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Erstmals in der Geschichte des Ski-Weltcups gab es Wettbewerbe in La Molina. In den spanischen Pyrenäen trugen sich Tanja Poutiainen und Maria Riesch als Erste in die Siegerlisten ein.

Spanier feiern Weltcup-Damen
An beiden Tagen strömten zahlreiche Ski-Fans zur Rennstrecke in La Molina. Dadurch wurde die Weltcup-Premiere trotz Schneefalls, der vor allem am Sonntag beim Slalom den Pistenarbeitern keine Pause gönnte und für schwierige Verhältnisse sorgte, ein voller Erfolg. Die Athleten wurden angefeuert und aufgrund der Nähe zu Frankreich hatten auch die französischen Damen quasi ein Heimspiel.

Hundertstelentscheidung im Riesenslalom
Auch sportlich bot der Hang in La Molina technische Herausforderungen. Besonders im Steilhang wurde den Damen auch aufgrund der Kurssetzungen alles abverlangt. Im Riesenslalom gab es zudem eine spannende Entscheidung. Am Ende trennte die Siegerin Tanja Poutiainen nur zwei Hundertstel von der Zweitplatzierten Manuela Mölgg aus Italien. Dank ihres ersten Saisonsieges übernahm die Finnin dann für einen Tag die Spitze im Gesamtweltcup. Allerdings profitiert Poutiainen hier auch noch davon, dass es in diesem Winter erst zwei Speed-Rennen und bereits sechs technische Wettbewerbe gab.

Österreicherinnen zeigen Nerven
Nach dem Auftaktsieg durch Kathrin Zettel in Sölden, zeigten die Österreicherinnen immer wieder Nerven. Zwar stand außer in Levi (FIN) immer eine ÖSV-Dame auf dem Podest bei den Technikrennen, aber zum Sieg reichte es nicht mehr. So führte Kathrin Zettel in La Molina nach dem ersten Riesenslalom-Durchgang und stürzte dann. Michaela Kirchgasser fuhr wie so oft furios, allerdings nur in einem ihrer Läufe. Im Slalom carvte Niki Hosp im Finale noch vom 24. auf den neunten Rang. Hätte sie nicht im ersten Durchgang gepatzt, wäre für sie mehr drin gewesen. So war es im Slalom Zettel, die als Dritte die rot-weiß-rote Fahne hochhielt, auch wenn sie noch vom zweiten auf den dritten Rang zurückfiel.

Bundestrainer muss nur kurz zittern
Mit dem Sieg hätte im Slalom wahrscheinlich weder Hosp noch Zettel etwas zu tun gehabt. Zu dominant war die Vorstellung von Maria Riesch. Schon im ersten Durchgang zeigte die Partenkirchenerin, dass sie mit der Piste bestens zurecht kam. Nach zwei Durchgängen durfte sich Riesch über ihren siebten Weltcup-Sieg freuen, den ersten im Slalom seit 2004. Aufgrund des großen Vorsprung glaubte Bundestrainer Matthias Berthold nur kurz, dass Rieschs erster Platz noch einmal gefährdet sein könnte: "Ich habe gezittert. Als ich sie im Steilhang gesehen habe, wusste ich, das passt." Riesch, die 1,48 Sekunden vor ihrer Freundin Lindsey Vonn gewann, war selbst beeindruckt: "Es ist schon Wahnsinn, endlich wieder im Slalom zu gewinnen. Und das mit einem so großen Vorsprung. Das macht mich schon stolz." Anders als oft in den Speed-Disziplinen ließ sich die DSV-Athletin in Spanien auch nicht vom dichten Schneefall beeindrucken. Schon oft war Riesch bei schlechter Sicht verhaltener gefahren. In La Molina demonstrierte sie aber mit sicherem ruhigen Schwung ihr ganzes Ski-Gefühl, mit dem sie ohne Risiko zum Sieg carvte.



Rotes Leadertrikot weiter in Vonns Hand
Wer vor der Saison darauf gewettet hätte, dass nach drei Rennen im Slalom-Weltcup Lindsey Vonn das rote Trikot der Besten trägt, den hätte man wahrscheinlich für verrückt erklärt. Mit dem zweiten Rang holte sich die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup auch die Führung in der Gesamtwertung wieder zurück. Zweite in der Slalomwertung ist Maria Riesch, auch damit musste man nicht unbedingt rechnen. Schaut man sich die Form und die Ergebnisse der ersten Rennen an, scheint es im Gesamtweltcup auf einen Zweikampf hinaus zu laufen, denn Vonn und Riesch haben ihre Allrounder-Fähigkeiten weiterentwickelt und in den Speed-Rennen haben sie gegenüber möglichen Konkurrentinnen wie Nicole Hosp im Normalfall weiterhin Vorteile. Und Anja Pärson, die bereits in allen Disziplinen gewinnen konnte, fehlt nach ihrem Materialwechsel noch immer der richtige Schwung. Ob Vonn, Riesch oder eine andere in diesem Winter Geschichte schreiben wird, zeigen vielleicht schon die nächsten Rennen in St. Moritz (SUI) am kommenden Wochenende.