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In den kanadischen Rocky Mountains fällt der Startschuss zu den Speed-Rennen im Ski-Weltcup 2008/2009. In Lake Louise stehen am Samstag und Sonntag eine Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm. Nach zwei Technikrennen in Europa wird es beim ersten Überseerennen der Herren endlich wieder schnell.

Wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen?
Die ersten beiden Trainingsabfahrten sind bereits absolviert. Dabei präsentierten sich die üblichen Verdächtigen schon wieder an der Spitze. Miller gewann beide Male vor dem starken Klaus Kröll, vorne zeigten sich zudem Michael Walchhofer, Didier Cuche, Marco Büchel, Aksel Lund Svindal, Marco Sullivan, Peter Fill und Steven Nyman. Im vergangenen Winter gab es im Kampf um die kleine Kristallkugel des besten Abfahrers ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Didier Cuche und Bode Miller. Am Ende hatte der Schweizer Cuche die Skispitzen um den Hauch von fünf Punkten vorne. In diesem Winter könnte es wieder zu diesem Duell kommen, denn beide konnten bereits in der Vorbereitung überzeugen. Am Samstag gilt es das erste Mal in diesem Winter sowie für alle anderen.

Österreicher wollen zurück auf den Abfahrtsthron
Die Österreicher waren in der Abfahrt einmal das Maß der Dinge. Der letzte Sieg eines ÖSV-Athleten liegt schon fast ein Jahr zurück. Am 15. Dezember 2007 siegte Michael Walchhofer in Gröden. Auch in diesem Winter hat vermutlich der 33-jährige Speed-Spezialist die besten Chancen, den Thron wieder zu erklimmen. Während Hans Grugger und Andreas Buder verletzungsbedingt in Kanada fehlen, haben die Österreicher mit Klaus Kröll und Mario Scheiber zwei weitere Siegeskandidaten in ihren Reihen. Auf Hermann Maier können die ÖSV-Fans an diesem Wochenende noch nicht zählen, denn der 'Herminator' leidet noch unter den Folgen einer Bandscheibenverletzung. Mehr als mitfahren wird Maier also nicht können.

Büchel und die Reihe der Namenlosen
Zu den anderen Favoriten in der Abfahrt zählt Marco Büchel (LIE), der nach dem Comeback von Patrik Järbyn (SWE) nicht mehr der älteste Teilnehmer im Weltcup ist. Im vergangenen Winter überzeugten aber in der Königsdisziplin des alpinen Ski-Weltcups eine Reihe von Athleten, deren Namen nicht in aller Munde sind. Werner Heel aus Italien wurde am Ende Fünfter im Abfahrtsweltcup, dahinter platzierten sich Manuel Osborne-Paradis (CAN) und Andrej Jerman (SLO). Die Kanadier haben neben Osborne-Paradis mit Jan Hudec und Erik Guay und John Kucera ein starkes Team, dass im Speed-Bereich für Furore sorgen kann. Gerade auf heimischem Schnee sind die 'Canadian Cowboys' hoch einzustufen.



Länderkampf Österreich - Schweiz
Im Super-G fiel die Entscheidung im Disziplinen-Weltcup im vergangenen Winter noch knapper aus als in der Abfahrt. Beim Weltcup-Finale in Bormio schnappte Hannes Reichelt Didier Cuche noch die Kugel um einen Punkt weg. Ohnehin war der Super-G im vergangenen Winter ein Länderduell zwischen Österreich und der Schweiz. Hinter Reichelt und Cuche platzierte sich Benjamin Raich auf Rang drei, als Vierter Didier Defago und auf Fünf Christoph Gruber. Bei Benni Raich bleibt abzuwarten, wie er in diesem Winter in den Speed-Disziplinen abschneiden kann. Der Pitztaler legte den Fokus in der Vorbereitung wieder vermehrt auf die technischen Wettbewerbe.

Wo steht Svindal?
Neben den Athleten vom ÖSV und Swiss Ski gelten Marco Büchel, Bode Miller und Erik Guay zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Gespannt sein darf man auf Aksel Lund Svindal. Der Gesamtweltcupsieger 2006/2007 gewann in Lake Louise im vergangenen Winter den Super-G im kanadischen Skiort, bevor er sich anschließend in Beaver Creek (USA) so schwer verletzte, dass er die Saison beenden musste. Der Norweger ist zwar noch nicht wieder ganz im Rennrhythmus, aber im Super-G sollte er schon wieder sein skifahrerisches Können unter Beweis stellen können.

Deutsche hoffen auf Punkte
Die deutschen Herren sind mit vier Athleten nach Kanada gereist. Andreas und Peter Strodl, Stephan Keppler und Tobias Stechert werden in der Abfahrt am Samstag an den Start gehen. Dabei hoffen die DSV-Verantwortlichen, dass sich in den beiden ersten Speed-Rennen der Saison Weltcup-Punkte ergeben. Wer im Super-G starten darf, entscheidet in erster Linie der Disziplinentrainer Abfahrt/Super-G Walter Hlebayna: "Die beiden Starter für den Super-G werden durch Trainerentscheid benannt. Grundlage dafür sind die Eindrücke aus dem Training und die Leistung in der Weltcup-Abfahrt." Stephan Keppler fühlt sich fit und will nach einem verletzungsbedingt schlechten Winter wieder positive Schlagzeilen schreiben: "Ich fühle mich fit, das Knie ist voll belastbar. Die Trainingsbedingungen sind sehr gut. Ich versuche, meine Form zu stabilisieren. In Lake Louise will ich in der Abfahrt punkten und im Super-G möglichst weit nach vorne fahren, damit ich beim nächsten Rennen in Beaver Creek mit einer besseren Startnummer ins Rennen gehen kann."

Das Programm von Lake Louise im Überblick:
Samstag, 29.11.2008:
19:30 Uhr Abfahrt der Herren

Sonntag, 30.11.2008:
19:00 Uhr Super-G der Herren

Wir berichten natürlich von beiden Rennen im ski2b-Liveticker!