Der Slalom ist die vielleicht am härtesten umkämpfte Disziplin im alpinen Skiweltcup. Der Grund dafür ist einfach: Keine Disziplin ist leichter zu trainieren. Nicht von ungefähr haben daher auch kleine Ski-Nationen hier kaum Wettbewerbsnachteile gegenüber den 'Großen'. Um so spannender dürfte der erste Vergleich im Weltcup werden. Wer triumphiert, lässt sich kaum vorhersagen.

Keine Probleme bei der Pistenpräparation
Eines steht fest: Die Weltcup-Saison 2008/2009 steht bislang unter einem guten Stern. In Sölden gab es Traumwetter und tollen Sport, in Levi stehen auch gute Bedingungen ins Haus - nachdem im letzten Jahr die Rennen noch verschoben werden mussten. Nun kann man sich in Lappland auf die Auseinandersetzung vieler Top-Athleten freuen, die allesamt ihre Chance suchen werden.

Grange hat eine Rechnung offen
Die Herren-Konkurrenz verspricht viel Spannung. Sah Jean-Baptiste Grange im Vorwinter lange wie der sichere Sieger aus, so musste er am Ende doch noch Manfred Mölgg passieren lassen. Der Südtiroler geht damit als Gejagter ins Rennen - und Jäger gibt es viele. Alleine in Österreich können mit Mario Matt, Benjamin Raich, Rainer Schönfelder, Marcel Hirscher und Reinfried Herbst gleich fünf Fahrer zu den Siegaspiranten in dieser Saison gezählt werden. In Levi haben Herbst und Schönfelder noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, zeigten sich im letzten Test aber wieder fit. Hirscher steht im besonderen Augenmerk, nach zwei dritten Plätzen zum Saisonende und neuem Material könnte der Youngster zum Top-Mann avancieren.

Neureuther angeschlagen
Nicht ganz ohne Probleme geht auch Felix Neureuther in den ersten Slalom-Wettkampf. "Die Schulter schmerzt zwar noch ein bisschen, aber in Levi will ich auf jeden Fall starten", meinte der DSV-Topfahrer nach einem Trainingssturz. Ein guter Einstieg wäre enorm wichtig für Neureuther, der in diesem Winter erstmals siegen möchte. Mit dabei sind aus deutscher Sicht noch Dominik Stehle und Stefan Kogler - für beide wäre die Quali für Durchgang zwei ein toller Erfolg.

Siegt Albrecht erneut?
Auf einer Welle der Euphorie schweben die Schweizer Herren nach dem Söldener Doppelerfolg. Neben den Mitfavoriten Daniel Albrecht, Marc Berthod und Marc Gini tritt auch Silvan Zurbriggen erstmals wieder seit seinem Sturz im Dezember 2007 an. Ob es für einen Platz ganz vorne reicht, bleibt aber abzuwarten - zwar hat gerade Albrecht im Slalom bislang mit sehr guten Trainingszeiten überzeugt, im Vorjahr fehlte den Eidgenossen aber die nötige Konstanz, um in der Endabrechnung vorne mitmischen zu können.

Miller sucht das Slalom-Comeback
Denn dafür gibt es noch zu viele Siegkandidaten. Bode Miller will es im Slalom wieder wissen und hat sein Training mehr auf die technische Disziplin ausgerichtet. Landsmann Ted Ligety ist ein heißer Anwärter auf die kleine Kugel, aber auch Schwedens Asse Jens Byggmark und Markus Larsson, letzterer mit neuem Material, oder Routinier Ivica Kostelic dürfen ganz vorne erwartet werden. Der Sieger in Levi wird jedenfalls eines nicht machen dürfen: zu wenig riskieren. In diesem Pool von Topfahrern bieten nur zwei Top-Läufe mit vollem Einsatz die Chance auf den Sieg. Und wer mit so einem Erfolg im Rücken die nächsten Slaloms antreten darf, hat sicher ein psychologisches Plus auf seiner Seite. Es geht also um etwas in Levi!