Im Ski-Weltcup der Damen lässt das erste Speed-Rennen der Saison weiter auf sich warten. Die erste Station der diesjährigen Überseerennen ist Samstag und Sonntag Aspen im US-Bundesstaat Colorado. Dort stehen am Thanksgiving-Wochenende wieder die Technikerinnen im Fokus, denn es wird ein Riesenslalom und Slalom ausgefahren.

Vonn wieder im Training
Pünktlich vor den Heimrennen hat sich Lindsey Vonn auf Ski zurückgemeldet. Bei einem Trainingssturz im Super-G am Copper Mountain letzte Woche verletzte sich die Gesamtweltcupgewinnerin des vergangenen Winters leicht am Knie. Am Montag dieser Woche stand die Überraschungssiegerin von Levi (FIN) erstmals wieder auf ihren Arbeitsgeräten. "Es waren nur einige Läufe, um zu sehen, wie mein Knie reagiert. Es fühlt sich gut an", berichtete Vonn nach ihren ersten Tests. "Ich schaue von Tag zu Tag, aber ich bin zuversichtlich, dass ich in Aspen starten kann." Allerdings hat die Speed-Spezialisten, die sich immer mehr zu einer Allrounderin entwickelt, kein gutes Verhältnis zum amerikanischen Nobel-Skiort - zumindest in den technischen Disziplinen. Im Riesenslalom konnte sie sich in Aspen noch nie für einen Finallauf qualifizieren, im Slalom schaffte sie zwar dreimal den Sprung unter die besten 30, ihr bestes Resultat ist aber nur ein 16. Rang. Es wird also schwer für die 24-Jährige, ihren Slalomerfolg aus Levi zu wiederholen oder gar ihren ersten Riesenslalom im Weltcup zu gewinnen. Sollte sie das schaffen, würde sie in den erlauchten Kreis der Damen aufsteigen, die bereits alle fünf Disziplinen siegreich beenden konnten.

Zettel im Riesenslalom favorisiert
Den Weltcup-Auftakt in diesem Winter sicherte sich in Sölden Kathrin Zettel. Deshalb wird die Österreicherin in Aspen auch mit dem roten Trikot der besten Riesenslalomläuferin der Saison an den Start gehen. Und Aspen ist für Zettel ein gutes Pflaster. 2006 feierte sie dort ihren ersten Weltcup-Sieg überhaupt und das im Riesenslalom. Im vergangenen Jahr stand die 22-Jährige im Slalom als Dritte ebenfalls auf dem Podium. Der Österreichische Skiverband schickt neben Zettel noch weitere aussichtsreiche Kandidatinnen ins Rennen. In erster Linie ist da Nicole Hosp zu nennen. Sie wollte in dieser Saison wieder in den Kampf um den Gesamtweltcup eingreifen. Nach einem verkorksten Auftaktrennen, verpasste die Bichlbacherin auch im Slalom nach guter Ausgangslage das Podium. Im vergangenen Jahr konnte "Niki" aber den Slalom von Aspen gewinnen und wurde 2006 hinter Marlies Schild Zweite. Auch Michaela Kirchgasser schaffte in Colorado schon den Sprung aufs Treppchen. 2006 wurde die ÖSV-Athletin Dritte im Riesenslalom. In Sölden war sie immerhin drittbeste Österreicherin, sodass sie durchaus zuversichtlich an den Start gehen kann. Besser war in Sölden neben Zettel nur noch Andrea Fischbacher, die Dritte wurde und an das Auftaktergebnis anknüpfen will.

Italienerinnen wollen aufs Treppchen
Ihr Auftaktergebnis verbessern will Denise Karbon. Die Italienerin, die in der vergangenen Saison im Riesenslalom kaum zu bremsen war, fuhr in Sölden auf Rang vier, will aber als Titelverteidigerin zurück aufs Treppchen. Ihre Teamkollegin Manuela Mölgg schied beim ersten Riesenslalom der Saison nach einem Fehler aus, hofft nun aber auf bessere Resultate: "Wie ich in Sölden Ski gefahren bin, das hat mich schon stolz gemacht. In Aspen will ich ein gutes Rennen fahren. Volle Attacke! Ich hoffe, dass ich es runter bringe und dieses Mal auch mit dem Kopf fahre." Beide sind im Riesenslalom am Samstag stärker einzuschätzen als im Slalom am Sonntag.



Schlagen Spezialistinnen zurück?
Im ersten Slalom der noch jungen Saison standen mit Lindsey Vonn und Maria Riesch keine ausgewiesenen Expertinnen auf dem Podium. In Aspen wollen die Spezialistinnen wieder nach ganz vorne. Dazu zählen neben einer starken Tanja Poutiainen, die 2007 an gleicher Stelle wie Sonntag schon 2007 als Zweite vorne dabei war, Weltmeisterin Sarka Zahrobska (CZE) und Veronika Zuzulova (SVK), die in Sölden nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte war und dennoch Rang fünf erreichte. Gespannt sein darf man auf die Resultate der schwedischen Damen. Lange stand das Team im Schatten einer Anja Pärson. Die zweifache Gesamtweltcupsiegerin wollte mit neuem Material zurück in die Erfolgsspur, musste aber in beiden Saisonrennen Maria Pietilae-Holmner den Vortritt lassen. Dazu kommt im Slalom eine starke Therese Borssen.

Riesch geht "optimistisch in die Rennen"
Die deutschen Damen und der Weltcup in Colorado scheinen bisher keine gute Beziehung zu haben. 2007 wurde Maria Riesch im Slalom Neunte. 2006 schwang Monika Bergmann nach dem Ritt durch den Stangenwald als Siebte ab. Im gleichen Jahr erreichte Kathrin Hölzl Rang sechs im Riesenslalom. Dennoch reist zumindest Riesch mit Selbstvertrauen an: "Nach dem Weltcup-Slalom von Levi bin ich direkt nach Kanada geflogen, um in Panorama Abfahrt und Super-G zu trainieren. In den letzten Tagen haben wir den Fokus wieder auf die technischen Disziplinen gelegt. Die Bedingungen hier sind sehr gut. Nach meinen bisher guten Leistungen in Slalom und Riesenslalom gehe ich optimistisch in die Rennen von Aspen." Eins haben die beiden ersten Wettbewerbe des Weltcup-Winters 2008/2009 gezeigt: Für Spannung ist gesorgt und Vorhersagen sind mehr als schwierig, also lassen wir uns überraschen...

Das Programm von Aspen im Detail:
Samstag, 29.11.2008: Riesenslalom der Damen
18:00 Uhr 1. Durchgang
21:00 Uhr 2. Durchgang

Sonntag, 30.11.2008: Slalom der Damen
18:00 Uhr 1. Durchgang
21:00 Uhr 2. Durchgang

Die Rennen könnt ihr natürlich wieder im ski2b-Liveticker miterleben!