Der alpine Skiweltcup ist eröffnet! In Sölden fand bereits zum elften Mal der Auftakt der Skirennläufer statt. Dabei sorgten Comebacker und Newcomer für zahlreiche Schlagzeilen.

Zettel startet durch
Kathrin Zettel hat eine verkorkste Saison hinter sich. Die Österreicherin, die sich in der Saison 2006/2007 schwer verletzte und im vergangenen Winter nur dreimal den Sprung auf das Weltcup-Podium schaffte, ist in Sölden gleich voll durchgestartet. Zettel zeigte im Finale auf dem schwierigen und eisigen Hang auf dem Rettenbachferner eine eindrucksvolle Leistung. Mit ihrem ganzen skifahrerischen Können beeindruckte sie und fuhr der Konkurrenz auf und davon.

Titelverteidigerin mit Rang vier zufrieden
Im vergangenen Winter war in Sölden noch Denise Karbon ins Rampenlicht gefahren. Die Italienerin verpasste in diesem Jahr das Treppchen als Vierte knapp, dennoch zeigte sich die beste Riesenslalomfahrerin 2007/2008 zufrieden: "Ich konnte mein Ziel, einen Platz unter den ersten Fünf, erreichen. Es ist zwar schade, dass es knapp nicht fürs Stockerl reichte. Aber ich habe gesehen, dass ich mithalten kann." Mithalten konnten auch Tanja Poutiainen, die noch nach dem ersten Durchgang vorne lag, und Andrea Fischbacher. Für die Österreicherin Fischbacher war es bei einem Sieg erst der fünfte Podiumsplatz im Weltcup. Alle anderen fuhr sie im Super-G ein.

Auftakt der deutschen Damen durchwachsen
Die deutschen Damen hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Von den fünf gestarteten DSV-Athletinnen qualifizierten sich nur Kathrin Hölzl und Maria Riesch für den zweiten Durchgang. Viktoria Rebensburg deutete ihr großes Potenzial im Riesenslalom zwar an, schied aber nach einem Fahrfehler aus. Fanny Chmelar und Carolin Fernsebner waren zu langsam für einen Platz unter den besten 30. Hölzl und Riesch verbesserten sich im Finale aber noch um einige Plätze, sodass das Fazit nicht schlecht, aber auch nicht gut ausfällt. Hölzl, die als Achte zumindest die Trainervorgaben erfüllte, wusste woran es lag: "Im zweiten Durchgang konnte ich so richtig Gas geben. Im ersten war ich dafür einfach zu nervös!"

Vonn schaltet in den fünften Gang
Riesch wurde 13. und sammelte damit auch in ihrer schwächsten Disziplin 20 Punkte für den Gesamtweltcup. Allerdings verlor sie dabei neun Punkte auf die amtierende Gesamtweltcup-Siegerin Lindsey Vonn, die Neunte wurde. "Ich bin heute glücklich. Ich denke, es war definitiv ein solider Start in die Saison", freute sich Vonn, die erst zum vierten Mal in ihrer Karriere in die Top Ten im Riesenslalom fuhr. "Ich hatte in beiden Läufen Probleme in den Speed-Sektionen, aber im unteren Bereich bin ich gut gefahren und konnte dort in den fünften Gang schalten."

Gut einfach nur Gut
Die schweizerischen Damen sahen im Riesenslalom bisher kein Land. Unter den ersten 30 Starterinnen war keine Eidgenössin zu finden. Dies änderte sich nach dem Auftakt aber schlagartig. Newcomerin Lara Gut, die erst 17 Jahre alt ist, beeindruckte und carvte sich als Fünfte direkt in die Weltspitze.



13 Fahrer innerhalb von 64 Hundertsteln
Bei den Herren erwarteten viele das Comeback von Aksel Lund Svindal mit Spannung. Am Ende wurde der Weltcup-Gesamtsieger von 2006/2007 13. Dem Norweger scheinen noch die Rennkilometer zu fehlen, sodass er doch den ein oder anderen unnötigen Fehler in seine Läufe einbaute. Allerdings lag das Klassement eng zusammen. Die Fahrer auf den Rängen drei bis 16 trennten nur 64 Hundertstel.

Schweiz die neue Nummer eins?
Vorne trennte sich dann aber die Spreu vom Weizen. Mit Daniel Albrecht und Didier Cuche zogen zwei Schweizer die schnellsten Schwünge und fuhren der Konkurrenz um mehr als eine Sekunde davon. Wenn man das als Omen für die Saison nehmen würde, hätten die Schweizer zwei heiße Eisen im Feuer im Kampf um den Gesamtweltcup, denn Cuches Stärken liegen vor allem in Super-G und Abfahrt, während Albrecht als Allrounder auch in der Super-Kombination vorne zu erwarten sein wird.

Team Austria fehlt die Spitze
Das Team Austria konnte dagegen nur in der Breite überzeugen, eine Spitze fehlte aber, denn vier Österreicher sind im Ergebnis unter den ersten Acht zu finden. Bester von ihnen ist Benjamin Raich, der nach 2005 und 2007 zum dritten Mal Vierter in Sölden wurde und den Sprung auf das Treppchen wieder einmal verpasste. Auf den Rängen sechs bis acht schwangen Christoph Gruber, Romed Baumann und Philipp Schörghofer ab. "Hätte mir jemand prophezeit, dass ich unter den besten Sechs lande, ich hätte es nie geglaubt", freute sich Gruber über einen gelungenen Saisonstart.

Ligety peilt Titelverteidigung an
Der Riesenslalom-Gesamtsieger des Vorjahres Ted Ligety wurde zum Auftakt Dritter, womit der US-Amerikaner durchaus zufrieden war. "Es ist toll, ein gutes Resultat einzufahren, vor allem hier in Sölden, weil es das erste Rennen der Saison ist. Du weißt nicht, wie schnell du Ski fahren kannst. Du gehst gegen den Rest der Welt auf die Piste und es ist gut zu sehen, wie man sich dagegegen schlägt. Daher ist es super, hier auf dem Podium zu stehen", berichtete Ligety und zeigte sich gleich angriffslustig: "Mein Hauptziel ist die Titelverteidigung im Riesenslalom. Es ist nie leicht, einen Titel zu verteidigen, aber ich denke, ich kann es schaffen, wenn ich so Ski fahre wie im vergangenen Winter."

Fanaras Comeback endet auf Rang fünf
Neben Svindal feierte auch Tomas Fanara sein Coemback. Der junge Franzose hatte sich im Slalom in Bad Kleinkirchheim im vergangenen Winter das Kreuzband verletzt und carvte auf dem Rettenbachferner auf Rang fünf. "Es ist einfach unglaublich", überstrahlte er im Ziel alles. "Ich hätte nie damit gerechnet, gleich bei meinem ersten Rennen einen so großartigen Erfolg einfahren zu können!" Mit Blick auf die WM im eigenen Land hat Frankreich nun neben dem Slalomass Jean-Baptiste Grange einen weiteren Medaillenkandidaten, der für den Erfolg viel getan hat: "Ich habe den ganzen Sommer so hart gearbeitet, es war keine leichte Zeit."

Neureuther schafft den Sprung nicht
Keinen positiven Ausgang hatte das Weltcup-Opening für Felix Neureuther. Der deutsche Alleinunterhalter hatte mit einer hohen Startnummer und einer daher ausgefahrenen Piste zu kämpfen. Dabei verpasste der Partenkirchener wie 2007 den Sprung ins Finale der besten 30 knapp. Für ihn gilt die volle Konzentration nun dem Auftakt der Slalomsaison im finnischen Levi, wo der Weltcup am 15. und 16. November als nächstes stoppt.