Schnee, Schnee und nochmals Schnee. So gestaltete sich der Weltcup der Damen im kanadischen Lake Louise. Schon das erste Training musste aufgrund von Neuschnee abgesagt werden und auch die zweite Abfahrt fiel dem Wetter zum Opfer. Letztendlich gab es zwei Rennen. Die Abfahrt gewann Lindsey Vonn - wer auch sonst - und im Super-G triumphierte Nadia Fanchini.

Vonn schließt zu Götschl auf
Nach der ersten Trainingsabsage durften die Damen beim ersten Speed-Wettbewerb in dieser Saison zweimal vor dem Rennauftakt auf die Piste. Bei Schneefall und leichtem Wind wurde dann die erste Abfahrt nur verkürzt ausgetragen. Am Ende stand mit Lindsey Vonn wieder die Skirennläuferin ganz oben auf dem Treppchen, die schon in der vergangenen Saison die schnellste Disziplin im alpinen Ski-Weltcup dominiert hatte. "Es ist wundervoll und es ist einfach fantastisch, was für ein Gefühl ich auf diesem Hang habe. Ich kenne ihn so gut", wusste Vonn, die nun wie Renate Götschl fünfmal in Lake Louise siegte, warum sie schneller als die Konkurrenz war. Götschl kam zum Speed-Auftakt bei schwierigen Verhältnissen nicht über Rang zwölf hinaus.

Keine fairen Bedingungen
Nach dem Auftakt am Freitag stand in den kanadischen Rocky Mountains am Samstag gleich noch eine Abfahrt auf dem Programm. Die FIS-Verantwortlichen um Rennleiter Atle Skardal sagten diese aber aufgrund der widrigen Bedingungen ab. Zunächst hatte man gehofft, durch zeitliche Verschiebungen das Rennen retten zu können. "Es hat zu stark geschneit. Die Schneefälle kamen und gingen. Für eine Minute sah es nach Sonnenschein aus und dann kam der nächste Schnee. Das Zeitfenster schloss sich zu schnell und es war für ein Rennen nicht akzeptabel", sah US-Damen-Chefcoach Jim Tracy keine Möglichkeit, ein faires Rennen abzuhalten.



Fanchini rast zu erstem Weltcup-Sieg
Trotz der Wetterkapriolen wird der Weltcup 2008 in Lake Louise immer in der Erinnerung von Nadia Fanchini bleiben. Die 22-jährige Italienerin erreichte in der Abfahrt mit Rang zwei ihre bis dahin beste Weltcup-Platzierung. Zwei Tage später profitierte Fanchini von einer niedrigen Startnummer und durfte bei Wind und Schneefall, die zunächst wieder für eine Startverschiebung gesorgt hatten, zum ersten Mal ganz oben auf ein Weltcup-Podium klettern. Hinter ihr teilten sich Fabienne Suter (SUI) und Andrea Fischbacher den zweiten Platz. Lindsey Vonn, die mit Startnummer 16 auf die Piste ging und schon schlechtere Bedingungen vorfand, analysierte den ersten Super-G der Saison so: "Es ist hart, positiv zu bleiben, wenn man solange warten muss. Du musst an deinem Rennplan festhalten und fokussiert bleiben. Heute hat es wieder so geschneit. Es schien nicht so, als ob wir in der Lage wären ein Rennen zu fahren, aber dann wurde es durchgezogen. Dafür musst du bereit sein." Vonn platzierte sich am Ende auf Rang neun.

Riesch einmal auf dem Podium
Auch Maria Riesch haderte mit den Wetterverhältnissen im letzten Rennen der Nordamerika-Tour. Die Partenkirchenerin kam nicht über den 24. Platz hinaus. Besser hatte es die Deutsche bei der Abfahrt gemacht. Dort erreichte sie nach einer guten Leistung als Dritte das Podium. Direkt hinter ihr sorgte Gina Stechert als Vierte für eine positive Überraschung. Stechert hat sich damit ein Abfahrtsticket für die Ski-WM in Val d’Isère (FRA) im Februar gesichert. Im Super-G hatte die Oberstdorferin Pech. Sie hatte mit Startnummer 35 wieder besseres Wetter und war mit Zwischenbestzeit auf dem Weg zu einem weiteren guten Resultat. Nach einem Fahrfehler schied die zweite Speed-Athletin des DSV aber aus.