Pärson geschlagen geben und beim eigentlichen Weltcup von St. Moritz in diesem Frühjahr wurde sie in einem Startnummernrennen Fünfte. Den Sieg trug bei immer besser werdenden Bedingungen die Slowenin Tina Maze mit Startnummer 47 davon, die sonst eher in den technischen Disziplinen zuhause ist. Vonn hat zu St. Moritz ohnehin nicht die beste Beziehung. Bei zwölft Starts konnte sie noch keinen Sieg feiern und schaffte auch nur dreimal den Sprung auf das Podium.

Generationenwechsel in Österreich?
In der ersten Abfahrt präsentierten sich die ÖSV-Damen mannschaftlich stark, auch wenn es keine Athletin auf das Podium schaffte. Maria Holaus wurde Fünfte, Andrea Fischbacher landete auf Rang sechs und Anna Fenninger fuhr auf Rang acht. Renate Götschl musste sich als 'Speed-Queen' mit Platz zwölf zufrieden geben. Während Götschl vielleicht ihre letzte Saison bestreitet, gehört die Zukunft den anderen, denn von den drei anderen ist keine älter als 25. Nach außen wird sich Götschl nichts anmerken lassen und locker bleiben, aber innerlich wird sie sich ärgern und versuchen, die alte Hierarchie wieder herzustellen. Schließlich geht es auch um die Startplätze für die WM im Februar. Holaus wurde in St. Moritz im Februar Abfahrtszweite, Götschl Dritte im Super-G.

Guts Stern ging in St. Moritz auf
Im Februar dieses Jahres ging in der Abfahrt der Stern von Lara Gut auf. Mit damals 16 Jahren stürzte die Schweizerin vor heimischem Publikum ins Ziel und wurde daher nur Dritte. In diesem Winter sorgte Gut bereits für gute Resultate, war aber zuletzt angeschlagen. Sie wird mit positiven Erinnerungen nach St. Moritz zurückkehren. Im Super-G konnte in Lake Louise Guts Landsfrau aufzeigen. Fabienne Suter wurde Zweite und will dieses Resultat beim zweiten Speed-Weltcup wiederholen oder gar verbessern. Auch Nadia Styger kann dafür sorgen, dass sich die Eidgenossen mit einer Lokalmatadorin freuen können.



Still und leise in die Weltspitze
Besonders schnell präsentierte sich in diesem Winter bisher Nadia Fanchini. Die Italienerin gewann den ersten Super-G und überzeugte auch in der Abfahrt als Zweitplatzierte. Fanchini hat sich ganz still und leise in der Abfahrt in der Weltspitze etabliert. So stand die 22-Jährige in ihren letzten vier Weltcup-Abfahrten dreimal auf dem Podium. Emily Brydon feierte im Februar in St. Moritz im Super-G ihren ersten und bisher einzigen Weltcup-Sieg. In Lake Luoise startete die Kanadierin mit zwei Top-Ten-Plätzen in die Saison und möchte in der Schweiz zurück aufs Podium. Dass dieser Wunsch realistisch ist, zeigt ihre Bilanz in St. Moritz: Achtmal fuhr die 28-Jährige hier schon in die Top 15 und erreichte bei den vergangenen drei Starts einen Sieg, einen zweiten und einen vierten Rang.

Deutsche wollen an Lake Louise anknüpfen
Die deutschen Damen wollen an die guten Resultate von lake Louise anknüpfen. Dort rasten Maria Riesch und Gina Stechert auf die Plätze drei und vier. Die beiden bestreiten alle drei Rennen, Viktoria Rebensburg und Nicola Schmid, die ihr Weltcup-Debüt feiert, kommen im Super-G sowie Susanne Riesch in der Super-Kombination zum Einsatz. "Im Super-G müssen wir uns ganz klar steigern", erwartet Bundestrainer Matthias Berhold eine Leistungssteigerung. Maria Riesch, die im vergangenen Jahr beste Super-G-Athletin war, weiß um ihre Aufgabe: "Im Super-G habe ich nach dem ersten Rennen in Lake Louise etwas gutzumachen."

Die Rennen im Detail:
19.12.2008, Freitag, Super-Kombination
10:45 Uhr Super-G
13.45 Uhr Slalom
20.12.2008, Samstag, Abfahrt 10.45 Uhr
21.12.2008, Sonntag, Super-G 11.00 Uhr

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