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Wann wird Ski-Geschichte geschrieben? Im Fall von Hermann Maier ist das vermutlich an jedem Tag der Fall, denn der 'Herminator' zählt zu den absolut Größten in seinem Sport. In Lake Louise hat er uns ein weiteres Mal an seiner Legende teilhaben lassen.

Die Meldungen überschlugen sich. Als Ski-Opa wurde Maier eher liebevoll als respektlos in den Stuttgarter Nachrichten bezeichnet, den 'großen Alten' nannte ihn die italienische Gazzetta dello Sport. An Maiers Triumph kam kaum ein Sportmedium vorbei, denn auch außerhalb des Ski-Weltcups war dieser 54. Erfolg für den Flachauer etwas Besonderes.



Blicken wir einige Tage zurück. Da durfte man Maier fast abschreiben. Mit einem Querriss in der Bandscheibe reiste er zwar nach Nordamerika, aber sein Start galt als unsicher, er selbst sah eine mögliche Teilnahme als Training an, auf der Suche nach der guten Form des Sommers. Und dann das Unerwartete: Maier startet nicht nur, er fährt der Konkurrenz im Super-G auf und davon. Es wird sein 54. Weltcup-Sieg - der Herminator ist wieder da.

Aber es ist nicht die ohne Zweifel enorme Anzahl an Triumphen, die Maiers Status in diesen Tagen ausmacht. Natürlich hat er enorme Meriten gesammelt, Medaillen und Gesamtweltcupsiege. Aber der Mythos von Hermann Maier liegt darin, dass er sich selbst überwinden und damit den Rest der Welt bezwingen kann. 1998 in Nagano stand er nach schlimmem Sturz wieder auf und holte in der Folge noch zweimal olympisches Gold. Nach seinem Motorradunfall kam er wieder in die Weltspitze zurück. Das ist ein wesentlicher Teil seiner Geschichte. In Lake Louise ließ er nun wieder die Schmerzen seines Körpers hinter sich und war in diesen 1:29,84 Minuten einfach der perfekte Rennfahrer.

Der Mythos lebt und zeigt sich von seiner menschlichen Seite. Dass dieser so erfolgreiche Sportler nach dem 54. Sieg fast zu Tränen gerührt war, ist eben auch Teil seiner Persönlichkeit - und bringt ihn den Fans sehr nahe. Wir dürfen uns freuen über jedes Rennen, das Hermann Maier noch für uns absolviert. Dafür sagen wir: danke, Hermann!