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Am 18. November 1938 erblickte in St. Anton am Arlberg ein Junge das Licht der Welt. Damals konnte noch niemand ahnen, dass aus dem kleinen Karl aus Tirol einmal einer der größten Skifahrer Österreichs werden würde. Anlässlich des 70. Geburtstages von Karl Schranz veröffentlichte die Österreichische Post AG im November 2008 eine Sonderbriefmarke.

Erster Weltcup-Gesamtsieger Österreichs
Noch bevor es den ersten offiziellen Weltcup gab, hatte sich Karl Schranz im Skisport schon einen Namen gemacht. Er gewann mehrfach die Abfahrtsklassiker in Kitzbühel und Wengen. Insgesamt wird er rund 50 Klassiker gewinnen können, darunter auch elfmal im Weltcup. In der dritten Weltcup-Saison 1968/69 wurde der Tiroler Österreichs erster Weltcup-Gesamtsieger. Im Winter 1969/70 wiederholte Schranz seinen Gesamtsieg direkt. Zudem sicherte er sich in seiner Karriere zweimal die kleine Kristallkugel des besten Abfahrers (1969 und 1970) und war einmal Sieger im Riesenslalom (1969).

Drei Goldmedaillen bei alpinen Weltmeisterschaften
Auch bei Großereignissen glänzte der Top-Athlet. 1962 prägte Karl Schranz die alpinen Ski-Weltmeisterschaften im französischen Chamonix. Der Arlberger gewann die Goldmedaille in der Abfahrt und in der Kombination. Dazu kam Silber im Riesenslalom. Vier Jahre später sicherte er sich Bronze bei der WM in Portillo. 1968 fand die WM in Gröden statt, dort wurde Schranz zum dritten Mal Weltmeister. Im Riesenslalom schaffte er dazu den Sprung ganz oben auf das Podium.



Die Jagd nach Olympia-Gold macht Schranz zur Legende
Ein Olympiasieg blieb Schranz in seiner erfolgreichen Karriere aber versagt. Vor heimischer Kulisse gewann der Österreicher 1964 in Innsbruck Silber im Riesenslalom. Dies sollte seine einzige Olympiamedaille bleiben. 1968 in Grenoble lag Schranz im olympischen Slalom auf Goldkurs. Nach Bestzeit im ersten Durchgang musste er den Finallauf aufgrund eines Pistenarbeiters abbrechen. Beim Wiederholungsstart fuhr Schranz auf Platz eins, wurde aber nachträglich disqualifiziert. Der offizielle Grund: zwischen Schranz' Rennabbruch und dem Pistenarbeiter hätte es keinen Zusammenhang gegeben. Das Gold ging an Jean-Claude Killy aus Frankreich. Vier Jahre später wollte Schranz einen weiteren Anlauf auf olympisches Gold unternehmen. Kurz vor den Winterspielen in Sapporo wurde der damals 33-Jährige von IOC-Präsident Avery Brundage ausgeschlossen, da Schranz gegen den damals noch vorgeschriebenen Amateurstatus verstoßen haben soll. Auf einem Foto war der dreifache Weltmeister mit einem Trikot, auf dem eine Kaffee-Werbung prangte, abgebildet. Wahrscheinlich trug er dieses anlässlich eines Benefizfußballspiels. Nach seinem Ausschluss beendete Karl Schranz 1972 verärgert seine aktive Karriere. Bei seiner Rückkehr nach Wien wurde er von 200.000 Österreichern heroisch empfangen. 16 Jahre später wurde ihm von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch eine Olympia-Ehrenmedaille übergeben.

700.000 Marken in erster Auflage
Nun ist das Konterfei des zweifachen Weltcup-Gesamtsiegers auf einer 65-Cent-Marke Österreichs verewigt. In der ersten Auflage ließ die Post 700.000 Exemplare drucken. Seit 11. November 2008 ist die Briefmarke bereits erhältlich. Zur feierlichen Veröffentlichung reiste Karl Schranz mit seiner ganzen Familie nach Wien. Ehefrau Evelyn freute sich zusammen mit den drei Töchtern Anna, Christiane und Kathi über die Ehre die ihrem Mann zuteil wurde. Auch ski2b gratuliert dem Neu-70er. Sicher wird die Sondermarke genauso erfolgreich werden, wie der Abgebildete selbst.