Seit nun einigen Jahren ist das Kaunertal in der Freestyle-Szene hauptsächlich für die Spring-Classics und natürlich fürs Opening im Oktober bekannt. Das Kaunertal-Opening erschien in diesem Jahr in der 34. Ausgabe. Traditionsgemäß ist es von der Party im Tal und durch den ersten großen Contest der Saison geprägt. Somit fanden wir uns keine zwei Wochen nach dem letzten Trip wieder auf den Autobahnen Richtung Süden wieder. Der Bluebird schien uns in diesem Herbst wohl besonders wohlgesonnen und toppte die drei von vier Tagen Sonne in Tux mit vier von vier Tagen Sonne im Kaunertal.

Kleines Idyllisches Örtchen Feichten
Das kleine idyllische Örtchen Feichten erlebte so wieder einmal den Kulturschock durch die Menschen in weiter Kleidung. Der Ort war vom kleinen Supermarkt bis zum großen Festzelt in der Hand der Freestyler auf einem oder zwei Brettern. Wir schlossen uns der Wagenkollone über die Kaunertaler Panoramastraße an und genossen nach knappen 8 Stunden Autobahn die 29 Kehren bis auf 3.000 Metern Höhe.

Parkplatz platzt aus allen Nähten
Gut, um ehrlich zu sein verdrängte die Ungeduld recht schnell den Genuss auf dieser nicht enden wollenden Gletscher-Straße. Die Füße beginnen zu jucken, die Beine zittern und die Musik im Auto motiviert von Minute zu Minute mehr. Ab circa der fünften Kehre vor Ende, blitzte die Sonne über den Gipfeln hervor und wir erreichten den aus allen Nähten platzenden Parkplatz. Und das am Freitag Morgen. Schnell wurde klar, warum sich das KTO diesen Namen in der Szene gemacht hat.

Tolle Organisation
Der größte Material-Test Europas empfing uns schon bevor wir die Pisten überhaupt sehen konnten. Im Prinzip konnte man komplett ohne Ausrüstung zum Gletscher kommen und sich im Komplettpaket mit Testmaterial ausstatten. Ein großes Kompliment gilt damit hier der Organisation. Wahnsinn und vielen Dank.

Schnee und Parcour locken
Aber uns reizte jetzt nur noch das weiße Gold, welches bei den kalten Temperaturen den Sonnenstrahlen trotzte. Nach Tagen der Präparation mit Motorsägen und Eispickeln zauberte die Schneestern-Crew einen Mini-Shred-Parcour voller Baumstämme, Jib-Tonnen und anderen Obstaclen wie ´nem Picknicker und einem anspruchsvollen Einfachrohr Downrail. Im Anschluss folgten am Fuße des Mini-Shred drei Boxen (straight 9 m, Curved 6 m, Straight Steppdown Straight 9 m) und ein kleiner 4-Meter-Kicker.

Für jeden Anspruch was dabei
Ein Stückchen entfernt ragten die zwei großen Landehügel der Kicker-Line aus dem Gletscherplateau. Darauf war mit Table-Längen von 8 bis 18 Metern für jeden Anspruch etwas dabei. Ein kleines Manko stellten die durch die eisige Grundlage und nördliche Exposition brutal harten Landungen dar, die einem unverzeihlich jeden zu weiten oder zu kurzen Sprung mit schmerzenden Beinen heimzahlte. Aber auf Grund des super Shapes durch die Jungs von Schneestern nahm man diese Qualen gerne in Kauf.

Am Samstag stand dann der Pro Contest auf dem Programm, der an diesem Wochenende den "KTO Rocker 2008" krönen sollte. Die Starter mussten dabei ihre Fähigkeiten als Allrounder im Mini-Shred und auf der Kicker-Line beweisen. Den Titel nahm in diesem Jahr Roy Kittler mit nach Hause, der mit technischen sw 7ern und 450ons die Jury um Head-Judge Nico Zacek überzeugte. Die Wertung des besten Tricks sicherte sich Bene Mayr und als beste Freestylerin setzte sich Maxi Böhmel durch.

Neulinge können sich präsentieren
Thadde Joas sicherte sich den Titel des besten Rookies, auch wenn er durch seine Contest-Erfahrung kaum noch als Rookie unter den Freeskiern gilt. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein separater Amateur-Contest am Sonntag ausgefahren, so dass auch Neulingen in diesem Sport die Möglichkeit gegeben wurde sich zu präsentieren und auf der Bühne des Kaunertaler Gletschers zu messen. Diesen Contest aber ausschließlich auf drei Boxen und dem 4-Meter-Kicker stattfinden zu lassen, wurde dem Niveau der Starter leider nicht ganz gerecht. Den obersten Platz auf dem Stockerl in dieser Wertung sicherte sich Marinus Höflinger.

Super Stimmung durch Filme und traumhaftem Wetter
Dass die Tage beim KTO so unendlich wirkten, war in diesem Jahr sicher vielen Faktoren zu verdanken, wobei des traumhafte Wetter und die guten Schneeverhältnisse bestimmt die Hauptgründe waren. Vielleicht tragen aber auch die Partys im großen Festzelt dazu bei, die für viele den Schlaf an diesem Wochenende vergessen ließen. Mit Live-Musik beispielsweise durch „Russkaja“ und der Europapremiere des MSP-Films „Claim“ seien hier nur die Highlights der langen Nächte erwähnt, die DJ Drexter von FM4 bis in die frühen Morgenstunden hinein zog.

Überrschend wird am Sonntag der "BagJump" aufgebaut
Wer aber nun erwartete, dass der Höhepunkt des Openings durch die Party am Samstag erreicht worden sei, hatte das Wochenende zu früh abgehakt. Als Abschluss dieses Wochenendes voller Style, Wettkampfatmosphäre, Chillout unter der Sonne und nächtlichen Partys wurde am Sonntag ein riesiges Luftkissen durch die Crew von „BagJump“ aufgebaut, so dass für viele die ersten inverted Tricks ausprobiert werden konnten. Wir bedanken uns für das wohl größte Park-Opening Europas und hoffen auf noch viele folgende in den nächsten Jahren.

Freestyler genießen den Ausklang
Für unsere Gruppe aus dem alpenfernen Norden bot sich am Montag ein ganz neues Bild des Gletschers mit neuem Charme. Die Ruhe war zurückgekehrt. Gerade einmal 20 bis 30 Freestyler waren von der Horde des Wochenendes übrig geblieben und genossen den Ausklang und ließen die Tage Revue passieren. Ein sw 7er Okto am großen Kicker als Beispiel zeugte davon, dass das Level darunter nicht litt! Und unser zweiter Oktober-Trip nahm ein Ende mit der ewigwährenden Lust auf mehr

Quelle: Freeskiing News auf funsporting.de